Season II - Langen => Sandskaer Strandcamping
Godmorgen vom Sandskaer Strandcampingplatz! Ja, liebe Leute. Ihr lest richtig. Wir sind wieder unterwegs. Allerdings ist nicht mehr alles so, wie es im Herbst 2024 war. Nach...


Veröffentlicht: 31.07.2025
























Godmorgen vom Sandskaer Campingplatz!
Nachdem wir uns gestern Abend in die Kojen zurückgezogen hatten, nahm der Regen an Fahrt auf. Das angekündigte etwas umfassendere Regengebiet war tatsächlich real. Normalerweise trauen wir Camper ja nur den Wettervorhersagen für die nächsten 60 Minuten. Den voll ausgestatteten grünen Riesen bringt das aber natürlich nicht annähernd aus der Ruhe.
Als wir heute Morgen erwachten, befand sich das Regengebiet nach wie vor über uns und ganz Dänemark. Natürlich hinderte uns das nicht daran, unseren Körpern die notwendige Pflege zu gewähren. Übrigens in absolut hervorragenden Sanitäreinrichtungen.
Der Kapitän hatte noch eine kleine Videoschalte vor der Brust, so dass ich mich meinen üblichen Aufgaben als 1. Offizier widmen konnte bzw. durfte. Nach ausführlicher Recherche zu Strecken und Orten sowie unter Einbeziehung aller abrufbaren Wettervorhersagen und Auswertung der Klimadiagramme seit Aufzeichnung dieser Daten, arbeitete ich die Route zum heutigen Ziel aus. Spoiler: es ergab sich dann doch anders.
Im strömenden Regen befreiten wir unser rollendes Haus vom Strom und verstauten die Auffahrkeile. Der Kapitän selbst übernahm das Ruder. Es ging in Richtung Kopenhagen. Der Niederschlag wurde stärker bzw. heftig. Zwischenzeitlich waren wir uns nicht sicher, ob wir nicht schon inmitten der Ostsee unterwegs waren. Aber auch hier: die Special-Force-Fuhre bahnte sich ihren Weg. Unbeirrbar hielt sie die Spur und pflügte durch die Wassermassen, während rundherum die Fahrzeuge aufgrund des Aquaplanings kreuz und quer über die Autobahn rutschten. Die Fahrzeuge drehten sich um die eigene Achsen. Es krachte und schepperte vor, hinter und neben uns. Wir nahmen nur kurz Notiz davon und weiter ging die wilde Fahrt… Ok, vielleicht entsprach dies nicht ganz der Realität. Unfälle haben wir glücklicherweise keine gesehen :)
Uns überkam der Hunger, da wir nur Kaffee gefrühstückt hatten. Als Food-Koordinator bin ich ja für die Verpflegung während der Fahrt zuständig. So empfahl ich dem Steuermann einen kleinen Burger-Laden wenige Kilometer neben der Autobahn. Zielsicher steuerte er den Kampf-Koloss in das Wohngebiet vor „Mulles Madglæde“. Dieses Kleinod entpuppte sich als Volltreffer. Die Burger wurden von den beiden Damen hinter dem Tresen frisch und mit größtmöglicher Liebe zum Detail für uns zubereitet. Dazu schmeckten sie auch noch ganz hervorragend.
Wir standen zwischendurch mit Martin aus Kopenhagen in Kontakt. Leider ist er krank und wohl erst am Wochenende wieder fit. Das passt jedoch nicht so richtig gut zu unserer Planung. Daher entschieden wir uns kurzerhand dafür, Kopenhagen auf dem Rückweg anzusteuern und ich trieb den Benz - mittlerweile auf trockener Fahrbahn - an der Hauptstadt vorbei in den Norden. In Helsingør machten wir einen Tankstopp. Bei dieser Gelegenheit wechselten wir noch einmal die Plätze, so dass ich mich um ein mögliches Nachtquartier kümmern konnte. In Ermangelung geeigneter Plätze (so suggerierte es uns die lieb gewonnene App „Park4Night“) gab ich einfach mal Schweden als Ziel aus. Kadir ließ sich nicht lange bitten. Er folgte dem Navi zum Check-In am Fährterminal und löste umgehend das Ticket für die Überfahrt. Ok, das Ticket musste ich nach einem kurzen Fußweg aus dem Automaten fischen. Die Höhe eines Fahrzeugs hat vielleicht nicht nur Vorteile. Zielstrebig reihte er uns in Reihe 6 ein. Warum nur hatte der Automat „Reihe 10“ auf das Ticket gedruckt?
Dies spielte dann aber tatsächlich überhaupt keine Rolle und so stellten wir das Ungetüm im Bauch der Fähre ab. Kleine Info am Rande: der gesamte Prozess vom Ticketkauf bis zur Ankunft in Helsingborg hat 37 Minuten gedauert. Eventuell könnten die Jungs aus Wischhafen hier mal ein kleines Praktikum…
Ich hatte den „Persköps Ställplats“ für angemessen befunden. So ging es zielgerichtet eben dorthin. Nachdem wir die Hauptstraße verlassen hatten, fanden wir uns umgehend im Werbekatalog für Schweden wieder. Wenige Kilometer durch diese Hochglanzbroschüre und schon standen wir vor dem Platz. Der sehr freundliche Betreiber erklärte uns, dass keiner der 44 Plätze frei sei. Aaaaaaaber: einen letzten Spezialplatz hat er noch ;) Wir konnten unser Military-Car direkt neben der Ein- und Ausfahrt parken. Und nachdem ich meinen Aufgaben als Keil-Positionierer endlich zur Zufriedenheit des Kapitäns nachgekommen war, stand das Tarnfahrzeug fest und gerade.
Wir positionierten uns mit den obligatorischen Willkommensgetränken mit Blick auf die offene Spülküche vor unserem Haus und schauten den anderen Gästen bei ihrer Hausarbeit zu. Das Leben kann so schön sein.
Im weiteren Verlauf des Abends zauberte Kadir noch ganz wunderbare kalte Getränke. Diese machten uns jedoch nicht wacher, so dass wir dem Ruf der Betten nachkamen.
God natt
