Tag 3 - Baiona bis Vi Vigo
Endlich ist er da, mein erster camino-Tag. Ich stehe recht früh auf und versuche mich in dem beengtem Zimmer zurechtzufinden, das Bad ist noch enger. Es handelt sich vermutlich...

Veröffentlicht: 22.05.2025
Das Etappenziel heute, ist einmal in einer Herberge zu schlafen, auch damit ich mal ein wenig Gesellschaft habe. Das allerdings bedeutet, dass ich heute ca. 22 km laufen muss.
Heute klingelte der Wecker schon vor 7 Uhr, und zu meiner Überraschung war die Tür der Pension noch verschlossen, so dass ich gar nicht raus konnte.
Eine Freundin, schickte mir dann allerdings folgende Aussage von Konfuzius, die ich heute in Gedanken trage!
„What the superior man seeks is in himself. What the mean man seeks is in others."
Jetzt sitze ich gerade noch beim Frühstück und freue mich auf den neuen Tag und bin gespannt wie mein Körper darauf reagiert, mein rechter Fuß hatte doch zunächst einige Probleme.
Jetzt bin ich dann doch wirklich in der Pilger Wirklichkeit angekommen!
App Tipp: Mit Englisch kommt man hier in Galizien wirklich kaum weiter, ich nutze die Translator App von Microsoft, sie übersetzt nicht nur, sondern hat auch eine perfekte Sprachausgabe.
Ich laufe Kilometer für Kilometer weiterhin an der Küste zunächst an schönen Wegen.
Irgendwann geht es dann aber in die Richtung der Industriestadt Vigo. Da bin ich doch eine ganze Weile auf der Straße unterwegs, werde dann aber durchaus mit der Altstadt von Vigo belohnt. Dort gönne ich mir einen Kaffee und ein Thunfisch Croissant, auch eine neue Erfahrung.
Endlich begegnen mir dann aber tatsächlich die ersten Pilgerinnen des Tages, die spreche ich auf Englisch an. Das sind zwei liebenswerte Studentinnen aus Kalifornien, die aber jeweils in Barcelona und Mailand studieren. Marty und Riley. Riley spielt an der Uni Damenfußball, was natürlich gleich die Verbindung zu meiner Tochter zieht.
Wir laufen dann tatsächlich bis Redondela gemeinsam, und unterhalten uns viel, was mein Englisch wieder mal schärft.
Was mir vorher nicht bewusst war ist, wie hügelig der Weg ist. Hinter Vigo geht der Weg Höhenmeter für Höhenmeter nach oben. Dafür ist die Landschaft wirklich ein Genuss, fast schön ein Höhenwanderweg mit unglaublich schönen Blick auf die Meeresbucht von Vigo. Die Wege sind jetzt weitestgehend Waldwege, die durch schöne, grüne Wälder führen.
Die Anzahl der Pilger und auch Radfahrer, steigert sich jetzt permanent aber es ist immer noch angenehm und nicht überlaufen.
Bis Cedeira gibt es allerdings überhaupt keine Einkehrmöglichkeit, so dass wir dann das dortige Kaffee nutzen. Die jungen Damen wollten zuerst nicht, aber ich habe mich sehr gefreut, zwei Studentinnen zu einem kleinen Imbiss einladen zu dürfen. Immerhin haben Sie mir den Weg doch arg versüßt, und mir eine sehr nette Gesellschaft für diese Zeit geschenkt.
In Redondela angekommen, suche ich mir die besagte Herberge. Schließlich habe ich mir vorgenommen, mindestens einmal in solch einer unterzukommen.
16 Euro die Nacht, mit Gummimatratze, was will man mehr...
Alöerdings überfordern mich die Bezüge zunächst, so dass ich die Dame unter mir im Stockbett fragen muss. Die, wie sich rausstellt, Italienerin ist und kein Englisch spricht. Sich aber umso mehr freut, dass ich es ein wenig kann.
Die gemischten Räume haben mich auch überrascht, aber wir sind ja alle Erwachsen! Allerdings achtet man schon darauf, dass man nicht oben ohne rumrennt ;-)
Jetzt habe ich wiederum Me Time, aber natürlich gibt's hier oben kein Meer. Mal schauen wie ich den Tag verbringe.
Update 18:30:
Es ist immer wieder spannend, wie die Städte des Südens ab 17 Uhr zu Leben erwecken.
Ich gönne mir gerade einen Weißwein, zu dem man hier in Spanien immer eine Kleinigkeit gereicht bekommt.
