Tag 2 - Porto / Baiona
Mit Struwwelpeter Haaren erwache ich, und ärgere mich ein wenig darüber, dass ich den Termin beim Friseur doch kurzfristig gesagt habe.Immerhin habe ich ziemlich gut geschlafen,...

Veröffentlicht: 21.05.2025
Endlich ist er da, mein erster camino-Tag. Ich stehe recht früh auf und versuche mich in dem beengtem Zimmer zurechtzufinden, das Bad ist noch enger. Es handelt sich vermutlich um die kleinste Badewanne der Welt, die eigentlich nur als Duschwanne genutzt werden kann. Interessant wird es , als ich das Hotel eigene Shampoo und Badegel benutzen will. Dieses ist in einer dieser instant Packungen so gut verschlossen , dass ich es weder mit den Zähnen, noch mit der Würge- und Presstechnik aufmachen kann.
Nach einem kleinen Frühstück im hoteleigenem Kaffee, beginne ich mit meiner Tour. Ich habe die Jakobsmuschel bisher kein einziges Mal gesehen und muss schon zu Beginn meiner Reise Fragen in welche Richtung es geht. Na, zum Glück gibt's genug Pilger, die alle die Strecke lang laufen, und so komme ich bereits erstmals in Kontakt. Es hängen graue Schleier Wolken über den Himmel. Die wunderbare Meeresluft lässt sich riechen und atmen. Die Atmosphäre ist mild und irgendwie still. Die Pilger gehen einfach ihres Weges.
Es ist interessant, dass alleine die Entscheidung den Jakobsweg zu gehen, einen dazu bringt, sich auf seine Gedanken einzulassen.
Mein Rucksack und meine Schuhe sind allerdings noch nicht so ganz aufeinander abgestimmt daran muss ich noch arbeiten.
In Gaifar gönne ich mir gerade einen Cappuccino.
In den folgenden Stunden, laufe ich Kilometer und Kilometer an der Küste entlang. Gesäumt vom grünen Hügeln, umhüllt von Buchten, die den Geruch des Meeres mit sich bringen.
Unterwegs begegnet mir ein Camino Mobil, das allen Pilgern kostenlose Getränke und Früchte anbietet, das ist doch mal ein Ding! Zudem ein Pilgerstock , in dem man spenden und sich eine Muschelkette mitnehmen kann. Der Stempel für den Pilgerpass liegt auch schon bereit, das nenne ich mal Service.
Über alles liegt die Schönheit Galiziens , ich bin schon fast wie in einem Rausch.
Nur einmal verliere ich die Strecke aus dem Blick, da empfiehlt mir allerdings eine freundliche Französin die Gonze Maps App.
Diese ist wirklich hervorragend, sogar mit Navigation, speziell für alle Camino Strecken, sowie mit Angabe von Herbergen bzw Unterkünften. Später gönne ich mir zum Mittagszeit ein paar Tapas und ein Glas Wein, lade mein Handy bei der freundlichen Bedienung und genieße den Blick aufs Wasser.
Überhaupt, ist dass das Startzeichen für die weißen Strände. Einige der Bilder muten sogar karibische Verhältnisse an, oder?
Ich nutze die Chance an einem fast komplett leeren Strand und döse und der Sonne für knapp eine Stunde.
Eine Herberge finde ich in dieser Gegend leider kaum, daher steige ich in einem Vorort von Vigo in einer kleinen Pension (Verdemar) ab, direkt am Meer. Es ist ca 15:30 Uhr und für mich ist heute Feierabend.
Ich bin recht schnell ca 15 km gelaufen, und lege jetzt die Handbremse ein. Den Rest des Tages gilt dem Meer und Mir!
Mein erster Camino-Tag, war im Grunde ein perfekter. Wunderschöne Landschaften umhüllt vom windenden Meer. Buon Camino!
Update 18:53:
Sonne pur, langer Spaziergang am Meer, Abendessen am Meer, Sonnenbrand...
Anmerkung:
Bis auf wenige Kilometer auf Holzbohlen, waren das alles weitestgehend Asphaltstrecken. Ich würde hier dringend auf klassische Wanderschuhe verzichten, und eher auf Trail-Schuhe setzen, so wie ich das gemacht habe. So hat man dann eine vernünftige Dämpfung
