Mit Struwwelpeter Haaren erwache ich, und ärgere mich ein wenig darüber, dass ich den Termin beim Friseur doch kurzfristig gesagt habe.
Immerhin habe ich ziemlich gut geschlafen, möchte am Morgen noch einmal über diese wunderbare Brücke laufen.
Mein erster Stopp gilt allerdings dem Frühstück, gerade um die Ecke. Für 10,50 €, bekomme ich ein wirklich tolles Frühstück mit frischem Orangensaft und einem riesigen, ganz liebevoll gestalteten Cappuccino.
Danach lief ich noch mal bei Tageslicht über die Ponte Dom Luis, die Porto mit der Stadt Gaia verbindet. Für einen Moment empfinde ich wahres Glück, ertappe mich aber dabei, das ich es gerne teilen würde. Muss aber auch mal nur für mich gehen....
Schließlich geht es jetzt zum Barbier und Friseur. Innen angekommen, realisiere ich, dass es sich wohl eher um Inder handelt.
Jetzt wird es spannend, denn mein mit dem Translator übersetztes Portugiesisch, wie die Haare zu schneiden seien, übersetzte er nun wiederrum per Handy ins indische. Ich fragte mich so für mich selbst, ob das gut gehen könne. Ein wenig überrascht war ich dann, dass es die Kopfmassage zum Schluss gab. Und damit nicht genug, er massierte mir nun auch meine Arme, meinen Nacken und meine Hände, so dass es mehrfach deutlich krachte. Diese unerwartete aber durchaus willkommene Behandlung, belohnte ich natürlich mit einem ordentlichen Trinkgeld!
Auf ein nachher Bild muss ich an der Stelle erst einmal verzichten, an den Anblick muss ich mich selbst erst gewöhnen ;-)
Schließlich wurde es Zeit das Zimmer zu räumen, auch entschied ich mich zur Flixbus Station mit Rucksack zu laufen, um mich schon einmal an das Gewicht zu gewöhnen.
Doch auch dabei bleibt Porto stets ein Blickfang. Alles bleibt angenehm und unaufgeregt.
Meine erste Fahrt mit dem Flixbus war ganz ausgezeichnet. Noch eine Premiere auf meiner Reise!
In Vigo angekommen, bleibt mir das Glück erhalten. Eine knappe halbe Stunde später fährt ein Linienbus nach Baiona für gerade mal 2,30 €, ganze 25 km.
Der Anblick dieser kleinen Stadt haut mich erstmal vom Hocker. Vor dir breitet sich die Bucht aus und im Hintergrund sanfte Hügel, Grünes Galizien. Mein Hotel liegt direkt an dieser Bucht.
Nach einem schönen Spaziergang, die Promenade hoch und runter, gönne ich mir jetzt ein Glas Weißwein und schreibe diese Zeilen.
Nachher werde ich mir noch ein schönes Restaurant aussuchen und früh zu Bett gehen, denn morgen früh beginnt hier mein camino.