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Das Leben der Massai

Sonntag, 23.09.

Auf diesen Tag freute ich mich schon lange.

Einmal echte Massai sehen, sie in ihrem Dorf besuchen und das komplett andere Leben auf mich wirken lassen.

Leider konnte unser Guide der uns die zwei Tage davor begleitet hatte, uns kurzfristig nicht begleiten, sondern sein Chef. Wir harmonierten absolut nicht mit ihm und der Tag war in Hinsicht auf Spaß und Ablauf nicht so schön, wie erhofft. Doch Ines und ich machten das Beste daraus.

Wir wurden empfangen von 9 Frauen, die vor ihrem Dorf auf uns singend warteten. Wow, war das schön! Ich fühlte mich sehr geehrt.

Alle Frauen sind in einer Beziehung mit dem ‚Massai- Mann‘ des Dorfes. Polygamie ist hier völlig normal. Über hundert Kinder hat der Massai- Mann.

Die Frauen werden teilweise aber auch an Massai-Männer benachbarter Dörfer ‚verkauft‘ für eine Nacht. Als Gegenleistung gibt es dann noch lebende Tiere, Fleisch oder Materialien.

Krasse Vorstellung, aber die Frauen haben da kein Mitspracherecht.

Wir durften mit Ihnen tanzen, sahen die Hütten in denen sie leben und spielten ganz viel mit den Kindern, die sich so freuten uns zu sehen, unsere Haut zu berühren und Haare zu bewundern.

Auch, wenn es böse klingt, ekelten wir uns doch teilweise vor den Massai. Es war alles sehr dreckig, überall Fliegen an ihrem Körper und ich wollte mir gar nicht vorstellen, was sie alles für Krankheiten mitbrachten.

In ein Hospital zu gehen, wäre Verrat ihres Stammes. So versuchen sie alles mit Pflanzenkunde und mit Hilfe von erfahrenen Medizinmännern zu behandeln.

Diese Massai- Frauen entbinden auch zu Hause nur in Begleitung von ihren Müttern oder den anderen Frauen.

Das bedeutet auch, auf Grund des strengen Gesetzes in Tansania, dass diese Kinder nicht gemeldet werden können bei der Stadt und somit später schlechte Chancen haben, eine Schule, Uni oder Arbeit außerhalb ihres Stammes zu finden..

Danach besuchten wir eine Gruppe von Männern. Etwa 20Minuten zu Fuß abseits der Frauen. Sie führen aktuell ihre 3- monatige Fleischdiät durch, um stark zu werden.

3 Monate dürfen sie nur Fleisch essen und tierische Produkte trinken. Also Blut und Milch.

Über drei Bäumen hing überall Fleisch, tausend Insekten darauf. Puh, andere Kultur. Aber für uns Europäer einfach nur widerlich, entschuldigt.

Ich wusste, hier esse oder trinke ich nichts.

Ich kann mir nicht vorstellen, wie man noch so Leben kann. Und mir tut es schon ein bisschen Leid für die Kinder hier. Sie haben nicht die Möglichkeit sich ihre Lebensweise auszusuchen. Wir haben es in Deutschland so gut, dass wir so viele Möglichkeiten haben. Das wissen viele nicht zu schätzen.

Ich bin sehr dankbar, dass ich in eine wundervolle Familie geboren wurde, die mich stets bei allem unterstützt und mich trotzdem meinen Weg gehen lässt.

Ich denke oft an zu Hause und denk an meine liebe Familie, meine Freunde, Kollegen, Bekannte und betreute Frauen.

Fühlt euch alle lieb umarmt. Bald ist Halbzeit!

Ich komme wieder! Mit dem Massai- Leben möchte ich Meines nicht tauschen. 

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