Leider zum letzten Mal, aber wieder mit Besuch der Wasserbüffel, standen wir pünktlichst zu Sonnenaufgang wieder aus unserem Zeltbett auf.
Heute gings leider leider wieder zurück aus den Nationalsparks, aber nicht via Straße inkl. "African massage" sondern mit dem Flugzeug.
Während der ca. einstündigen Fahrt dorthin konnten wir noch einen sich wiedersetzenden kleinen Löwen beobachtet, den die Mutter fast schon verzweifelt versuchte von der Straße wegzuziehen. Er robbte aber immer wieder hinunter zur Straße - Kinder eben.
Am Flughafen angekommen verabschiedeten wir uns von Raphi, der uns wirklich wunderbare Tage geschenkt hatte und dann wurden das Gepäck und wir afrikanisch = spartanisch eingecheckt.
Der Checkin-Schalter im Freien, daneben eine Waage, welche an die aus der Fußgängerzone erinnert bei der 50 Cent eingeworfen werden müssen und der Metalldetektor der Security, der mehr verstaubt war, als die Schaukelpferde aus Omas Dachboden.
Während der einen Stunde Wartezeit hatte Tanja nur eine Aufgabe, Roli zu rufen, wenn unser Flug aufgerufen wird. Roli war nämlich mit dem Schreiben dieser wunderbaren Zeilen beschäftigt.
Als es dann soweit war marschierten wir gemeinsam mit den anderen Fluggästen über das Rollfeld, welches von jedem unserer Äcker ausgelacht werden würde - nach dem Pflügen versteht sich - und Roli bemerkte, dass irgendwas nicht stimmte.
Vermutlich säßen wir jetzt in Tschibuti o.ä., denn es war das falsche Flugzeug. So gingen wir beide alleine wieder zurück zum Flughafengebäude und warteten auf unseren richtigen Flug.
Unser Flug war dann wirklich toll, da wir über all die Nationalparks, die wir die 5 Tage zuvor besuchten, allesamt nochmal von oben beobachten konnten - Tiere sah man aber keine.
Am Inlandsflughafen in Arusha dann der nächste Glanzmoment von Tanja. Während Roli am WC war, wollte Tanja schon die Boardingpässe für den Weiterflug nach Sansibar checken, die die anderen Fluggäste, die eben dieses vor hatten, erhalten haben. Also entweder Tanja wollte vor Roli flüchten oder ihn loswerden.
Eines ist auf jeden Fall sicher, alleine lassen kann man diese Lady auf jeden Fall nicht.
Schlussendlich fanden wir dann unseren Fahrer, der uns zum "Banana Farm Eco Hostel" brachte.
Wirklich schade, dass wir dieses Schmückstück nicht länger bewohnen durften. Das Zimmer war nicht sonderlich aufregend, aber um 13€ für 2 Personen inkl. Frühstück echt annehmbar. Der wahre Schatz war die 17ha große Farm und alles drumherum, das wir am Nachmittag bei einer Führung kennenlernen durften.
Kühe, Ziegen und Hühner für Milch, Fleisch und Eier und vor allem für die hauseigene Biogasanlage. Ausscheidungen der Tiere werden in einem Behälter gesammelt und Bakterien vergasen diese, sodass das entstehende Gas unter anderem zum Kochen und Wasser aufheizen verwendet werden kann. Das Herzstück der Farm ist die Bananenplantage mit 16 verschieden Bananensorten zum Kochen, Essen und Frittieren.
Man hatte schon bei der Ankunft das Gefühl, dass sich hinter dem Tor eine eigene kleine Welt befindet, die Hakuna Matata und vorallem polle polle (=langsam/entspannt) lebt, wie kaum wo anders.
Vor dem Abendessen tauschten wir mit Sasha, einem deutschen Gast, und zwei Italienern unsere Safarierlebnisse aus. Zum Glück gab es viel zu quatschen, denn das Abendessen wurde nach dem Motto "polle polle" serviert. Zuerst wurde die Suppe bei unserem Tisch vergessen, dann die Nachspeise und ach ja, zu trinken bekamen wir gar nichts.
Es hört sich schlimmer an wies war, denn vielleicht sollten wir Europäer ein bisschen weniger der Perfektion hinterher lechzen und lernen, dass das Leben nicht immer bis in die letzte Sekunde strukturiert ablaufen muss.