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Kambodscha - Insel, Großstadt, Angkor Quatsch

Veröffentlicht: 15.11.2016

Unsere Reise nach Kambodscha begann mal wieder mit einer Busfahrt, auch diese Mal wieder mit einer der besonderen Art. Diese war nämlich inkl. Grenzüberquerung und da konnte man im Internet so ziehmlich jedes Szenario (von alles gar kein Problem bis zum Reisepassverlust) nachlesen. Wir waren trotzdem guter Dinge schließlich hatten wir ja auch keine andere Wahl. Wir fuhren ca. 2 Stunden, bis wir den Grenzposten Vietnams erreichten, alle den Bus verließen und dabei unserem Reiseleiter die Pässe aushändigen mussten. Er zeigte nur kommentarlos auf eine Halle und wir gingen rein. Drinnen war eine Toilette und der Grenzübergang, aber ohne Pass kamen wir da nicht wirklich weiter und unser Reiseleiter war nicht in Sicht, also gingen wir erst einmal auf die Toilette und hofften danach schlauer zu sein. Als wir raus kamen hatte sich an der Situation nicht viel geändert, denn unser Reiseleiter war immernoch nicht aufgetaucht, doch nachdem wir noch einmal die Halle kurz verlassen hatten, um draussen nach ihm zu suchen, fanden wir ihn drinnen mit unseren Pässen wedelnd in der Hand und unsere Namen rufend. Alles bestens dachten wir uns, nahmen unsere Pässe, in denen sich jetzt das ausgefüllte Ausreiformular für Vietnam befand (das hat der Typ also die ganze Zeit gemacht) und gingen (nachdem wir den ein oder anderen Fehler in Namen und Passnummer korrigiert hatten) zur Grenzkontrolle, reisten aus und stiegen wieder in unseren Bus ein. Wir fuhren ca. 5 Minuten weiter, bis der Bus erneut hielt und wir erneut zum Aussteigen aufgefordert wurden. Dieses Mal stand neben unserem Reiseführer, der wieder beim Verlassen des Buses alle Pässe einsammelte, ein Polizist und kontrollierte mehr oder weniger Anzahl der Pässe im Verhältnis zu aussteigenden Personen. Danach durchliefen wir (ohne Pass) das Grenzgebäude, stiegen wieder in unseren Bus ein und fuhren ca. 15 Minuten weiter. Diese 15 Minuten waren die Einzigen, in denen wir so ein bischen Zweifel hatten, ob wir unsere Pässe jemals wieder sehen würden, aber da wir ja schon im Land waren, konnte ja nicht mehr viel passieren :-).

Wir hielten an einer üblichen Pausenstelle an, man konnte Geld wechseln, Essen und Trinken kaufen wobei die meisten Passagiere eher ungeduldig und ungläubig die 45 Minuten Pause verbrachten, da jeder die Angelegenheit mit dem Pass nicht so genau verstanden hatte. Aber als nach ca. 30 Minuten unser Reiseleiter als Beifahrer auf einem Roller mit ca. 35 Pässen in einer durchsichtigen Plastiktüte in der Hand angefahren kam und anfing diese zu verteilen, waren alle beruhigt und ich kaufte mir erstmal ein Banh Mi als Frühstück.

Wir fuhren ca. 4h Stunden weiter bis Phnom Penh für 1h Aufenthalt in der wir einen kleinen Mittagssnack zu uns nahmen und Geld von der Bank abhoben. Ab diesem Zeitpunkt war uns klar, dass hier einige Dinge anders laufen als gedacht, wir hatten an der Grenze unser restlichen Vietnamische Dong in Kambodschanische Riel eingetauscht, aber der Geldautomat spuckte uns amerikanische Dollar aus. Es gibt zwar vom Dollar nur Scheine, keine Quarter o.ä, dafür wird dann der Riel benutzt. Heisst übersetzt, wenn was 2,50 kostet und ich mit 5 Dollar bezahle bekomme ich 2 Dollar und 2.000 Riel zurück. Chaos pur sag ich nur, weil man ja dauernd checken muss, was man zurück bekommt etc. Im Laufe der Reise hab ich einfach damit angefangen bei ungeraden Beträgen die Vorkommastelle in Dollar zu geben und danach alles was ich an Riel hab zu zücken und hin zu halten. Die nehmen sich hier schon den richtigen Betrag, ist einfacher, als es immer selbst zu zählen und auf gar keinen Fall zu viel. Von daher doch einfacher mit den 2 Währungen, als am Anfang gedacht.

Aber zurück nach Phom Penh, denn wir hatten nicht vor dort zu bleiben sondern mussten noch einmal 6h mit dem Bus weiter fahren in den Süden nach Sihanoukville. Dort blieben wir eine Nacht, zwar ganz nett, aber unsere Fähre nach Koh Rong Samloem ging am nächsten Morgen um 11 Uhr. 2h später waren wir dann auf der Insel angekommen, leider auf der falschen Seite, denn unsere Unterkunft (Sleeping Trees) ist nur durch einen 40 minütigen Fußmarsch quer durch den Dschungel zu erreichen. Also wir mit vollem Gepäck einmal quer über die Insel (und es war keine leichte Wanderung, sondern ging schon richtig gut ab) um komplett erschöpft endlich am Ziel unserer vor Tagen begonnen Reise zu sein. Und es bestand schon nach 5 Minuten kein Zweifel, dass sich all der Aufwand und die Reisestrapazen gelohnt haben. Einfach nur ein Stück Paradies, ca. 800 Meter Strand und kaum andere Menschen. Unser Tipi für die ersten 3 Nächte lag 10 Meter vom Meer entfernt und man hatte direkten Blick aufs Meer inkl. Sonnenuntergang vom Bett aus. Was will man mehr?

Insgesamt gab es 4 Ressorts auf dieser Seite der Insel, alle ganz nett gemacht, mit Bar und Restaurant und von daher hatten wir auch genug Abwechslung beim Frühstück und beim Abendessen. Wir hatten jedoch zwei sehr nette Abendessen im Sleeping Trees, als die Jungs die das leiten ihren Köchinnen frei gegeben hatten und von daher selbst am Herd standen und es kein Essen von der Karte gab, sondern an einem Abend Lasagen mit Salat und am anderen Barbecue. Das besondere hieran war, dass alle Gäste und Angestellte gemeinsam an einem großen Tisch zu Abend gegessen haben und man sich ein bischen wie bei einem Familienessen vorkam. Es wurde quer durcheinander geredet, getrunken, diskutiert, Reisetipps ausgetauscht und Blödsinn geredet. Ein sehr lustiges Erlebnis und schon ein bischen Heimat/Famileingefühl in der Fremde :-)

Nach 3 Nächten mussten wir jedoch in einen Bungalow ins Happa Garden Ressorts rüber wechseln, welches leider nicht ganz so toll war. Da zwischen Wand und Decke ca. 40cm Platz war, durften wir jeden Abend vor dem schlafen gehen noch auf Spinnenjagd gehen und wir reden hier nicht von kleinen Spinnen, sondern von richtigen Geräten, ca. Handgröße und verdammt schnell die Teile. Aber gehört halt auch zu so einem Inselleben dazu. Wir hatten zwar ein Moskitonetz über dem Bett, aber die Viehcher waren uns zu eklig um sie drin zu behalten.

So wie sich unsere Unterkunft etwas verschlechtert hatte, so wurde auch das Wetter leider etwas schlechter, die ersten 4 Tage hatten wir super Wetter und ab dem 5ten Tag war es dann leider meistens bewölkt, so dass wir tatsächlich noch einen Auflug über die Insel gemacht haben, um uns die Zeit zu vertrieben.

In der letzten Nacht wurden wir dann auch noch vom Regen überrascht, denn wie wir leider feststellen mussten, war unser Dach nicht ganz dicht und es tropfte leicht durch und direkt auf uns drauf. Aber halb so wild, da wir am nächsten Morgen eh früh raus mussten, da wir ja noch einmal durch den Dschungel wandern mussten und unsere Fähre zurück nach Sihanoukville erwischen mussten.

In Sihanoukville angekommen, haben wir dann erstmal ein nettes Hotel bezogen, sind noch ein bischen einkaufen an der Promenade gegangen und haben den Abend entspannt bei einem Glas chilenischen Rotwein und Pizza ausklingen lassen. Ein rundum gelungener Abschluss einer tollen Woche voller Entspannung und Erholung.

Tags drauf sind wir mit dem Bus zurück nach Phnom Penh gefahren und haben uns ein bischen die Stadt angeschaut. Wir hatten mal wieder Glück vom Timing, denn der Nationalfeiertag stand vor der Tür und die ganze Stadt wurde dekoriert etc. was definitiv eine Verbesserung zum Normalzustand war. Wir aßen etwas Streetfood in der Nähe eines großen Parks / Platzes und schauten den Einheimischen beim Fußball spielen und Tanzen zu.

Den Folgetag nutzten wir für Kultur und Geschichte und buchten uns einen TukTukfahrer für einen Tag, der uns sowohl zu den Killing Fields, als auch in das S-21 Gefängnis gefahren hat (und zum russischen Markt, aber das ist weniger Geschichte, als shopping und Essen). So ein Tag schlägt immer ein wenig aufs Gemüht, wenn man mitbekommt, dass vor ca. 40 Jahren knapp 2 Mio Menschen vom eigenen Volk umgebracht wurden (einfach mit Hake, Beil, Stock erschlagen, weil Kugeln zu teuer waren) und auf den Feldern in große Löcher geworfen wurden. Natürlich gehörten auch hier Folter und Vergewaltigung zur Tagesordnung und das wurde sowohl auf den Fields als auch im Gefängnis eindrucksvoll (und erschütternd) übermittelnd.

Am Abend war dann großes Feuerwerk zu Ehren des Königs und wir konnten das Ganze von unserer Hostelskybar in angenehmer Atmosphäre verfolgen. Unseren letzten Tag in Phnom Penh verbrachten wir erst auf dem Central Markt, dann im Kaiserpalast, welcher ebenfalls sehr beeindruckend ist aber aktuell auch das ein oder andere renoviert wird.

Und ich fand endlich einen seriösen Friseur, um mir mal wieder meine Matte etwas kürzen zu lassen. Khalid oder Kahmid oder so ähnlich, korrekter und mega lustiger Typ, der mir nicht nur die Haare (auf unkonventionelle Art und Weise) geschnitten hat, sondern auch noch gleich ne Massage drauf gepackt hat. Korrekte Sache.

Nachts ging es dann mit einem Sleeping Bus nach Siem Reap. Eigentlich dachten wir, wir hätten schon jede Art Bus gesehen, aber dieser Sleeping Bus war doch wieder eine spezielle Sache. Man hatte zu zweit (zum Glück reisen wir zu zweit, sonst teilt man sich das Teil mit einer fremden Person) eine ca. 1 Meter breite Matratze in einem Stockbett, davor ist ein Vorhang, den man zuziehen kann. Anschnallgurte o.ä gabs natürlich nicht, so dass Sicherheit mal wieder an erster Stelle stand und man quasi bei jeder festeren Bremsattacke wach wurde, da man etwas rum "geschleudert" wurde. Aber die Fahrt lief optimal und wir erreichten die Partyhauptstadt Kambodschas Siem Reap um 6 Uhr morgens.

Wir legten unser Gepäck im Hostel ab und erkundeten die Stadt, die wie ausgestorben wirkte. Da wir erst ab 14 Uhr auf unser Zimmer konnten und es in der Stadt jetzt nicht so viel zu sehen gab, legten wir uns erstmal an unseren Hostelpool. Unser Hostel mit Pool und Skybar erwies sich als echter Glücksgriff. Immer war was los, nette Leute, Zentral gelegen und dieser Pool .... Tagsüber gehen die Temperaturen in der Sonne locker an die 35 Grad und da in der Stadt jetzt nicht viel Wind geht, fängt man an diesen Pool von Tag zu Tag mehr zu lieben. Abends gingen wir noch über die berüchtigte Pubstreet und genehmigten uns das ein oder andere Bier...

Das Highlight in Siem Reap war/ist jedoch die Tempelanlage um Angkor Wat. Wir besorgten uns wieder einen TukTukfahrer für einen Tag, Mr. Long, der uns über die komplette Anlage (insgesamt 8 Tempel) führte. Wir hatten ja schon so einige Tempel gesehen und iwann hatte ich mal gesagt, dass sie solangsam für mich alle gleich aussehen oder same same, wie die Leute hier im Bezug zu fast allem zu sagen pflegen. Aber die Tempel waren doch sehr unterschiedlich (zum Teil verfallen, erhalten, restauriert etc.) und von daher ein sehr interessanter Ganztagesausflug. Der Tempel Angkor Wat, den wir zum Abschuss besichtig haben, war ein absolutes Highlight. Eine riesige Anlage, absolut beeindruckend von Allem (Größe, Bauweise, Verzierungen etc.) aber wir verstehen trotzdem nicht wie Leute um 4:30 Uhr mit em TukTuk hinfahren nur um ein Bild beim Sonnenaufgang davon zu machen...

Am Abend wollten wir dann noch beim Bierpongturnier im Hostel mitmachen, welches leider abgesagt wurde, allerdings konnte man dann einfach (wie den ganzen Tag immer) so zocken.

Unseren letzten Tag verbrachten wir noch einmal am Pool bevor wir uns dann mit dem Nachtbus um 1 Uhr auf den Weg Richtung Grenze und danach weiter nach Bangkok machten.

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