frischauf-und-hinfort

Gude. Wir sind Yasemin und Luca und Reisen mit einem Feuerwehrauto durch Europa. Schon krass. Mitte 2019 stürmten wir euphorische in die Reisebüros. Unser Traum: Weltreise 2020 für 1 Jahr. Anfang 2020 mussten die ursprünglichen Pläne mit großer Wehmut, aufgrund der Coronapandemie, nach und nach auf Eis gelegt werden. Da bis Ende Mai die Aussichten so schlecht waren, dass wir die Weltreise vollends canceln mussten. Es war vorerst ein frustrierender Gedanke, aufgrund der Pandemie, unseren Traum dem Schicksal zu überlassen. Da wir viel Investiert haben, um Ende 2020 den Freiraum und das benötigte Geld zusammen zu bekommen, war es für uns an der Zeit nach einer Alternative Ausschau zu halten. Nach vielen Überlegungen kam Luca auf die Idee, ein altes Feuerwehrauto zu kaufen, um diesen dann zu einem Campervan umzubauen. Neuer Plan: Europatour. Neben unseren Jobs waren wir über den Sommer mit sägen, bohren und schleifen beschäftigt um Beppo startklar für die nun geplante Europareise zu machen. Mit diesem Blog möchten wir unsere Familien und Freunde dazu einladen, uns auf unserer Reise durch Europa zu begleiten. In diesem Sinne Frischauf und hinfort!

EEY AB IN DEN SÜDEN

Die letzten Tage waren für uns sehr emotional, zu dem waren wir mehrer Stunden täglich on the Road, weshalb dieser Blogeintrag etwas verpätet erscheint.

Aktuell befinden wir uns in Grän einem kleinem Skiort nahe der Deutsch/österreichischen-Grenze.

Aber vorerst möchte ich auf unseren letzten Blogbeitrag zurückgreifen. Nach dem letzten Stand, wollten wir die Reise in Deutschland zu Ende führen und entsprechend des Herbst/Winterumschwungs zurück nach Hause fahren.

Da sich die Coronasituation seit unserem Start am 17.09 stetig verschlechtert hat, mussten wir neben Norwegen nun auch die Länder Belgien, Frankreich, Spanien und Portugal von unserem Reiseplan streichen. Somit wurde unser ursprünglicher Plan komplett über Bord geworfen. Wollten wir den Virus zu Beginn der Reise weitreichend umfahren, fliehen wir mittlerweile vor ihm. Mehr und mehr Regionen werden zu Risikogebieten erklärt und man weiß heute nicht wo man morgen noch hinfahren kann.

Alles planen scheint zur Zeit zwecklos und war die Dachbox von Beppo zu Beginn der Reise noch voll mit Optimismus, Vorfreude und Hoffnung auf eine besere Zeit, ist die Reisestimmung mittlerweile im Keller. 

Der Zwiespalt zwischen Vernunft und Eigensinigkeit wurde die letzten Tage immer größer. So ist der allgemeine Rat, zuhause zu bleiben und nicht zu reisen, für uns absolut nachvollziehbar. Trotzdem haben wir in den vergangenen eineinhalb Jahren so viel für dieses Reise investiert und immer wieder umgeplant, als dass wir die Zeit, die wir jetzt haben, nicht nutzen.

Uns selbst zu motivieren fiel uns kurzzeitig schwer, weshalb wir dankbar sind für die motivierenden und aufmunternden Worte unserer Familien und Freunde, mit denen wir die letzten Tage gesprochen und geschrieben haben.

Unter den Klängen von ACDC's Highway to Hell beschlossen wir letztendlich nach Italien zu fahren und dort unser Glück vom Süden zu finden.

Von Rügen gings 900km in den Süden. Über Lübeck Richtung Hamburg. In der Lüneburger Heide checkten wir das erstemal auf einem Campingplatz ein, da Yasemin ein wichtiges Vorstellungsgespräch mit ihrem zukünftigen Arbeitgeber hatte. In der Nähe von Holzminden waren wir kurz beim Norbert zu Besuch. Phil hatte Norbert auf einem Campingplatz flüchtig kennengelernt. Dieser hatte im erzählt, dass er Ersatzteile aus seinen alten LT's verkaufen würde. In weißer Voraussicht hat sich Phil die Nummer und Adresse geben lassen und an uns weitergeleitet. Da wir noch eine Lärmschutzabdeckung für den Motor und einen neuen Fensterheber brauchten. Kam uns Norbert wie gerufen. Für ein paar Euronen haben wir ihm die benötigten Teile abgekauft und noch mehrere Minuten über unsere Busse philosophiert. 

Nach Norbert gings dann weiter in den  Kurort Bad Zwesten am Edersee. Hier haben wir in der Pizerria Al Parco verdammt gute Pizza gegessen. Der darauffolgende Tag führte uns übers Wäsche waschen in Schweinfurt (saubäre Gegend) nach Rotenburg ob der Tauber. 

Im Unterallgäu (Legau) haben wir die letzte Nacht bei einem sehr freundlichen Bauern direkt hinterm Haus ünernachtet. Das Ehepaar hat sich zur wohlverdienten Rente ein Wohnmobil geleistet und ist nun seit zwei Jahren selbst immer wieder den alltäglichen Problemen des Campens, wie überteuerte und überfüllte Plätze, schlechte Sanitäreanlagen etc. ausgesetzt.  Um das Campen angenehmer zu machen, bieten die beiden seit diesem Sommer ein Stück Wiese hinter ihrem Bauernhof als Stellplatz (mit Feuerstelle) an. Naheliegend sind die selbstgebauten Sanitärenanlagen. Da Plätze zum Freistehen im Allgäu nicht vorhanden sind, sind solche privaten Plätze bei Bauern oder Winzern immer wieder ein gelungene und günstige Alternative zu herkömmlichen Campingplätzen.

Heute gings dann auf Empfehlung an den Plansee nach Österreich. Der See ist Österreichs zweit größter Bergsee und mittlerweile kein Geheimtipp mehr. An dem See führt eine Straße entlang und diese ist gespickt mit Schildern die das campen ausdrücklich verbieten. Aus Mangel an Alternativen zum Freistehen am Plansee, zog es uns dann nach Grän an einen Skiliftparkplatz mit Aussicht übers Tannheimer Tal. 

Die Schneefallgrenze lag in Österreich am letzten Wochenende bereits unter 1.000m. Die Gipfel und Berghänge sind mittlerweile schon weiß bedeckt. Die Außentemperatur fällt Nachts bereits unter 0°C. Da wir keine Standheizung im Bus haben, leisten Alternativen wie Gaskocher, Wärmflasche und Wärmedecke Abhilfe gegen die Kälte. 

Morgen gehts dann wieder nach Deutschland Richtung Friedrichshafen.




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