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Unser Reiseblog für Freunde, Familie oder auch einfach Interessierte an unseren Eindrücken. Thailand, Laos, Vietnam, Marokko und bald hoffentlich noch viel mehr ... - Franzi + Jonas
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Von Hanoi über Hué nach Hoi An

Die Aussicht von der Spitze des Hai Van PassesEingangstor von der SeiteFranzi auf dem Bunker auf der Spitze des Hai Van PassesThai-Hoa-PalastGoldene LöwenstatueThai-Hoa-Palast von hintenGoldene DrachenstatueFranzi vor einem Teich und einer Residenz in der ZitadelleAussicht auf einen Küstenstreifen vom Pass ausAussicht auf Da NangFranzi mit dem kaputten Roller am StraßenrandDas Ngo-Mon-Tor; links: Touristeneingang, rechts: Eingang für EinheimischeBauarbeiten am Königlichen Theater in der ZitadelleDer Standstreifen (GoPro Bild)Aussicht vom Hai Van Pass in Richtung Hué (GoPro Bild)Aussicht vom Hai Van Pass in Richtung Hoi An (GoPro Bild)Die Thuan Phuoc Brücke (GoPro Bild)

[von Franzi] Es stand also mal wieder eine Nachtfahrt für uns an. Diesmal nach Hué, wie Jonas im letzten Blog schon erwähnt hat. Wir warteten also wie abgesprochen um 5.45 PM in der Hotellobby, bereit um um 6 PM vom Bus abgeholt zu werden. Doch es kam und kam kein Bus.. Mal wieder. So Deutsch wie wir sind, fragten wir nach 20-30min warten dann mal nach, wo denn der Bus bleibe und nach einem kurzen Telefonat unseres äußerst netten Hotelpersonals wurde uns erklärt, dass durch die „rush hour“ viel Verkehr sei und des Bus deswegen nicht alle pünktlich einsammeln kann. Diese Erklärung nahmen wir so hin, denn schließlich haben wir in den letzten Tagen selbst miterlebt, wie krass der Verkehr ist. Nach weiteren 15-20min warten bekam unser Hotelpersonal einen Anruf vom Busunternehmen und meinte zu uns, dass sie ein Taxi bestellen und uns dann auf diese Weise zum Bus bringen. Alles kein Problem. An der vermeintlichen Bushaltestelle, einem kleinen Reisebüro oder ähnlichem, angekommen, hatten wir keine Ahnung wo wir uns melden sollten. Wir stellten uns also erstmal etwas planlos davor. Kurze Zeit später kam dann ein Mann zu uns, der von dem Reisebüro zu sein schien, und fragte uns wo wir denn hinfahren wollten. Wir antworteten mit „Hué“, woraufhin er nickte und sagte „wait for me“. Im nächsten Moment war er dann auch schon wieder verschwunden. Wir stellten uns zu ein paar anderen Travellern und warteten. Der Mann vom Reisebüro kam wieder und rief etwas hektisch „Hoi An“ in die Runde. Erst waren wir uns unsicher, ob wir damit auch gemeint waren, denn Hué ist zwar in die Richtung von Hoi An, aber dennoch noch ein ganzes Stück weiter nördlich. Wir entschlossen uns dazu, einfach mal mitzulaufen. Es ging also zwei Mal um die Ecke, doch auch da war kein Bus zu sehen. Vergewissert, dass wir auch richtig sind und der Bus auch in Hué hält, warteten wir mal wieder. Wir warteten und warteten, aber kein Bus kam.. Wir warteten mehr als 60min bis der Herr vom Reisebüro uns wieder um zwei weitere Ecken gebracht hat, wo endlich unser Bus ankam! Das Gepäck wurde unten verstaut, wir haben uns Plätze im Bus gesucht und mit mehr als zwei Stunden Verspätung ging es endlich los in Richtung Hué.

Ab da verlief die Fahrt sehr entspannt und ohne Problemen. Wir kamen morgens gegen 9.30 AM in Hué an und machten uns auf die Suche nach unserem Hostel. Dank Google Maps war das recht einfach und wir schnell an unserem Hostel. Doch einchecken konnten wir erst ab 12.30 PM. Gegenüber des Hostels war ein kleines, sehr nettes Café in das wir uns hineinsetzten und zwei Eiskaffee tranken, den letzten Blog hochluden und ein wenig im Reiseführer stöberten.

Eingecheckt ins Hotel und kurz frisch gemacht, zogen wir dann los zur Zitadelle der alten Kaiserstadt auf der anderen Seite des Parfümflusses. Es war unsere bisher teuerste Attraktion mit 150.000 Dong / Person (5,29€). Der Eingang wurde in zwei geteilt, durch den rechten Eingang durften nur Einheimische und durch den linken Eingang dann alle anderen. Warum das so war/ist, wissen wir nicht. Wir vermuten aber, dass die Einheimischen vergünstigt oder gar kostenlos hinein kommen. Den Eingang, den heutzutage alle benutzen dürfen (die bezahlt haben), hat zur Kaiserzeit nur der Kaiser benutzt. Alle anderen mussten Seiteneingänge benutzen, die heute aber nicht für Touristen geöffnet sind. 

Eingangstor von der SeiteEingangstor von der Seite

Das Ngo-Mon-Tor; links: Touristeneingang, rechts: Eingang für Einheimische
Das Ngo-Mon-Tor; links: Touristeneingang, rechts: Eingang für Einheimische

Ein paar Gebäude aus der Kaiserzeit waren noch recht gut erhalten, wie der „Thai-Hoa-Palast“ von dem der Kaiser aus in seinem goldenen Stuhl sitzend einen guten Ausblick auf die Tore und die dort hineinlaufenden Besucher hatte. Das Dach des Palastes wird von 80 Säulen mit Schnitzreliefs und lackierter Oberfläche getragen. 

Thai-Hoa-Palast
Thai-Hoa-Palast

Der Rest der Zitalle war für uns eher enttäuschend, wir haben uns von dem großen und so bedeutendem Gelände irgendwie mehr erhofft. Die meisten Gebäude waren schlichtweg uninteressant oder gar im Vietnamkrieg zerstört worden.

Bauarbeiten am Königlichen Theater in der Zitadelle
Aufbauarbeiten am Königlichen Theater in der Zitadelle

Viel mehr haben wir an dem Tag nicht gemacht. Nachdem wir in der Zitadelle waren, sind wir noch etwas Essen gegangen. Als wir dafür aus unserem Hostel rausgegangen sind, stellten wir schnell fest, dass keine Roller und Autos in der Straße fahren und dass an einer großen Kreuzung ein Bühne aufgebaut wurde. Auf der Bühne fand vermutlich eine Art Hip Hop Tanzwettbewerb statt. Die Kreuzung war gefüllt mit Menschen und die Musik war gefühlt auf vollster Lautstärke. Wir entscheiden uns dazu, ein wenig von der Musik wegzugehen und landeten in einem American-Vietnamese-Diner. Wir entscheiden uns für Burger und Bier, sowie etwas Knoblauchbrot (215.000 Dong = 7,46€). Zurück im Hotel fielen wir dann ins Bett.

In der Nacht ging es mit dann leider nicht so gut, weswegen wir uns dazu entschieden unsere Weiterfahrt nach Hoi An um einen Tag zu verschieben und in Hué länger zu bleiben damit ich mich noch ein wenig ausruhen konnte. Jonas klärte in der Früh also alles mit dem Hostel in Hué und auch dem Hotel in Hoi An schrieb er eine Mail mit der Bitte unseren Aufenthalt zu verschieben. Alles kein Problem und so konnten wir beruhigt noch ein bisschen schlafen. Viel ist an dem Tag aber auch nicht mehr passiert, morgens haben wir hauptsächlich geschlafen und uns mittags dazu entschieden mal einen Film zu schauen. Nachmittags sind wir auf einen „local market“ gegangen, der zwar recht groß war, aber dadurch hat sich vieles wiederholt. Wir empfanden den Geruch als sehr anstrengend und ekelhaft. Ich glaube es war getrockneter Fisch oderso, aber es hat einfach nur wie Abfall gestunken und so haben wir den Markt schnell wieder verlassen. Etwas enttäuscht sind wir eine sehr gute Pizza essen gegangen.


[von Jonas] Für den nächsten Tag hatten wir uns dann vorgenommen, die ca. 150km bis nach Hoi An mit dem Roller zurückzulegen. Dazu buchten wir über unser Hostel einen Service, der es uns erlaubte einen Roller one-way zu leihen. Außerdem transportierte der Anbieter auch unser großes Gepäck für uns nach Hoi An in unser Hotel, sodass wir es nicht mitnehmen mussten. So konnten wir nach den Vertragsformalien (die es hier im Gegensatz zu Laos übrigens gibt) und der Inspektion unseres Rollers bedenkenlos aufsteigen und los düsen.
Zunächst war der vietnamesische Verkehr in der Stadt sehr anstrengend, aber sobald wir immer weiter aus Hue raus fuhren nahm auch der Verkehr ab und wir legten eine weite Stecke auf dem Highway AH1 zurück.
Das besondere an der Strecke von Hue nach Hoi An ist, dass genau zwischen den Städten die Ausläufer des Truong Son-Gebirges auf das Südchinesische Meer treffen. Somit fährt man mit dem Rad über den „Hai Van“-Pass, der angeblich zu einer der schönsten Motorradstrecken in ganz Südostasien gehören soll. Er wurde sogar schon in einer Spezialfolge des populären Motorsportmagazins „TopGear“ behandelt. 

Und schon die ersten Eindrücke zu Beginn des Passes waren bombastisch: Man hatte einen Blick auf einen scheinbar unendlich langen Sandstrand, der sich schnurgrade in Richtung Norden ausbreitete. 

Der Standstreifen (GoPro Bild)
Der Standstreifen (GoPro Bild)

Als wir weiter fuhren merkten wir schnell, dass auf dem Pass sozusagen kaum Verkehr herrscht, was wahrscheinlich daran liegt, dass im Jahr 2005 ein Tunnel durch eben jenes Gebirge eröffnet wurde. Somit trifft man hauptsächlich auf andere Roller- oder Motorradfahrer, die die Aussicht dieser Bergstraße am Meer genießen wollen und den Tunnel außerdem auch nicht passieren dürfen. Nur ab und zu kommt einem dann der ein oder andere großer LKW entgegen. Diese sind mit den unterschiedlichsten Dingen beladen, aber erschreckend oft sieht man auch Tiertransporte, die vom Tierschutz so weit wie es nur geht entfernt sind. Bei solchen Anblicken hinterfragt man natürlich die Auswirkungen des eigenen Fleischkonsums! Aber das war auf dem Pass nur Nebensache, denn schon im nächsten Augenblick wurde man von der nächsten wunderschönen Aussicht überrascht.

Aussicht vom Hai Van Pass in Richtung Hué (GoPro Bild)
Aussicht vom Hai Van Pass in Richtung Hué (GoPro Bild)


Doch unsere Rollertour sollte nicht ohne Zwischenfälle bleiben. Als es dann irgendwann besonders steil bergauf ging fing unser Roller an seltsame Geräusche zu machen und an Zug zu verlieren. Dann dauerte es auch nicht mehr lange bis die gelbe Motorkontrollleuchte aufleuchtete. Also entschieden wir uns dazu direkt an der Seite zu halten und das Unternehmen zu kontaktieren, dass uns den Roller geliehen hatte. Im Vertrag war ganz klar geregelt, dass sie für sämtliche mechanische Zwischenfälle verantwortlich sind. 

Franzi mit dem kaputten Roller am Straßenrand
Franzi mit dem kaputten Roller am Straßenrand

Leider dauerte es etwas, bis wir den Mitarbeitern des Verleihs klar machen konnten, dass wir Hilfe in Form eines neuen Rollers benötigten. Nach gut einer Stunde konnten wir ihnen dann unseren Standpunkt übermitteln und bekamen die Antwort, dass in weiteren 1-2 Stunden jemand da sein sollte, der unseren Roller kontrolliert und zur Not einen Neuen dabei hat. Also hieß es erneut warten, warten und weiter warten. Anfangs konnte man sich noch gut die Zeit vertreiben, nicht zuletzt mit der atemberaubenden Aussicht. Doch nach einer gewissen Zeit wird auch diese langweilig geworden und wir saßen nur noch genervt am Straßenrand. Nach etwas mehr als 2 Stunden kamen dann endlich 2 Mitarbeiter des Verleihs die den Roller durchcheckten. Mittlerweile ließ er sich nicht mal mehr starten. Einer der beiden war anscheinend Mechaniker und baute direkt an der Straße ein paar Teile des Rollers auseinander, bis er an die Zündkerze kam. Ich vermute, dass diese nicht mehr funktionstüchtig war, denn als er sie sah sagte er zu uns, dass wir eines der Motorräder nehmen sollten, mit denen sie gekommen waren. Im Vergleich zu unserem bisherigen Roller, der 135cc hatte, war der „neue“ Roller deutlich größer. Auf unsere Nachfrage erklärte er uns, dass dieses Modell 155cc habe (also mehr als dreimal so viel wie ich eigentlich fahren darf!). Wir packten dann das Gepäck um und die beiden füllten den Sprit mit Hilfe einer Flasche von einem Rad ins andere. Dann konnte ich einmal Probe fahren und merkte auch hier schon direkt, dass dieser Roller deutlich mehr Power hat. Als Franzi dann aufstieg merkten wir auch, dass er viel komfortabler war, da er über einen eigenen erhöhten Sitz für eine zweite Person verfügte.
Es konnte also weiter gehen! Weit bis zur Spitze des Berges war es nicht mehr, welche aufgrund der unzähligen Touristen nicht zu übersehen war. Hier diente ein altes Bunkerdach als Aussichtspunkt. Man hatte sowohl einen Blick auf den eben schon erwähnten Strand und das Land dahinter, als auch auf die andere Seite der Berge. Hier tat sich eine riesige Bucht auf, an welcher sich traumhafte Strände mit Waldstücken abwechselten bis in der Entfernung eine Hochhausansammlung zu sehen war: Da Nang.

Die Aussicht von der Spitze des Hai Van Passes
Die Aussicht von der Spitze des Hai Van Passes

Aussicht auf Da Nang
Aussicht auf Da Nang (leider durchzogen von Stromleitungen)

Franzi auf dem Bunker auf der Spitze des Hai Van Passes
Franzi auf dem Bunker auf der Spitze des Hai Van Passes

Nachdem wir ein paar Fotos gemacht hatten entschieden wir und dazu weiter zu fahren. Bergab kamen wir dann der großen Stadt und der Bucht immer näher. Es hat unheimlich viel Spaß gemacht, diese Strecke zu fahren. Es klingt zwar nach Klischee, aber es war wirklich ein Gefühl der grenzenlosen Freiheit!

Aussicht vom Hai Van Pass in Richtung Hoi An (GoPro Bild)
Aussicht vom Hai Van Pass in Richtung Hoi An (GoPro Bild)

Unten angekommen wurde es wieder städtischer, wodurch auch der Verkehr wieder zunahm. Es war zwar anstrengend, machte aber auch irgendwo Spaß inmitten einer riesigen Rolleransammlung an der Ampel zu stehen. Dann fuhren wir über eine Brücke in Da Nang, die extreme Ausmaße hatte. Hier wiederholte sich das Gefühl der Freiheit.

Die Thuan Phuoc Brücke (GoPro Bild)
Die Thuan Phuoc Brücke (GoPro Bild)

Der Rest der Strecke war nicht besonders interessant und zog sich mit der Zeit echt in die Länge. Auch wenn es Anfangs noch an einem weiteren endlos erscheinendem Strand entlang verlief, reihte sich irgendwann nur noch Ferienresort an Luxushotel und man konnte den Stand nicht mehr sehen. Wir fuhren noch an den „Marble Mountains“ vorbei, wollten aber einfach nur noch im Hotel ankommen und entschieden uns deswegen dagegen, diese genauer zu besichtigen. 

Einige Kilometer später war es dann auch so weit und wir waren an unserem Hotel in Hoi An angekommen. Wir checkten ein und gaben dem Rollerverleih Bescheid, dass wir angekommen sind. Kurze Zeit später kamen sie mit unserem Gepäck und holten den Roller ab.

Insgesamt war die Weiterreise mit dem Roller eine super Erfahrung und auch der Hai Van Pass eine Strecke, die ich jedem empfehlen würde. Jedoch ist die Entfernung der beiden Städte nicht zu unterschätzen und vor allem für uns unerfahrene Rollerfahrer war es schon anstrengend, aber trotzdem lohnenswert.Nun sind wir also in Hoi An, einer kleinen Touristenstädtchen in Zentralvietnam. Im nächsten Blog erfahrt ihr dann mehr über diesen wundervollen Ort.

Bis dahin :)

Franzi und Jonas

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