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Einmal um die Welt - Reiseblog

Resorturlaub in Varadero und zurück in Havanna

Wie im letzten Blog bereits angedeutet, hatte ich zwei Nächte in einem Resort in Varadero mit All Inclusive Verpflegung gebucht. Das Resort an sich war gar nicht mal so schlecht. Es lag direkt hinter einem sehr schönen weißen Sandstrand mit glasklarem Karibikwasser. Natürlich war das Resort auch an vielen Ecken ziemlich in die Jahre gekommen aber man gab sich zumindestens Mühe.

Nachdem ich früh mit dem Bus von Santa Clara nach Varadero gefahren war und Nachmittags eingecheckt hatte, erkundigte ich etwas das sehr weitläufige Hotel. Es dauerte jedoch nicht lange und da schnappte ich mir meine Badehose, sprang in den angenehmen kühlen Pool und trank eins, zwei, vielleicht auch drei eiskalte Pina Colada direkt an der Poolbar, lecker! Etwas beschwipst machte ich mich zurück aufs Zimmer und wartete auf das Abendbrot. Leider trübte dies jedoch dann sehr die Stimmung. Denn das Abendbrot war keines! Es war eher eine Art Körperverletzung. Selbst die einfachsten Dinge wie Nudeln und Pommes sahen nicht nur scheußlich aus, sondern schmeckten auch so. Ganz abgesehen vom üblen Geruch im Speisesaal. Nach einer mini Portion verabschiedete ich mich wieder aus dem Speisesaal. Ich weiß wirklich nicht was schlimmer war, der Geruch, die Optik oder der Geschmack. Grundsätzlich waren sehr viele Zutaten vorhanden, bloß leider wurden die total missbraucht. Ein absoluter Jammer so mit Lebensmitteln umzugehen.

Am Abend zog dann auch eine Moskitoherde über das Hotel. An draußen sitzen war dann nicht mehr zu denken. Das Hotel ist aber sehr offen gestaltet und so beobachtete ich kurze Zeit die Menschen in der Lobby, die mehr damit zu tun hatte sich gegen die Mücken zu wehren als Cocktails zu trinken.

Das Frühstück am nächsten Morgen sollte nicht wirklich besser werden. Nachdem Frühstück ging ich etwas an den Strand und lief entlang des Wasser. Danach ging ich zurück zum Resort und badete etwas im Pool. Da ich nun ziemlich Hunger bekommen hatte, wollte ich dem Büffet zum Mittag nochmal eine Chance geben. Nach ein paar Pommes, Reis mit Fisch und Bohnen war es dann jedoch aus. Ich bekam solche heftigen Magenkrämpfe, dass danach gar nichts mehr ging. Den Nachmittag verbrachte ich dann abwechselnd im Bett und im Bad. Das war es dann auch schon mit dem Resorterlebnis, denn am nächsten Morgen brachte mich ein Bus zurück nach Havanna. Aber ich habe auch unabhängig vom Essen gemerkt, dass ich einfach nicht der Typ für solche Urlaube bin. Vielleicht mal 1-3 Tage, aber spätestens dann würde ich weiter wollen. 

Gestern gegen Mittag kam ich dann wieder in Havanna an und mein AirBnB Gastgeber, bei dem ich wieder untergekommen bin, holte mich mit seinem Auto ab und brachte mich zu der Wohnung. Den Nachmittag zog ich etwas mit Kizito durch die Häuser und später guckten wir zusammen Champions League. Es fühlte sich sehr gut an wieder zurück in Havanna zu sein. Irgendwie habe ich diese Stadt doch vermisst.

Den heutigen Tag habe ich dann nochmal ausführlich dazu genutzt, durch Havanna zu schlendern und ein paar Mitbringsel zu besorgen. Den Morgen verbrachte ich erneut am Plaza de la Revolucion. Bei meinem ersten Aufenthalt in Havanna war ich hier nur im Dunkeln. Heute am Morgen hatte ich sogar die Möglichkeit im José-Martí-Denkmal mit dem Fahrstuhl nach oben zu fahren und den tollen Ausblick über die Stadt zu genießen. Da ich glücklicherweise genau mit dem Öffnen des Denkmals eintraf, war ich sogar ganz alleine oben. Leider konnte man nur Bilder durch doch recht verschmutzte Glasscheiben aufnehmen. Am Mittag besorgte ich einige Souvenirs und lief mit Kizito nochmal an dem Boot Granma vorbei. Jenes Boot brachte damals Fidel Castro, Raul Castro und Che zurück nach Kuba - wo sie weniger später die Revolution erkämpften. Auch ein Panzer, der von Fidel Castro gegen die Invasion der Amerikaner selbst gesteuert wurde, stand nicht weit entfernt.

Heute Abend möchte ich nochmal in Havanna essen gehen, da sich endlich die Bauchkrämpfe wieder gebessert haben. Bei meinem ersten Aufenthalt in Havanna, hatte ich ein sehr gutes Grillrestaurant entdeckte. Dort will ich heute wieder hin und ich freu mich drauf!

Mein Fazit zu Kuba lautet: Kann man mal gesehen haben, muss man aber nicht. Die vielen Um- und Missstände machen, dass Reisen hier teilweise nicht wirklich angenehm. Auch die krassen Unterscheidungen zwischen Touristen und Einheimischen, sowohl bei den Preisen, als auch bei den Einkaufsmöglichkeiten nerven einen recht schnell. Ganz abgesehen von den nicht vorhandenen öffentlichen Verkehrsmitteln für Touristen. Das Schlimmste sind jedoch die langen Schlangen überall. Mal schnell etwas einkaufen, snacken, einen Kaffee trinken ist so gut wie nicht möglich, da dies immer in ewiger Warterei ausufert. Dazu kommt noch die recht langsame und gemütliche Art der Kubaner. Mancher Kubaner bezeichnet sich sogar recht stolz als faul. 

Am Besten haben mir Havanna und Viñales gefallen. In Havanna herrscht eine Unmenge an Charme und die vielen historischen Gebäude und Oldtimer, lassen ein in eine andere Zeit zurückversetzen. In Viñales haben mich einfach die Landschaft, die Farben und das sehr gute Essen total überzeugt. Auch die anderen Städte waren nett anzuschauen, jedoch reichen dort auch überall ein voller Tag um bereits alles gesehen zu haben. Der Strand in Varadero war auch sehr schön, lässt sich so aber sicherlich in jedem beliebigen Karibikstaat finden. Von einem Resorturlaub dort kann ich jedoch nur abraten, da es bis auf Havanna Club keine wirkliche Highlights gibt. Ich denke in Mexiko, der Dom. Rep. und Co. bekommt man mehr geboten für sein Geld. Mir hat Kuba gefallen und ich bereue es nicht hier gewesen zu sein. Ob ich jedoch so schnell wieder komme, dass bezweifle ich.

Morgen fliege ich dann nach Bogota und treffe dort meine Freundin wieder. Endlich! Ich fiebere dem Wiedersehen schon wieder seit dem ersten Tag des Abschieds entgegen. In Kolumbien wartet dann ein Weiteres, aber leider auch das letzte Abenteuer während meines Sabbaticals auf mich bzw. auf uns :)

Ihr lest und hört dann aus Kolumbien wieder von uns!

Bis dahin!

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