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Einmal um die Welt - Reiseblog

Im Kaffeedreieck von Kolumbien - Salento

Zwischen St. Agustin und Salento legten wir einen eintägigen Stop in Cali ein, der aber nicht wirklich der Rede wert war. Das lag zum einem an der Stadt Cali und zum anderen auch an den Menschen. So blieb auch die Kamera lieber im Hotelzimmer bei unserem kurzen Abstecher in die Innenstadt von Cali. Wirklich wohl haben wir uns nicht gefühlt und so waren wir froh, als es vorgestern weiter nach Salento ging. Irgendwie fehlt Cali ein bisschen der Charme und die Pflege.

Wir ließen uns früh per Taxi zum Busbahnhof bringen und nach einer recht angenehmen, dreistündigen Busfahrt erreichten wir die kleine Stadt Armenia.

Am Busbahnhof Armenias suchten wir nach den Minibussen, die regelmäßig weiter hinauf bis nach Salento fahren und wurden auch nach kurzer Zeit fündig. Den Bus voll geknallt bis auf den letzten Platz verließen wir nach kurzer Wartezeit Armenia und erreichten nach ca. einer Stunde den Busbahnhof in Salento. Schon auf der Fahrt wurde es immer düsterer am Himmel und kurz vor Erreichen der Endstation goss es wie aus Eimern. Hagel, Starkregen, sintflutartige Bäche, die die steilen Straßen der Stadt in den Bergen hinunter schossen. Unser Busfahrer war leider sehr unsensibel und setzte uns alle kurzerhand direkt vor die Tür (während er bis zum Ende des Regens im Bus sitzen blieb…).

Nach einer halben Stunde im Regen, halb durch ein Vordach geschützt, halb im Wasser machten wir uns dann zu Fuß auf den Weg ins Hotel. Nass bis zur Unterhose kamen wir hier an und wurden freundlich aber mit einem Stromausfall begrüßt - keine heiße Dusche für uns… Am Ende des Tages stellte sich jedoch wieder Normalität ein und wir spazierten in die nicht weit entfernte Innenstadt von Salento auf der Suche nach Abendessen. Sehr rustikal aber dennoch äußerst lecker genossen wir ein kolumbianisches Dinner und fielen später müde ins Bett.

Kaffee, Kaffee, Kaffee…

Am ersten vollen Tag ging es zur Momota Kaffeefarm in Salento, nachdem wir den Morgen in unserem wunderschönen Hotel verbracht hatten. Da wir keine Gummistiefel dabei haben, hofften wir einfach das Beste und irgendwie sind wir auch heil durch den tiefen Matsch und Schlamm bei der Besitzerin Carla angekommen. Drei Stunden lang erfuhren wir von ihr vieles über den ökologischen Kaffeeanbau, die Natur auf ihrer Farm und wie sie alles in einer natürlichen Balance miteinander wachsen und gedeihen lässt. Die Kaffeepflanzen beeindruckten uns am meisten. Aber auch Bananen, Orangen, Zitronen, Papayas, Maracujas, Avocados und vieles mehr haben wir auf der Farm gefunden. Den Momota-Vogel, der der Farm ihren Namen verleiht, haben wir leider nicht zu Gesicht bekommen - dafür aber eine große, haarige Tarantel, die zum Glück nur kurz aus ihrem Loch schaute und wieder verschwand.

Ein Gewitter zwang uns schließlich ins Haus und wir testeten verschiedene Röststufen des Kaffees und unterschiedliche Zubereitungsverfahren. Wir lernten auch noch etwas über die Verarbeitung der Bohnen in der Mühle und der Rösterei und gingen begeistert voller neuer Eindrücke wieder zurück ins Städtchen.

Cocora Valley - Das Tal der Wachspalmen

Für das Cocora Valley sind wir eigentlich nach Salento gereist und so ließen wir uns auch nicht von den vorangegangen Gewittern vergraulen und hofften einfach, dass der erneute nächtliche Wolkenbruch die Wanderwege verschonte.

Am Plaza, dem zentralen Platz, in Salento starten jeden morgen alte klapprige Jeeps, sogenannte Willys, vollgeladen mit Touristen die halbstündige Fahrt durch die Berge und Felder zum Startpunkt der Wanderungen. Für ca. 1 Euro hin und 1 Euro zurück kriegt man einen (halben) Sitzplatz im vollbesetzten Jeep, wer nicht mal mehr einen Platz erhaschen kann, muss auf dem Trittbett stehend mitfahren und hoffen, dass die Kräfte zum Festklammern hinten bei der wilden Fahrt reichen. So schafft ein einziger alter Jeep 14 Touristen mit einer Tour…

Die Wachspalme ist der Nationalbaum Kolumbiens und mit einer Höhe von maximal 60 Metern die höchste Palmenart der Welt. Sie wurde 1801 durch den Berliner Alexander von Humboldt entdeckt. Sie können mehrere hundert Jahre alt werden. Wir hatten großes Glück, dass wir trotz fehlender Gummistiefel immer einen passierbaren Weg zum Wandern fanden. Und auch das Wetter, das am Morgen noch so trüb und dunkel wirkte, spielte auf unserer Seite. Nach mehreren schweißtreibenden Anstiegen und steilen Abhängen wurden wir an vielen Stellen mit einer wahnsinnig schönen Aussicht belohnt. Die Bilder sprechen sicher für sich. Und da wir uns im sogenannten Cloud-Forest, also Wolken-Wald, befinden herrscht ringsum eine mystische neblige Stimmung. Einfach toll…

Auf unserer Runde trafen wir außerdem auf ein paar kleine Kolibris. Das hatten wir uns gewünscht und waren natürlich umso glücklicher, die blitzschnellen Zeitgenossen dann tatsächlich zu erblicken.

Auf dem Heimweg hatten wir Glück, gerade einen nicht vollbesetzten Jeep zu sehen. Kurz „dos personas?“ gerufen und einen Sprint eingelegt, saßen wir zu zweit auf der Ladefläche und genossen den Fahrtwind bis zurück nach Salento.

Da unsere Füße noch nicht bluteten, beschlossen wir, noch die Aussichtspunkte in Salento zu besuchen. Hierzu muss man erst einen steilen Berg und dann unzählige Stufen hinauf - wird aber am Ende mit einer tollen Aussicht belohnt.

Endlich wieder im Hotel angekommen, hackte uns der Hausmeister kurzerhand eine Kokosnuss vom Baum und servierte uns das Fruchtfleisch - frischer und freundlicher geht es wohl nicht. Dabei beobachteten wir noch den zum Haus gehörenden Papagei, names Tada.

Fazit Salento

Unser Hotel, die MitarbeiterInnen, Carla von der Kaffeefarm, die kleine Stadt Salento, die Restaurants und kleinen Läden und vor allem die Landschaft - alles in Salento gefällt uns sehr gut. Man ist hier schon auch massiv auf Tourismus ausgerichtet, das merkt man ganz deutlich und für uns ist es das erste Mal in Kolumbien so etwas zu erleben. Viele Hostels locken viele Backpacker aus aller Welt an, das Wetter ist angenehm und die allgemeine Stimmung entspannt. Wir fühlen uns ein bisschen an die Zeit im Norden Thailands erinnert.

Heute morgen ging es dann mit einem kleinen Flugzeug vom nächstgelegenen Flughafen in Pereira nach Medellin. Hier werden wir die nächsten Tage verbringen und die Stadt ausführlich begutachten.

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