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Fiesta

Veröffentlicht: 17.11.2024

Bevor die Apokalypse über die Welt hereinbrach und die USA einen verurteilten Sexualstraftäter und Faschisten zum Präsidenten wählten, flohen wir wohlweislich über die Grenze nach Lateinamerika  – allerdings nicht klassisch wie in Hollywood-Filmen nach Mexiko, sondern nach Costa Rica.

Mit Costa Rica kehrten wir in vertraute Gefilde zurück, da wir hier schon einmal waren. Nach 4 Monaten des steten Hin- und Herreisens, hatten wir beschlossen, an einem Ort einmal 4 Wochen am Stück zu bleiben und es kam uns fast vor, als kämen wir nach Hause, als wir am Flughafen von San José die Koffer vom Band nahmen. Denn bevor wir zu unserem touristischen Wohlfühlort kamen, war erst einmal die Hauptstadt San José an der Reihe.

Selbst Einwohner*innen Costa Ricas sagen, dass San José keine schöne Stadt sei, und dass man sich nach Einbruch der Dunkelheit nicht mehr draußen aufhalten solle. Das deckte sich durchaus mit unseren ersten Eindrücken, und aufgrund der oft geradezu in gefährlich schlechtem Zustand seienden Bürgersteige frotzelten wir schon, die Überschrift könne „Gefährliches Pflaster“ werden – aber damit hätten wir San José unrecht getan. Abgesehen davon, dass uns niemand überfiel und uns alle Welt freundlich behandelte, hat San José durchaus seine hübscheren Eckchen. Es gibt nett angelegte Parks und man bemüht sich, ein eigene China Town als touristische Ecke zu etablieren. Auch das lebendige Treiben in den Straßen hat durchaus einen gewissen Charme. Geht man nicht in eines der touristischen Lokale, in denen man europäische Preise zahlt, kann man hier auch günstig etwas zu essen bekommen, wie z.B. in einem der vielen kolumbianischen Cafés, die hier der Renner sind. Allerdings hilft es, wenn man Zucker, Weizenmehl, Öl und Hähnchen mag.

Was uns aber vor allen Dingen für San José einnahm, war der dia de los muertos, in dessen Feierlichkeiten wir noch hineingerieten, nachdem wir gerade in L.A. noch Halloween gefeiert hatten.

Geht es bei Halloween eher darum, böse Geister zu vertreiben, schminkt man sich beim dia de los muertos als Toter, um es den Toten leichter zu machen, sich willkommen zu fühlen und vorbeizuschauen, denn am dia de los muertos (obwohl es „dia“ heißt, gehen die Feierlichkeiten über mehrere Tage) werden die Gräber geputzt und die Toten besucht und mit errichteten Altären geehrt. Es handelt sich also eher um einen inklusiven Ansatz, was die Toten angeht.

Zwar nimmt auch in Costa Rica das ganze zunehmend die Züge von Halloween an, aber gerade die Frauen lassen es sich oft nicht nehmen, sich kunstvoll traditionell als Leichen in Szene zu setzen, während die Männer sich teilweise wie zu groß geratene Jungen als Lucha Libre-Wrestler verkleiden. Hier gibt es nun weniger Bilder von San José als vom dia de los muertos. Viel Spaß mit den Kostümen…

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Antworten (2)

Edmundvor mehr als 1 Jahr
Die Frau auf dem zweiten Foto trägt ein Monarchfalterkostüm. Monarchfalter habe ich in den letzten Jahren in mehreren Dokus gesehen. Sie sind dafür bekannt, über Generationen zwischen Mittel- und Nordamerika hin und her zu wandern und dabei in riesigen Schwärmne aufzutreten.

vor mehr als 1 Jahr
Vielen Dank für die Info! =)

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