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Auf dem Weg in die Sahara

Veröffentlicht: 23.10.2025

Fahrt
Midelt → … → Merzouga
Marokko
Sehenswert
Merzouga
Merzouga, Marokko
Sehenswert
Midelt
Midelt, Marokko
Sehenswert
Ziz-Tal
Marokko, Marokko

Zwischen rotem Sandstein, improvisierten Werkstätten und Hilfsbereitschaft 

Mein Weg nach Merzouga, zur Sahara, ist atemberaubend. Wieder so eine Canyonlandschaft wie in der nordspanischen Wüste – die, mit dem vergessenen Western. Die Natur färbt sich sandsteinrot, das Atlasgebirge taucht am Horizont auf. Magisch. Auch der Zusammenhalt auf der Straße: Regelmäßig werde ich über Lichthupe vor der nächsten Polizeikontrolle gewarnt. Davon gibt es viele. Gut gekleidete Polizisten messen die Geschwindigkeit und winken gnadenlos heraus. Mein erstes Ticket bekam ich mit so viel Freundlichkeit und Respekt überreicht, dass ich mich gar nicht ärgern konnte.

Selten fahre ich an Orten vorbei. Meist ist es nur Straße, Sand, Berge. In Midelt, einem Ort mitten im Nirgendwo, finde ich mich plötzlich in einem Bio-Supermarkt wider. Ich kaufe zwölf Liter Hafermilch für dreißig Euro und Gemüse in Papiertüten. Bin sprachlos. Schaue, was sich hier sonst noch finden lässt. Vielleicht jemand, der mein kaputtes Handydisplay reparieren kann – das mir vor ein paar Tagen, ohne Schutzfolie, heruntergefallen ist? Ich laufe zum Handyladen. „Nein, ich nicht“, sagt der Mann. „Aber er, da drüben, der kann das.“ Und so werde ich weitergereicht, von Laden zu Laden, von Hand zu Hand. Ein großes Miteinander, ein Netzwerk aus Hilfsbereiten. Was der eine nicht kann, kann der nächste. Eine Hand wäscht die andere.

Schließlich werde ich fündig. In einem staubigen Laden zieht ein freundlicher Mann das passende Display aus einer Schublade. Seine Tochter kommt gerade aus der Schule. Sie soll mir zeigen, wo ich es reparieren lassen kann. Gemeinsam laufen wir die Straße entlang. Die Kleine trägt die Verpackung mit meinem neuen Display sorgsam und konzentriert vor sich her, den Schulranzen noch auf dem Rücken. Es fühlt sich leicht an, neben ihr herzugehen – dieses hübsche Mädchen im fließenden Kleid und Kopftuch, ganz ernst in ihrer Aufgabe. Wir stellen uns brav an. Sicher hat sie befohlen bekommen, alles selbst zu übergeben und erst zu gehen, wenn das erledigt ist. Sie überreicht ihr Päckchen, sobald wir dran sind. Ich gebe ihr zehn Dirham, einen Euro. Sie strahlt. „Shukran, shukran“, trällert sie mit zarter Kinderstimme.

„In 30 Minuten fertig!“, sagt der Mann. Gut. Ich lasse mich treiben, finde wieder warmes Fladenbrot, Mandeln und Feigen. Suche alle paar Minuten nach der Kamera – aber da ist ja keine. Kein Handy. Keine Nachrichten. Niemand, der etwas will. Niemand, dem ich antworten müsste. Hätte ich ein Navi im Kopf, ich könnte wohl auch ein paar Wochen ohne leben.

Für die Reparatur zahle ich 400 Dirham, rund 40 Euro. Bin glücklich. Die Sandsteinlandschaft verändert sich. Palmen tauchen auf, ein Fluss zieht sich durchs Tal. Ich durchquere das Ziz-Tal – die größte Oase Afrikas. Alle paar Minuten muss ich anhalten. Ich kann meinen Augen kaum trauen, so wunderschön ist dieses grüne Band, das sich durch die Abendsonne zieht, eingerahmt vom roten Atlasgebirge.

Zwischen dieser Weite und dem Staub, zwischen dem Lachen eines Kindes und dem leisen Vertrauen der Menschen, spüre ich, was anders ist. Der Zusammenhalt hier entsteht nicht durch Pläne oder Perfektion, sondern durch Nähe. Durch das Wissen, dass man sich irgendwie hilft. Und dass es weitergeht – immer – selbst wenn nichts sicher scheint. Vielleicht ist genau das der Kern dieser Reise: zu erleben, wie leicht die Welt manchmal sein kann, wenn wir ihr einfach etwas zutrauen.

Auf einen Blick

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Wetter
Sommer
Begleitung
Allein
AbenteuerlichAbseits der Pfade
  • Merzouga und die Sahara
  • Midelt
  • Ziz-Tal
  • rote Sandstein- und Atlaslandschaft
  • Hilfsbereitschaft unterwegs
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