ANDALUSIEN (4/15) - Pueblos Blancos
Anstrengend und aufwendig mögen Touren wie diese hier sein. Intensiv und sehr fordernd dazu. Mit Mühen oft noch beladen. Und dennoch lieb ich Touren wie diese hier immer . . .


Veröffentlicht: 29.10.2025















Wehmütig wirkte der Abschied von Ronda ein wenig, während wir, weitere zwei Pässe überwindend, auf der gut ausgebauten und stark befahrenen Straße Richtung Costa del Sol unterwegs bereits waren. Uns über zahllose Serpentinen von den fast 1000 Metern der Passhöhe bis zum Mittelmeer hinunter nur quälten. Den Felsen von Gibraltar im Dunst am Horizont noch erkannten. Und viel weiter weg die schemenhaft dahinter sich abzeichnenden Berge in Afrika.
Geschmeidig konnten wir auf der Autobahn von Marbella weg und an Malaga vorbei nun die Küste entlang damit gleiten, die irre dicht verbaut dabei wirkte und von Hochhäusern wie Hotelburgen förmlich zugepflastert sich zeigte. Ein Zwischenstopp, um das hier sich Darbietende etwas näher in Betracht auch nehmen zu können, führte uns hinter Malaga damit an den Strand von Torre de Mar, der archetypisch für die gesamte Costa del Sol hier wohl steht: Ein aus unser beider Sicht sehr zweifelhaft wirkendes, zwischen Hochhausbauten und Autostraßen irgendwo eingeklemmtes und im Trubel zumeist ertränktes Badevergnügen.
Touristisch ein wenig überlaufen wirkte an diesem Samstag Nachmittag dann auch das nur wenige Kilometer hinter der Küste recht malerisch auf einer Anhöhe gelegene Frigiliana, das unser nunmehriges Tagesetappenziel hiermit abgab. Schwierig hatte sich zum einen die Parkplatzsuche damit gestaltet, und mit dementsprechendem, bis in unser Zimmer dringenden Trubel ist das Ganze dann angesichts unseres ebenerdig auf eine eben sehr belebte Gasse hinausweisenden Fensters hier verbunden gewesen.
Erhebend im wahrsten Sinne des Wortes wirkte dabei die anschließende Erkundung des Ortes samt der kleinen Wanderung auf eine Anhöhe hinauf. Erhebend, wie der ausnahmsweise hier in Frigiliana einmal gute Kaffee, dem wir Seltenheitswert sogleich statuierten. Kaffeekultur nämlich hatten wir während der gesamten Reise in Andalusien keine wirkliche vorgefunden. Cappuccino, Espresso oder Macchiato mochten die angebotenen Heißgetränke hier betitelt werden. Mit Unmengen Milch allerdings nur aufgeschäumtes Geschlader, wie man dünnen und nach nichts schmeckenden Kaffee nun bezeichnet, hatte man uns meistens damit nur serviert.
Ausgezeichnet jedenfalls war das Essen an diesem Abend dann im ausgesuchten Restaurant, wo verschiedenartige Tapas, wie ein Reigen aus Gedichten wirkend, als Potpourri ganz unterschiedlich ausgelegter Geschmacksrichtungen uns Sinnengenuss auf vollkommene Weise hier bescherte. Ein Gläschen Sherry kippten wir standesgemäß an der Selbstbedienungsbar unseres Quartiers noch hinunter. Um in herrlich bequemen Decken sich im Doppelbett dann einzuwickeln, eine gute Nacht sich zu wünschen und angesichts des immer noch entsprechenden Trubels vor unserem ebenerdig auf eine eben sehr belebte Gasse hinausweisenden Fensters sich mit den allseits bekannten Wachskügelchen sehr gründlich die Ohren zu verstopfen.
