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Hallo an Alle in der Heimat oder wo immer ihr euch gerade herumtreibt. Im mittlerweile wieder kälter und dunkler werdenden Norwegen ist weiterhin konstant was los, so dass ich kaum dazu komme alles angemessen zu beschreiben.

Mittlerweile sind die Tage wieder kürzer als in Deutschland und die Zeit in denen man Trondheims Lichter in der Nacht bewundern kann verlängert sich. Ich kann mich daran immer noch nicht sattsehen!

Tatsächlich bin ich aber momentan länger damit beschäftigt erste Ergebnisse für meine Masterarbeit zu erzielen. Neben einer Literaturrecherche gibt es Auswertungen von Datenbanken und Simulationen von einem Wärmepumpensystem. So stellt die Arbeit neben den Ausflügen eine gute Balance dar. Und diese ist auch notwendig. Vor drei Wochen hat die norwegische Regierung alle Coronabeschränkungen aufgehoben. So können nun auch offizielle Studentenorganisationen Reisen planen. So ergibt es sich, dass ich mich auch für zwei etwas andere Reisen angemeldet habe, über die ich später berichten werde. Zusätzlich schaute ich mir vor Kurzem die Fjorde an und werde zum dritten Mal Lofoten besuchen. Dieses Mal mit den vielen hier kennengelernten Leuten. Reiseplanung zu dreizehnt ist nicht ganz einfach und Kompromisse müssen eingegangen werden. So stehen im Okotber und November insgesamt 4 Reisen an.

Den Auslandsaufenthalt um ein Semester zu verlängern war eine gute Entscheidung. Die investierte Zeit zahlt sich überproportional aus, selbst im Vergleich zu dem ersten Semester.

Seit meinem letzten Beitrag war ich erneut in der guten alten Heinfordstua. Für diese haben wir im Schichtwechsel von 21:00 bis 8:00 morgens in der Uni gewartet und die Warterei hat sich ausgezahlt. Eine moderne Sauna ein schönes Wandergebiet und Bootsfahrten gestalten die Freizeit in dieser Hütte sehr abwechslungsreich.

Kein Brennholz mehr da...
Baumstamm muss herhalten
Italiener Power beim Flunkyball
Wanderung am Samstag
Zwischenstopp an einer leerstehenden Hütte
Am Gipfel angekommen
Beef Stroganov Gulasch
Time of me life!

Meine vergangenen Hüttenwochenenden haben ja einen guten Eindruck gegeben was man dort so erlebt. Dieses Mal war es jedoch etwas speziell (und zumindest für mich eine Überraschung). Dieses mal überlasse den Bildern das Sprechen…

Auch ging ein kürzerer Hüttenausflug in den Gebirgszug Trollheimen. Dieses Mal mit einer anderen bunt gemischten Truppe. Portugal, Brasilien, Frankreich und natürlich Italien. Alle vertreten. Es ist immer wieder lustig, wenn die verschiedenen Nationen zusammenkommen, um zusammen die länderspezifischen Stereotypen zu feiern. Und wenn es ums Essen geht, sind die Italiener mit ihren Eigenheiten natürlich ganz vorne mit dabei. Wir haben eine 6-stündige Gipfeltour unternommen und am Abend natürlich Spaghetti mit Pesto gegessen. Bei Gitarrenmusik und geselliger Runde zu entspannen bringt die Atmosphäre in einer Cabin zur Perfektion.

Hütte Vekvessætra
Aufstieg zum Trollhøtta Gipfel
Begehbares Gipfel Haus zum Entspannen
Trollheimen
Schnee im September
Kletterbaum
Spanisches Akrobatikspiel :P

In Trondheim nahmen wir uns auch mal die Zeit, um die Stadt vom Fluss Nidelva aus anzuschauen.

Kanuerkundung von Trondheim

Jeder Ausflug bringt ein neues Stück norwegische Landschaft zum Bestaunen. Jedoch hat man das breiteste Spektrum an Landschaft natürlich auf einem Trip, der einzig dafür vorgesehen ist. Seitdem ich in Januar in Norwegen bin, hatte sich nie die Gelegenheit ergeben die berühmten Fjorde an der Westküste zu sehen. Ebenfalls befinden sich in diesem Gebiet viele "szenische Straßen". Diese sind Straßen, auf welchen die Natur noch beeindruckender ist und verschiedene architektonische Aussichtspunkte die Gelegenheit für eine Panorama-Rast bieten. Viele dieser Straßen werden ab November aufgrund von Schnee und Lawinengefahr geschlossen. Der Oktober bietet somit die letzte Möglichkeit für eine Besichtigung. Ich lud meinen Mitbewohner Håkon ein. Auch eine Französin wie auch eine Kolumbianierin fanden sich zur Reisegesellschaft. 1300 Kilometer, 5 Tage Fahrt mit täglich 5 Stunden auf der Straße. Dies gab die Gelegenheit ein paar berühmte und auch weniger berühmte Orte zu besichtigen. Die verregnete Atlantikstraße, das dunkle Höhlensystem der "Trollkirche", Europas höchste Steilwand "Trollveggen", viele Gletscher und natürlich Fjorde. Einige dieser Ausblicke durfte ich schon 2018 bewundern, als ich meinerseits einen Studienfreund in Trondheim besuchte. Dies nimmt natürlich nichts von der Ehrfurcht was Millionen von Jahren mit den langsamen aber stetig wirkenden Kräften unter unseren Füßen schaffen können. Auch unsere Unterkünfte (im Preisbereich von 100 bis 180€ pro Nacht) waren durch die Bank weg von äußerst behaglichem Komofort. In meiner Erfahrung halten norwegische Gastgeber durchaus einen guten Standard in ihren Unterkünften. Eine Unterkunft lag neben einem malerischen Gletschersee. Seen die sich aus Gletschereis speisen lassen sich leicht an ihrem unglaublich satten Türkis erkennen. Dies kommt durch das in dem Gletscherwasser mitgetragenen Gesteinsmehl zustande, welches nur die grünblauen Lichtanteile reflektiert. Wenn man die tausenden Liter an Gletscherwasser von einer Felskante in die Tiefe stürzen sieht, fällt die Vorstelleung schwer dass diese Wassermasse in jeder Sekunde von dem Gletscher abschmilzt. Andererseits erstreckt sich über die Berge der Fjorde auch Europas größter Gletscher, dessen Eismasse (wenn auch abnehmend) trotzdem noch unbegreifbarer wirkt. Natürlich muss man in den Fjorden auch einige Fähren nehmen, um von A nach B zu kommen, was nach einigen Stunden Fahrt eine angenehme Abwechslung bringt.

An der berühmten Atlantikstraße


Zweiter Stopp und Tour zur "Trollkirche"
"Trollveggen" (Trollwand)

Trollstigen mit der Crew
Türkisblaues Gletscherwasser
Blick auf Geiranger
Gamle Strynesfjellsveg - eine unglaublich schöne Landschaft an der Panoramastraße
Weg zum und Wasserfall vom Briksdalsbreen-Gletscher
Briksdalsbreen

Der Wikingerfjord Nærøyfjord. Nicht umsonst Weltkulturerbe

Sicherheit steht an erster Stelle!
Aurlandsfjord. Malerischer als Geiranger!
Zu Fuß auf der Tour zum Gipfelschnee
An der Valdresflye Straße. Eine weitere atemberaubende szenische Straße.

Meiner Ansicht nach sollte jeder einmal selbst durch die Fjorde reisen. Roadtrips sind eine spezielle Art von Urlaub die eine einzigartige Stimmung vermittelt. Wenn man eine weite kalte Hochebene, mit in der Distanz aufregenden Gipfeln entlangfährt vermittelt es eine Art von Frieden der sich schwer vergleichen lässt. Rentiere sind dabei nur die I-Tüpfelchen.

Zusammenschnitt der Reise: https://youtu.be/2FPSNCKCMJI


Nach dieser Reise hatte ich nur einen vollen Tag um für meine Uni zu arbeiten bevor der nächste geplante Trip anstand. Man macht solche Erfahrungen halt nur einmal. Für diesen geht es an die Westküste nach Hoddevik. Dort erwarten uns Wellen. Wellen auf denen viele von uns ihre ersten Surferfahrungen sammeln werden. 

Norwegen

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