Unser Tag beginnt mit Regen und so heißt es für uns sehr logistisch vorzugehen, damit so wenig wie möglich nass wird und das Auto sauber und trocken bleibt. René steht meist draußen unter der Markise, bedient den Wasserkocher und Toaster und ich bereite alles für das Frühstück vor, danach werden die Kinder nach oben ins Zelt verbannt und wir packen das Auto wieder zusammen. Dazu muss die Rückbank mehrmals verrückt werden, die Essenskissen und die 4 Reisetaschen verstaut, die Decken, Kissen oben drauf gelegt und dann der ganze Rest im Tetris- Verfahren einsortiert werden. Dann kommt der Kindersitz, der auf dem Fahrersitz geparkt ist, zurück auf seinen Platz und der Beifahrersitz geht wieder in Fahrtrichtung. Nun heißt es noch das Dachzelt einfahren und wir sind startklar. Wir sind gut eingespielt, sodass wir das Prozedere in 60 bis 90 Minuten abspulen.
Und bei Regen, kann man dafür nicht den Boden benutzen und muss sehr systematisch vorgehen.
Wir verlassen Oxford und sind gegen 11 Uhr in Winchester. Die kleine Stadt war im 10. und frühen 11. Jahrhundert die Hauptstadt Englands und davor die Hauptstadt des angelsächsischen Königreichs Wessex. Wir wählen einen Parkplatz in der Innenstadt und beginnen unseren Rundgang. Als erstes steht ein Besuch der Cathédrale auf dem Programm. Wir überlegen, ob wir die 25 Pfund Eintritt sparen und nur von Außen den Anblick genießen, aber wir sind nur einmal hier. Also besichtigen wir die Kirche aus dem Jahr 1079. Sie verbindet die Architekturstile vom 11. bis 16 Jahrhundert und ähnelt den anderen Cathédrale, die wir auf unser Tour besuchen. Wir sehen das Grab von Jane Austen, die hier in der Nähe im Alter von 37 Jahren gestorben und beigesetzt ist. Es befindet sich noch eine Ausstellung zur wissenschaftlichen Aufarbeitung der Artefakte und Gräber, welche sehr interessant ist. So befinden sich in Altarnähe 6 Särge auf einer Mauer, darin liegen 1 Königin und 5 Bischöfe begraben. Diese wurden geborgen und untersucht, die Knochen wurden mittels DNA, Scans sowie Messtechniken analysiert. Anschließend legte man die Knochen zurück in die Särge auf die Mauer. Es sind davon Videos und die Ergebnisse zu sehen.
Zudem gibt es die Möglichkeit sein Buntglasfenster zu erstellen mittels virtueller Technik, wird dies an eine Glaswand projiziert. Auch eine Bibliothek mit 9000 Werken zum Teil aus dem 16. Jahrhundert sind ausgestellt. Mittels PC-Technik kann man in einzelnen Büchern blättern. Insgesamt lohnt sich der Besuch. Nun wird die Zeit knapp, wir bezahlen für 2 Stunden Parkgebühren und möchten noch mehr von der Stadt erkunden. Dann führt unser Weg entlang des Bischof Sitzes und daneben sind die Ruinen des alten Bischof Sitzes. Wir sehen uns die Reste der Burg an und können das Ausmaß seiner Größe erahnen. Dann schlendern wir entlang des Flusses und den Altbauen mit den sehr schönen Gärten. Dann enden wir am Rathaus.
Wir besitzen Eintrittskarten in Portsmouth für das Marine Museum um 14 Uhr. Also treten wir sofort die Weiterreise an. Das Marine Museum beinhaltet mehrere Teile, wir beginnen heute mit 1 bis 2 Bereichen und setzen morgen die Besichtigung fort. Wir starten mit dem Explosion Museum of Naval Firepower. Dort dreht sich alles um die Munition angefangen mit Schießpulver bis zur neusten Technik. Den Kinder gefällt es und es ist eine detaillierte Ausstellung. Viele interaktive Angebote sind verfügbar und auch viele Informationen. Auch eine Ausstellung zu den Nachtjägern, welche mit kleinen Schnellbooten in der Nacht Jagd auf großen Kriegsschiffen machten, ist umfangreich beschrieben. Da wir noch über Zeit verfügen, fahren wir noch 10 Minuten weiter südlich, zum Submarine Museum. Dort liegt die HMS Alliance ein U-Boot, welches 1945 gebaut wurde. Es kam zum Einsatz im Pazifik gegen die Japaner. Mitarbeiter geben uns einen Einblick in die Nutzung des Bootes und wie die Technik funktionierte. Wir sehen durch das Seerohr und René liegt Probe in einer Kajüte. Es ist es beeindruckend wie auf engstem Raum 60 Mann arbeiteten. Es liegt auch noch die Holland I dort, dass erste britische U- Boot aus dem Jahr 1901. Es verfügt lediglich über die Technik und Torpedorohre, von Kajüten war man damals weit entfernt, da lediglich kurze Strecken getaucht wurden. Zum Schluss werfen wir noch ein Blick ins Besucherzentrum mit vielen Informationen zu U-Boot Geschichte.
Es ist halb 5 Uhr, als wir wieder im Auto sitzen, aber die restliche Fahrt zum Campingplatz ist schnell geschafft. Wir sind in einem abgelegenen Teil Nördlich von Portsmouth. Es ist ruhig und sehr grün. Leider regnet es erneut, als wir ankommen. Aber wir machen das Beste draus
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