Sagen wir es, wie es ist: Nach den intensiven Tagen auf Big Island ist bei uns aktuell ein bisschen die Luft raus. Die Morgenroutine dauert etwas länger, und wir kommen erst im Schneckentempo in die Gänge. Aber genau das ist ja das Schöne am Reisen – man darf sich auch einfach mal treiben lassen.
Das Wetter passt sich heute perfekt unserer flexiblen Stimmung an. Es ist unglaublich wechselhaft: Von dichten Wolken über plötzliche Regenschauer bis hin zu strahlendem Sonnenschein ist heute innerhalb weniger Stunden wirklich alles dabei. Die Temperaturen bleiben dabei aber gewohnt tropisch und pendeln meistens zwischen angenehmen 25 und 30 Grad.
Dieses Phänomen ist typisch für Hawaii, denn die Inseln sind weltberühmt für ihre extremen Mikroklimata. Auf Big Island findet man fast alle Klimazonen der Erde auf engstem Raum – von tropischem Regenwald über aride Wüsten bis hin zu subarktischer Tundra auf den Gipfeln der Vulkane. Verantwortlich dafür sind die beständigen Passatwinde aus dem Nordosten. Sie treffen auf die mächtigen Flanken von Mauna Kea und Mauna Loa, steigen auf und regnen sich an der windzugewandten Ostküste (Windward Side) rund um Hilo ab. Nur ein paar Kilometer weiter westlich, im Windschatten der Berge (Leeward Side), bleibt es dagegen meist trocken und sonnig. Wer hier reist, packt am besten Badehose und Regenjacke gleichzeitig ein!
Als wir uns schließlich aufraffen, steht ein ganz besonderer Programmpunkt auf dem Plan: Ein Besuch bei der lokalen Feuerwehr. Unser erster Versuch an der Hauptwache in Hilo endet allerdings vor einer Baustelle – dort wird aktuell fleißig umgebaut. Spontan steuern wir stattdessen die Waiakea Fire Station an. Ein absoluter Glücksgriff! Diese Wache ist kein gewöhnlicher Stützpunkt. Sie beherbergt den Rettungshelikopter und das spezialisierte Rettungsteam für die gesamte Ostküste der Insel. Die Stimmung vor Ort ist unglaublich herzlich. Wir werden mit echtem Aloha-Spirit empfangen und dürfen einen faszinierenden Blick hinter die Kulissen der Insel-Retter werfen. Ein echt starkes Erlebnis, das sofort für gute Laune sorgt!
Dann geht es weiter in Richtung Puna-Distrikt. Unser Ziel ist das Lava Tree State Monument. Das Monument ist im Grunde ein begehbares, versteinertes Naturwunder. Ein Ausbruch des Kīlauea im Jahr 1790 hinterlässt hier ein bizarres Erbe: Die kochend heiße Lava fließt damals durch einen dichten ʻŌhiʻa-Wald. Sie kühlt an den feuchten Baumstämmen blitzschnell ab und erstarrt, während das Holz im Inneren komplett verbrennt. Zurück bleiben meterhohe, hohle Lavasäulen, die heute wie versteinerte Wächter im dichten, tropischen Grün stehen. Der knapp 1,1 Kilometer lange Rundweg ist perfekt für einen gemütlichen Spaziergang. Der asphaltierte Pfad schlängelt sich durch den üppig nachgewachsenen Regenwald. Es tut unglaublich gut, im eigenen Tempo im Schatten der Bäume zu wandern, tief durchzuatmen und die mystischen Stehformationen zu bestaunen, die langsam von Moos und Farnen zurückerobert werden.
Vom Lava Tree Monument zieht es uns schließlich weiter an die Küste zum Isaac Hale Beach Park, besser bekannt als Pohoiki. Schon während der Fahrt dorthin trauen wir unseren Augen kaum: Entlang der Straße sehen wir die gewaltigen, erstarrten Lavaströme, die sich wie dunkle, erstarrte Flüsse durch die Landschaft schneiden. Wenn man diese unvorstellbaren Ausmaße direkt neben der Fahrbahn sieht, zieht einen die Kulisse sofort in ihren Bann. Bei dem verheerenden Vulkanausbruch von 2018 wurde auch der gesamte Küstenort Kapoho von den unaufhaltsamen Lavamassen komplett überrollt und vollständig zerstört. Die glühende Walze stoppt schließlich nur winzige 70 Meter vor der alten Bootsrampe. Wo früher ein felsiger Küstenabschnitt ist, schafft das aufeinandertreffende Magma im eiskalten Pazifik ein brandneues Naturwunder: Einen riesigen, tiefschwarzen Sandstrand.
Die Wellen zermahlen die frischen Lavasteine unaufhörlich weiter zu feinem Sand. Wir setzen uns in den pechschwarzen Sand und lauschen dem ohrenbetäubenden, donnernden Sound der mächtigen Brandung. Zum Schwimmen im offenen Meer ist die Strömung viel zu gefährlich, aber das Highlight wartet direkt hinter dem neuen Strand: Hier verstecken sich warme, geothermische Pools. Das durch die verbliebene Vulkanhitze erwärmte Grundwasser sprudelt in die Becken, und wir springen direkt hinein. Ein Bad in diesen angenehmen Thermalquellen ist die reine Wohltat. Ein Ort, der uns beeindruckt – hier sehen und spüren wir hautnah, wie auf Hawaii aus Zerstörung neues Leben entsteht.
Nach diesem entspannten Nachmittag am Meer machen wir uns auf den Rückweg nach Hilo. Bevor es zurück in unsere Unterkunft geht, steuern wir noch einen Supermarkt an. Wir stöbern durch die Gänge und kaufen Zutaten für unser Abendessen ein. Abends packen wir unsere Sachen zusammen, denn unsere Reise neigt sich dem Ende zu.
Auf einen Blick
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Dauer
1 Tag
Wetter
Regenzeit · 25–30°C
Begleitung
Zu zweit
Stimmung
EntspannendAbseits der Pfade
Highlights
Waiakea Fire Station mit Rettungshelikopter und Rescue-Team
Lava Tree State Monument
Isaac Hale Beach Park (Pohoiki) mit schwarzen Sandstrand und warmen Pools
Ausrüstung
BadehoseRegenjacke
Themen
NaturAbenteuerTransit
die_labis_on_tourFolge diesem Blog und verpasse keine neuen Beiträge.
Antworten (5)
vor 18 Tagen
Guten Abend, Lava Stelen habe ich auch noch nicht gesehen.
Wir wünschen euch eine ruhige Heimreise und hören uns am Freitag.
Liebe herzliche Grüße senden Frank und OMaRe
vor 18 Tagen
In der Mitte des Textes ist irgend was kauderwelschiges. Vielleicht kann man das noch korrigieren. Gute Heimreise wünsche ich auch. LG Susi
Bettina vor 18 Tagen
Kommt gut wieder zu Hause an! Es war sehr schön und interessant, euch auf diese Weise ein Stück weit begleiten zu dürfen...
Anna-Katharinavor 18 Tagen
Vielen lieben Dank liebe Susi, da ist beim Kopieren aus meinem Textprogramm was schief gelaufen... ich hab es korrigiert. Lg
Anna-Katharinavor 18 Tagen
Ganz sind wir noch nicht am Ende, wir fliegen erst heute 23 Uhr und morgen noch ein kleines Abenteuer in San Francisco;-)