Abschied von Kona! Wir verlassen die Westküste und machen uns auf den Weg zu einem der außergewöhnlichsten Orte der Insel: dem Papakōlea Beach, besser bekannt als Green Sand Beach.
Nach der Anfahrt stärken wir uns zuerst mit einem gemütlichen Mittagessen am Parkplatz. Danach packen wir die Rucksäcke. Vor uns liegt eine rund 4 Kilometer lange Wanderung entlang der windigen, rauen Küste.
Der Green Sand Beach verdankt seine olivgrüne Farbe einem ganz bestimmten Mineral: Olivin. Der Strand liegt in einer Bucht, die ein eingebrochener Teil eines etwa 49.000 Jahre alten Vulkankegels (Puʻu Mahana) ist. Die Wellen erodieren die Vulkanasche des Kegels und spülen sie aus. Da Olivinkristalle schwerer sind als die restlichen vulkanischen Partikel, bleiben sie am Strand liegen, während der leichtere, dunkle Sand ins Meer gespült wird. Da kein neuer Nachschub an Olivin hinzukommt, wird auch dieser grüne Sand irgendwann in ferner Zukunft komplett weggespült sein.
Weltweit gibt es übrigens nur vier grüne Sandstrände. Wenn man dieses Phänomen also noch an anderen Orten der Erde erleben möchte, muss man hierhin reisen:
• Talofofo Beach auf Guam
• Punta Cormorant auf Floreana Island (Galapagosinseln)
• Hornindalsvatnet in
Norwegen (ein Seeufer)
Am Startpunkt der Wanderung fällt sofort auf: Viele Touristen wählen den Transport mit lokalen Pickup-Trucks. Einheimische bieten gegen eine Gebühr an, Besucher über die extrem ausgefahrene Piste zu fahren.
Für uns ist das allerdings keine Option. Die „Straße“ besteht aus tiefen Furchen, Staub und nacktem Fels. Die Passagiere werden auf den offenen Ladeflächen im Stehen transportiert und heftig durchgeschüttelt. Das ist uns definitiv zu abenteuerlich und schlichtweg zu unsicher. Die 4 Kilometer lange Wanderung durch die karge, windgepeitschte Landschaft ist zwar anstrengend, aber wunderschön und gehört für uns einfach zum Erlebnis dazu.
Nach dem Fußmarsch erreichen wir die Klippe und blicken hinab in die grüne Bucht. Der Abstieg über den steilen Pfad erfordert etwas Konzentration, aber unten angekommen folgt die Belohnung. Während wir die Füße in den einzigartigen Sand graben, stürzen sich die Jungs direkt in die Wellen. Nach dem heißen Marsch ist das Baden im Pazifik die perfekte Abkühlung. Mit tollen Fotos und einer Menge Staub im Gesicht machen wir uns schließlich wieder auf den Rückweg.
Um 16 Uhr erreichen wir wieder unser Auto. Die Reise geht sofort weiter zum berühmt-berüchtigten South Point (Ka Lae), dem offiziell südlichsten Punkt der USA. Die rauen Klippen und die endlose Weite des Pazifiks hier unten sind absolut beeindruckend.
Der nächste Stopp führt uns zu einer echten Institution: dem Punaluʻu Bake Shop in Naalehu. Dies ist die südlichste Bäckerei der USA. Hier decken wir uns mit den berühmten hawaiianischen Sweetbread Rolls ein. Wir entscheiden uns für die Geschmacksrichtungen Guave und Apfel. Die Brötchen sind unglaublich fluffig, weich und schmecken im Grunde wie klassische Milchbrötchen – nur mit einer herrlich fruchtigen Füllung.
Mit dem süßen Proviant im Gepäck sitzen wir wieder im Auto und steuern das nächste Highlight an: den berühmten, tiefschwarzen Punaluʻu Black Sand Beach.
Nun traue ich mich auch mal hinter das Steuers unseres Jeeps. Lange zögere ich, aber es ist gar nicht so schwer und ich gewöhne mich schnell daran.
Am Strand angekommen, drehen wir eine kurze Runde. Der Kontrast zwischen dem dunklen Vulkansand, den grünen Palmen und den weißen Wellen ist spektakulär. Das absolute Highlight wartet aber direkt am Flutsaum: Wir bestaunen erneut die faszinierenden hawaiianischen Meeresschildkröten (Honus), die hier im Sand entspannen.
Nach diesem kurzen, aber beeindruckenden Zwischenstopp brechen wir wieder auf. Wir ziehen weiter in Richtung des Hawaiʻi-Volcanoes-Nationalpark!
Am Nationalpark angekommen, beziehen wir unser Quartier für die Nacht. Wir haben hier eine kleine Hütte gemietet. Die Unterkunft ist sehr spartanisch eingerichtet – genau richtig für ein echtes Naturabenteuer inmitten der Vulkanlandschaft.
Nach dem langen und ereignisreichen Roadtrip lassen wir den Abend gemütlich ausklingen. Wir schmeißen den Grill an, bereiten das Abendessen vor und entzünden ein wärmendes Lagerfeuer. Inmitten der idyllischen Kulisse sitzen wir zusammen, spielen noch eine Runde Karten und lassen die vielen Eindrücke des Tages Revue passieren.