Römerstadt Carnuntum #1 Südstraße
Zwischen Wien und Bratislava liegt an der Donau in Österreich die Römerstadt Carnuntum. Diese bestand aus zwei Siedlungsbereichen, eine Militärsiedlung als Legionslager und eine...

Veröffentlicht: 23.07.2026
Dahinter kommen wir zur Hauptattraktion der gesamten Anlage: die römische Therme. Der Besuch solcher Thermen mit ihren beheizten Räumen und Wasserbecken war ein fester Bestandteil der römischen Lebenskultur. Dieses rekonstruierte Gebäude ist weltweit die einzige römische Therme, die samt Fußbodenheizung voll funktionsfähig am Originalstandort in antiker Bautechnik errichtet wurde. Bei unseren Besuch läuft sogar die Fußbodenheizung und es breitet sich in den Räumen mit den Wasserbecken ein saunaartiges Raumklima aus. Die beiden Wasserbecken befinden sich dabei immer unter einem Bogenbau. Ob die Toilettenanlage mit den typischen „Massensitzungen“ funktioniert, habe ich nicht ausprobiert. Aber diese „stillen Örtchen“ wurden zur Römerzeit gern für Geschäftsabschlüsse bei „längeren Sitzungen“ genutzt. Eine originale ausgegrabene Anlage einer solchen sanitären Einrichtung konnten wir schon in der Ruinenstadt Ostia nahe Rom besichtigen. Hier geht es zu meinem Blogbeitrag dazu: Die antike Hafenstadt Ostia
Unser Weg führte nun wieder durch Felder zum Heidentor, welches mit noch einem Bogen erhalten ist. Ursprünglich verbanden die Bögen vier mächtige viereckige Säulen. Mittels einer Zeichnung auf einer Glasscheibe halte ich diese ursprüngliche Form fotografisch fest. Diese Glasscheibe ist wirklich eine klasse Idee.
Es ist schon erstaunlich, dass diese Mauerreste die lange Zeit überstanden haben. Über die Entstehung und den Zweck des gigantischen Bauwerks herrscht bis heute Uneinigkeit bei den Wissenschaftlern. Wahrscheinlich ist ein Bau als Monument in der zweiten Hälfte des 4. Jahrhunderts während der Herrschaft von Kaiser Valentinian I., dessen Regierungszeit von der Abwehr germanischer Plünderer am Limes an Rhein und Donau geprägt war. Für ein Ehrendenkmal spricht auch der etwa vier Meter hohe Figurensockel in der Mitte des Heidentors.
Mit einem weiteren ausgiebigen Spaziergang erreichen wir nun wieder den Bahnhof und den Bus des Schienenersatzverkehrs. Wir haben noch etwas Zeit, welche wir uns nun noch ein wenig in Wien vertreiben wollen.
