Las Salinas und Agua Amarga
Kilometerstand: 163245 Wie gestern geplant, fuhren wir morgens zehn Minuten zurück zu den Salinen. In dem kleinen Laden redete die Mitarbeiterin gerade mit zwei...


Veröffentlicht: 05.11.2026




















Kilometerstand: 163350
Gestern hatten wir uns einen Plan für den heutigen Tag zurechtgelegt.
Wir wollten zuerst auf den Mesa Roldán, dort den Leuchtturm sowie den alten Aussichtsturm ansehen und anschließend zu einem Camperplatz bei Palomares weiterfahren.
In einer Bewertung des Camperplatzes in Palomares lasen wir jedoch dann Beunruhigendes, was uns dazu bewog ein paar Kilometer weiter nördlich nach einem anderen Camperplatz zu suchen. Am 17. Januar 1966 ereignete sich nahe des Örtchens ein Nuklearunfall mit Atomwaffen. Ein voll bewaffneter B52-Bomber der US-Airforce kollidierte währen der Luftbetankung mit dem Tankflugzeug und beide Flugzeuge stürzten ab. Zwar verhinderten die Sicherheitsmechanismen, dass es zu einer thermonuklearen Explosion der Wasserstoffbomben kam, jedoch explodierten bei zwei der Bomben die konventionellen Sprengladungen und kontaminierten so ein mehrere Hektar großes Areal mit Plutonium-239. Da im kalten Krieg die Geheimhaltung jedoch an erster Stelle stand, blieb der Vorfall weitgehend unbekannt und nach ein bisschen Dekontamination wurde der Boden wieder zum Anbau von Lebensmitteln freigegeben. Erst 2007 (über 40 Jahre später) wurden die am stärksten verstrahlten Gebiete eingezäunt und gesperrt. Hätte eine der Bomben gezündet, hätten sie etwa die 100-fache Sprengkraft von Little Boy - der Hiroshima-Bombe - entfesselt. Irgendwie gruselig …
So hatten wir uns also für einen Platz bei Calarreona kurz vor Águilas entschieden und wollten diesen zum Nachmittag erreichen.
Wir fuhren nur wenige Minuten bis zum Parkplatz am Fuße des Tafelberges Mesa Roldán und stellten Gary dort ab. Die letzten 1,5 km waren sehr steile Serpentinen die wir vielleicht mit dem alten Auto hätten schaffen können, vielleicht aber auch nicht. Wir ersparten Gary den Test und liefen. Nach wenigen Schritten zweigte von der Straße ein sehr schöner Wanderweg ab, der einmal um den Tafelberg herum führte und uns eine ganze Reihe umwerfender Aussichten und Fotos bescherte. Oben angelangt besuchten wir zuerst den Torre, der bei Game of Thrones als Kulisse gedient hatte und gingen dann hinüber zum Leuchtturm, um ein paar Fotos zu machen. Auf dem weiteren Weg konnten wir noch einen Blick in die Caldera des alten Vulkans werfen, wo sich eine grüne Ebene gebildet hatten. Da es sehr windig war, mussten wir die Hüte unter die Jacken stecken, damit sie uns nicht davon flogen. Es war Regen angesagt und die Wolken zogen schnell, daher wollten wir nun zügig wieder vom Berg und nahmen die Straße zurück zum Parkplatz.
Auf der Autofahrt nach Calarreona hatten wir immer wieder Regen, mal mehr mal weniger. Wir erreichten den Camperplatz, der direkt neben einer Tankstelle lag, nachdem wir zwischendrin im Supermarkt unsere völlig leeren Lebensmittelvorräte aufgefüllt hatten. Mit den letzten Kilometern hatten wir die riesige Region Andalusien verlassen und waren nun in Murcia.
Am Abend regnete es sich so richtig ein und wir beließen es bei einem kleinen Rundgang über den Platz, um uns beim Tankwart das Passwort für das Wifi geben zu lassen.
Ines schnippelte wieder Gemüse für einen Salat und Sebb versuchte sich an den Käsekroketten, die wir heute gekauft hatten. Nach dem Abendessen blieben wir heute auf der Couch, draußen war es einfach zu nass und außerdem dunkel.
