Das Meer muss warten
Wir brachen heute nach einer ruhigen Nacht am späten Morgen nach Peñíscola auf. Das waren eigentlich nur knapp 80 Kilometer. Aber nach etwa der Hälfte der Strecke meldete


Veröffentlicht: 02.11.2026









Wir sind angekommen. Wir sind in Peñíscola. Wir sind am Meer. Unsere Kleine-Perlen-Tour ist fast zu Ende. Fast deshalb, weil wir euch in den nächsten beiden Tagen auch diesen Ort, der zu den schönsten Dörfern Spaniens zählt, näherbringen wollen.
Allerdings werdet ihr euch umstellen müssen – genau wie wir. Es ist vorbei mit ruhig, beschaulich, verlassen oder verträumt. In Peñíscola geht die Post ab. 365 Tage im Jahr. Hier gibt es keine Ruhezeiten. Im Sommer kommen die Spanier, im Winter die Touristen aus den nördlicheren Regionen Europas, die auf die Sonne nicht verzichten wollen.
Ein paar Zahlen belegen das: Peñíscola zählt 8.774 Einwohner (2025). Während im Hinterland die Dörfer immer mehr Einwohner verlieren, hat sich die Bevölkerungszahl hier in den vergangenen 25 Jahren nahezu verdoppelt. Kein Wunder, hier rollt der Euro. Allein in den drei Sommermonaten kamen fast 350.000 Touristen. In Hotels und auf Campingplätzen wurden mehr als eine Million Übernachtungen gezählt. Hier schließt kaum ein Café oder Restaurant zur Siesta. Hier wird fast rund um die Uhr malocht.
Aber natürlich gibt es gute Gründe, warum so viele Menschen diese Stadt sehen wollen. Peñíscola liegt an der Orangenblütenküste. Der historische Ortskern mit seiner mächtigen Burg thront auf einem 60 Meter hohen Felsen, der weit ins Meer hinausragt. In früheren Zeiten war dieser Felsen bei hohem Wasserstand vom Festland getrennt. Dann wurde Peñíscola zur kleinen Insel. Das machte den Ort über Jahrhunderte zu einem strategisch äußerst begehrten Flecken Erde.
Hier waren die Römer, später die Mauren, dann christliche Ritter. Und schließlich residierte hier sogar ein Papst. Aber davon will ich euch morgen erzählen.
Ach ja, die Spanier können auch anders: Der 1. November ist hier ein großer Feiertag. Und weil der in diesem Jahr auf einen Sonntag fiel, blieben auch am Montag die Läden zu. Basta!
