Ein Barkeeper mit zwei Köpfen
Wir haben eine ruhige Nacht verbracht in Alcalá de la Selva. Das war nicht unbedingt zu erwarten gewesen, denn wir standen auf dem einzigen größeren Parkplatz des Ortes.


Veröffentlicht: 31.10.2026










Heute war ein Ruhetag. Langsam aufstehen. Langsam frühstücken. Und dann schnell wieder ins Bett. Ich beherrsche das perfekt, weil: Übung macht den Meister.
Heute sind wir – Emmi, Pipo und ich – genau drei Wochen unterwegs. Icke kam ja eine Woche später nachgeflogen. Morgen steht unsere letzte „offizielle“ Reiseetappe nach Peñíscola an. Das sind noch einmal 84 Kilometer. Aber irgendwie fiel schon heute eine gewisse Anspannung von mir ab. Ich hätte es mir nicht besser wünschen können. Voraussetzung dafür war natürlich das gute Wetter.
Aber nun zu Culla, das man wegen der beiden L ungefähr wie „Cuja“ ausspricht. Eine hübsche kleine Stadt, die vor allem durch die vielen liebevoll restaurierten Häuser auf dem Weg hinauf zur Burg auffällt, die leider fast vollständig zerstört ist.
An jeder Ecke sind hier diese typischen Mauern zu sehen, die mich faszinierten. Der Fachbegriff für diese Bauweise lautet Bruchsteinmauerwerk. Die Maurer verwendeten dafür Steine, die sie in der Umgebung fanden. Große, kleine, ganz egal. Die großen bildeten das Grundgerüst, die kleinen, die sogenannten „Zwickelsteine“, wurden geschickt dazwischengelegt. Manche dieser Mauern wurden ganz ohne Mörtel errichtet. Stein auf Stein, sorgfältig aufeinander abgestimmt. Und diese Mauern stehen seit und vielleicht auch noch in Jahrhunderten.
Wir haben die Stadt heute getrennt besichtigt. Am Nachmittag zog erst Icke alleine los, dann ich. Wir haben uns nicht gezankt, keine Sorge. Nein, Icke wollte mittags los, ich aber war noch nicht fit.
Vorher gingen wir aber gemeinsam zum nahegelegenen Supermarkt einkaufen und anschließend – wie könnte es anders sein – in eine kleine Bar. Einen Cortado, einen Espresso und ein, zwei oder drei Tapas als spätes Mittagessen. Die Speisekarte gab es nur auf Spanisch. Mr. Google übersetzte: Marinierte Schweineohren, knusprig gebratene Schweineschnauze, Rindermagen in würziger Sauce …
Ich legte das Handy weg.
Im Wohnmobil bekam ich mein Lieblingsessen serviert. Nudeln mit Butter, Ketchup und viel Parmesan. Besser kann man nicht essen.
