Bilbao, Tag 2: Moderne Kunst, Architektur und lebendige Strassen
Unser zweiter Tag in Bilbao begann mit einem sehr guten Frühstück im Hotel – eine perfekte Grundlage für einen ereignisreichen Tag. Danach widmeten wir uns ausgiebig dem...


Veröffentlicht: 06.12.2024






































Heute hatten wir eine kurze, aber sehr schöne Fahrt von Bilbao nach San Sebastián. Die Strecke war kurzweilig, besonders das Teilstück entlang der Küste zwischen Zumaia und Zarautz, das wir abseits der Autobahn gefahren sind. Die Aussicht auf das Meer war einfach herrlich! Danach ging es wieder über die Autobahn bis nach San Sebastián.
Nach unserer Ankunft im Hotel sind wir gleich zu Fuss losgezogen, um die Stadt zu erkunden. Unser erster Weg führte uns zum wunderschönen “goldenen Strand” (Playa de la Concha), der seinem Namen wirklich alle Ehre macht.
Von dort sind wir bis zur Peine del Viento (Windkamm) spaziert, einer berühmten Skulpturengruppe des Künstlers Eduardo Chillida. Die Skulpturen aus Stahl stehen direkt an der Küste und sind nicht nur ein Kunstwerk, sondern auch ein Symbol für die Verbindung von Mensch, Natur und Wind.
Danach ging es hinauf zum Miramar-Palast, einem beeindruckenden Bauwerk, das einst als Sommerresidenz der spanischen Königsfamilie diente. Der Blick von hier auf die Bucht von San Sebastián ist einfach spektakulär.
Weiter führte unser Weg in die Altstadt, vorbei an den charmanten historischen Badehäusern entlang der Promenade, die mit ihrer nostalgischen Architektur beeindrucken.
Im Herzen der Altstadt habe ich die Basilika Santa María del Coro besichtigt, ein beeindruckendes Bauwerk im barocken Stil mit einer reich verzierten Fassade.
Anschliessend sind wir durch die engen Gassen der Altstadt geschlendert und haben die lebendige Atmosphäre genossen und das eine oder andere Haus bestaunt. Wir sind über die Plaza de la Constitución gelaufen.
Es ist einer der zentralen Plätze der Stadt und ein bedeutender Treffpunkt. Besonders auffällig sind die nummerierten Fenster, die eine historische Funktion haben. Früher wurde der Platz als Stierkampfarena genutzt, und die Nummerierungen kennzeichnen die Balkone, die als Logen für Zuschauer dienten. Die Bewohner konnten diese Balkone für die Veranstaltungen vermieten, was den Platz in dieser Hinsicht einzigartig macht.
Zum Abschluss haben wir uns in der Casa Vergara niedergelassen, wo wir bei einem Glas Weisswein eine Auswahl an köstlichen Pintxos (so nennt man die Tapas hier im Baskenland) probiert haben. Mit Trüffel, Entenleber, Serranoschinken und und und… Die Vielfalt und Kreativität der Pintxos sind wirklich bemerkenswert!
Das Wetter hat uns mit einer Mischung aus Sonnenschein und Regen begleitet, aber das hat der Schönheit dieses Tages fast keinen Abbruch getan.
An dieser Stelle eine kleine Ergänzung über die baskische Sprache.
Die baskische Sprache, Euskara, ist wirklich faszinierend und einzigartig. Sie gehört zu keiner anderen Sprachfamilie und ist somit völlig eigenständig. Die Wörter und Schriftzeichen sind für Aussenstehende meist kaum lesbar oder verständlich. Es ist beeindruckend, wie stolz die Basken ihre Sprache und Kultur bewahren, und man sieht überall zweisprachige Schilder – auf Spanisch und Euskara.
Mit Einbruch der Dunkelheit hörte es auf zu regnen – und plötzlich war richtig was los in den Strassen! Wir sind noch einmal durch die Altstadt geschlendert und dann den festlich beleuchteten Wegen gefolgt. Die Stadt war wunderschön dekoriert. Unser Spaziergang führte uns bis zum Kursaal-Konferenzzentrum, weiter zum prächtigen Hotel Maria Cristina und durch die festliche Shoppingstrasse.
Auf dem Gipuzkoa Plaza haben wir eine wundervolle Überraschung entdeckt: Hier war die Weihnachtsgeschichte dargestellt, ergänzt durch Szenen aus dem baskischen Leben mit riesigen Puppen. Dazu lief stimmungsvolle Weihnachtsmusik. Wir nehmen an, dass es sich wieder um eine spezielle Tradition handelt, wie wir es in den letzten Tagen in anderen spanischen Städten erlebt haben.
Von dort ging es zurück zum Alderdi Eder Park, wo uns ein leuchtendes Meer aus Weihnachtslichtern und ein grosses Riesenrad erwartete. Dort steht auch ein Karussell. Das zweistöckige Karussell bekannt als Tiovivo, ist ein echtes Juwel im Belle-Époque-Stil. Dieses gut erhaltene Karussell stammt aus dem frühen 20. Jahrhundert (1900) und ist ein festes Wahrzeichen der Stadt. Es steht ganzjährig an der Promenade La Concha. Besonders abends, wenn es beleuchtet ist, entfaltet es seinen nostalgischen Charme.
Die aufwendig bemalten Holzfiguren und die elegante Gestaltung machen es sowohl bei Einheimischen als auch bei Touristen sehr beliebt. Es ist nicht nur ein attraktiver Ort für Kinder, sondern auch ein Symbol für die romantische und historische Atmosphäre von San Sebastián.
Schliesslich spazierten wir an der Uferpromenade entlang zurück zu unserem Hotel. Die Sicht auf die Lichter der Stadt war fantastisch.
Unter dem Miramar-Palast durchquerenwir noch den sogenannten Túnel MiramArt, ein beeindruckendes Kunstprojekt. Dieser Fussgängertunnel, der den Paseo de la Concha mit Ondarreta verbindet, wurde 2016 umgestaltet. Der Künstler Víctor Goikoetxea schuf eine Unterwasserwelt an der Decke, die durch spezielle Materialien und Beleuchtung einen lebendigen Eindruck von Meeresbewegung und Wasser erzeugt. Die Kombination aus Kunst, Architektur und Technologie macht den Tunnel besonders. Die Beleuchtung verändert die Atmosphäre, und Passanten können durch Bewegung Energie erzeugen. Abends entfaltet die Beleuchtung ihre volle Wirkung, was das Erlebnis noch eindrucksvoller macht.
Diesen herrlichen Tag haben wir mit einem Schlummertrunk an der Hotelbar ausklingen lassen. Nach über 10 gelaufenen Kilometern war das Fitnessprogramm für heute definitiv abgeschlossen!
