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Über Brüssel nach Casablanca

Mosque Hassan IIBrussels at 7 amManneken PisThe Atlantic coast in CasablancaInside the Mosque Hassan IIMain hall of the mosque, roof can be opened - wait what!?Underground washrooms of the mosqueDecorations on the outside of the mosqueSquare in front of the mosqueSquare Mohammed VKathedrale von CasablancaImpressions of the cityImpressions of the city

Der Wunsch eine Weltreise zu machen hat sich bei mir wahrscheinlich schon in meiner Kindheit geformt. Als ich klein war hatten wir zuhause ein Brettspiel, das "Weltreise" hieß. Ziel war es die schnellste Route zu finden, um zufällig gezogene Städte auf allen sechs Kontinenten zu besuchen und als Erste/r wieder in seiner Heimatstadt anzukommen. Dieses Spiel spielte ich schon damals mit wachsender Begeisterung. Warum ich das an dieser Stelle erzähle? Bei dem Spiel musste man nach der Hälfte eine "Telegrammkarte" ziehen und eine Zusätzliche Aufgabe erfüllen. Eine dieser Telegrammkarten sagte man solle etwas in Beirut abholen und nach Casablanca bringen (oder umgekehrt). An diese Karte und an das Spiel erinnerte ich mich, als ich meine Weiterreise nach Marokko plante. Nach ziemlich genau der Hälfte meiner geplanten Reise, musste ich nicht nach Beirut, flog aber mit einem zehnstündigen Aufenthalt in Brüssel nach Casablanca, da dies die günstigste und direkteste Verbindung zwischen Uganda und Marokko war.

Um halb sieben am Morgen landete ich nach sieben Stunden Flug in Brüssel. Ich freute mich schon auf die europäische Kälte (kaum zu glauben, aber nach mehreren Monaten in den Tropen, hatte ich die Hitze satt). Diese Freude hielt auch etwa eine Stunde an, in der ich durch die menschenleeren Straßen von Brüssel zog und schon ein bisschen Sightseeing erledigte. Als es mir aber auch in dem Café in dem ich einkehrte so gar nicht warm werden wollte, hatte ich dann auch schon wieder die Nase voll von der Kälte. Es war irgendwie befremdlich nach dem lauten, staubigen Wirr-Warr von Kampala plötzlich wieder im aufgeräumten Europa zu sein. Ich fühlte mich fast ein bisschen fehl am Platz und wie aus einer anderen Welt.

Da Brüssel nur einige Stunden mit dem Zug vom Rhein-Gebiet entfernt liegt, hatte ich die große Freude mich mit einer Studienfreundin zu treffen, die extra aus Mannheim anreiste um mich zu treffen. Es war richtig schon mich bei einem leckeren Mittagessen mit ihr über die neuesten Neuigkeiten aus Mannheim auszutauschen (das Restaurant war auch gut beheizt und ich hatte genug Zeit mich völlig aufzuwärmen). Nach einer leckeren heißen Schokolade zum Aschied, fuhr ich zum Flughafen, um nach einer kurzen Pause meine Reise fortzusetzen.

Ich erreichte Casablanca am Abend und wurde von einem zuvor georderten Fahrer (der zwar aussah wie ein Schwerverbrecher, aber sehr zuvorkommend war) zu meinem Hostel gebracht. Ich merkte schnell, dass ich in Marokko mit Englisch nicht weit kommen würde und wohl meine wenigen Französischkenntnisse ausgraben müsste.

Casablanca ist eine moderne Stadt, in der die Menschen vor allem leben und arbeiten. Es gibt wenige Attraktionen für Touristen - die größte ist wohl die Moschee Hassan II. Sie befand sich nur wenige Gehminuten von meinem Hostel enfernt. Neben ihrer Größe und ihrem noch recht jungen Alter hier ein paar Fakten, die mich besonders beeindruckt haben: Anders als in der Gaddhafi Moschee wurden hier fast ausschließlich Materialien aus Marokko verwendet - bis auf ein paar wenige Ausnahmen, wie Glas aus Italien. In den unterirdischen Waschräumen wurde eine Farbe für die Wände benutzt, die unter anderem aus Eigelb und Korallenstaub besteht und die Feuchtigkeit absoriert, damit die Kronleuchter aus Metall nicht erodieren. Und im Boden des Innenraums der Moschee sind Glasfenster zu den Waschräumen eingelassen, die auch als Wassebecken fungieren. Wenn das Dach der Moschee geöffnet ist und sich der Himmel in den Becken spiegelt soll es aussehen, als wären kleine Stücke des Ozeans in der Moschee. Und ja, MAN KANN DAS DACH DER MOSCHEE ÖFFNEN!!! Verrückt, oder?! 

Nach mehreren Streifzügen durch die Stadt und einem Besuch in "Ricks Café", einem Nachbau des Lokals aus dem Film "Casablanca", das im Übrigen ziemlich teuer, steif und voller Chinesischer Touristen war, hatte ich wahrscheinlich so ziemlich alles gesehen, was man gesehen haben muss. Insgesamt würde ich sagen, dass Casablanca wahrscheinlich eine Stadt ist, in der es sich recht gut leben lässt. Für einen Besuch sollte man aber besser nur einen Tag einplanen... Ich blieb drei. Dann war es Zeit für meinen nächsten Stopp: Rabat.


Since I got the impression, that most of my readership is German, I will first bring this blog up to date and add the English version later. If you are English speaking and don't agree, please leave a comment below, I will do my best to update the blog as soon as possible. Meanwhile, enjoy the pictures and thanks for understanding!

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