Zu Besuch bei den südlichsten Bike-3000ern der Alpen
So schön‘s im Valle Maira auch war, irgendwann musste ich dann doch auch mal weiter. Frankreich wartete. Außerdem sollte es nach einem Zweitages-Schönwetterfenster am Sam

Veröffentlicht: 18.09.2025
Ab Nachmittag trübte es dann ein, und ich vergammelte den Tag auf dem Campingplatz. Abends wollte ich dann schnell nach Barcelonnette runterradeln fürs Abendessen. Kaum bin ich auf die Straße eingebogen, schepperte es laut und mein Vorderrad eierte so vor sich hin. Eine Speiche war gebrochen, und zwar genau fünf Minuten nachdem die Fahrradwerkstatt für die nächsten zwei Tage zugemacht hat. Das durfte doch nicht wahr sein. Hätte das nicht einfach schon heut Nachmittag passieren können? Dann hätte ich das gleich ordentlich reparieren lassen können.
Nun war es glücklicherweise nicht so, dass ich gar nix tun konnte. Werkzeug und Ersatzspeiche hatte ich ja mit dabei. Aber ich müsste halt einen Schlauch einziehen und könnte nicht mehr Tubeless weiterfahren. Und so richtig gut zentriert würde ich das Vorderrad auch nicht mehr bekommen. Nicht die optimale Lösung, aber zum Weiterfahren taugt‘s erstmal. Also widmete ich nach dem Abendessen den Waschraum im Campingplatz zur provisorischen Werkstatt um und werkelte zu später Stunde noch rum.
Am nächsten Tag war ich wieder fahrtüchtig, und bevor es wieder auf große Tour ging sollte noch eine weitere Tagestour erfolgen. Auf den Col de la Pare wollte ich. Eine recht lange Tour, die in einem großen Bogen durch die Berge hinter Barcelonette führte. Kaum war ich da oben und stellte auf Abfahrtsmodus um, krachte und knirschte es bei der Vorderradbremse. Was war denn jetzt schon wieder los? Da hatte sich doch glatt die Klammer an den Bremsbelägen mit denen verharkt und war komplett verbogen. Das nächste Problem innerhalb von 24 Stunden. Auch dieses lösbar, die Klammer hatte ich auch als Ersatz dabei. Aber langsam wurde ich da nervös, das waren einfach zu viele Bike-Probleme auf einmal in zu kurzer Zeit. Sowas macht mich dann doch nervös wenn es bald wieder in abgelegene Regionen gehen soll. Zumindest wollte ich mal alle verbrauchten Ersatzteile nachkaufen bevor es weiter ging. Also doch noch einen Tag in Barcellonette dranhängen. Genug Touren um den Tag sinnvoll zu nutzen gab es ja.
Montags konnte ich dann noch auf einen schönen Gipfel kraxeln, und habe danach alles an Equipment bekommen, was ausstand. Ich war also bereit für die Trans Provence, eine fünftägige Tour die schon sehr lange auf meiner Liste stand. Die ist schließlich der Kern dieser Reise, um den ich alles andere herumgebastelt habe. Morgen sollte es damit also losgehen. Endlich.
