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Zuletzt in Marseille

Durch den Grand Canyon Europas

Veröffentlicht: 02.10.2025

Radtour
Saint-André → … → Moustiers-Saint-Marie
TransVerdon
Attraktion
Lac de Castillon
Saint-André, France
Attraktion
Castellane
Castellane, France
Attraktion
Verdonschlucht
France, France
Sehenswert
Notre Dame du Roc
Castellane, France
Sehenswert
Rougon
Rougon, France
Sehenswert
La Palud-sur-Verdon
La Palud-sur-Verdon, France
Sehenswert
Moustiers-Saint-Marie
Moustiers-Saint-Marie, France
Tour
Tagestour in der Verdonschlucht
Wanderung

Meine Pause bei der TransVerdon dauerte nun insgesamt eine ganze Woche. Es war also an der Zeit weiterzumachen, um die Route jetzt mal abzuschließen. Zwei Tagesetappen standen noch an bis Moustiers-Saint-Marie, dem vermeintlichen Hauptziel. Danach ging es zwar mit der offiziellen Route noch weiter bis Manosque, allerdings nur noch durchs Flachland. Die richtig spannenden Passagen sind dann also vorbei.

Der Morgen startete erstmal trüb mit Hochnebel. Das hatte vermutlich auch damit zu tun, dass Saint-André direkt am Lac de Castillon lag, einem riesigen Stausee der Verdon. Als sich die weißen Schleier nach einiger Zeit in der aufkommenden Kraft der Sonne aufgelöst hatten, schimmerte das Juwel türkisblau im Tal unter mir. Schön von oben anzusehen. Da ich ja nun nicht gerade die größte Wasserratte bin, war ich aber ganz froh dass mir die frostigen Temperaturen eine willkommene Ausrede boten, da nicht mal reinspringen zu müssen. Viel lieber folgte ich den abermals tollen Trails bis nach Castellane, der Pforte zur Verdonschlucht. Ich landete plötzlich in einem für mich inzwischen komplett ungewohnten Wuseln und Treiben - der Ort war ein Touristen-Hotspot. Alles gab es im Überfluss - Menschen, Souvenirs, Läden, Fotoapparate, Bäckereien, Eis, Cafés, Crêpes, Reisebusse, Verkehrschaos. Anscheinend wollte jeder mal die Verdonschlucht sehen. Und zwar auch all die Menschen, die nicht dort in den Bergen unterwegs sind , wo ich mich in den letzten Wochen herumgetrieben habe. Bei einer Tasse Kaffee und einem Brioche au Sucre ließ ich das erstmal auf mich einwirken.

Es war nicht allzu verwunderlich, dass die Massen sich diesen Platz ausgesucht hatten. Castellane war mit seiner urigen Altstadt schon schön anzusehen. Als besonderes Markenzeichen überragte das Städtchen ein 184 Meter hoher Kalksteinfels der mit der Kirche Notre Dame du Roc gekrönt war. Hier konnte man es aushalten. Nur für mich war es für einen längeren Aufenthalt noch etwas früh. Laut Karte sollte ich nun an der Schlucht entlang radeln, und vor dem nächsten Ort gab es noch ein paar schöne Biwakplätze. Die wollte ich heute noch erreichen.

Die Schlucht beeindruckte mich dann noch mehr, als erwartet. Der Verdon rauschte unter mir durch sein tief eingegrabenes Bett. Um mich herum standen die Felsnadeln und -türme Spalier. Ein flüssig zu fahrender Pfad leitete in stetem Auf und Ab durch diese atemberaubende Szenerie. Von den ganzen Touristen in Castellane hatte sich übrigens niemand hierher verirrt. Bis auf den ein oder anderen Wanderer war ich wieder allein unterwegs. Das war auch gut so, denn bei meinem potentiellen Nachtlager brauchte ich bestimmt keinen regen Durchgangsverkehr. Auf einem Wiesenplateau fand ich einen geeigneten Platz. Die Lage war exklusiv, der Blick unverbaut. Wenn da nur nicht dieser penetrant zugige, kalte Wind wäre, der mich schon recht früh ins Zelt trieb.

Am nächsten Morgen packte ich mich wirklich warm ein. Mütze, Handschuhe, lange Hose. Beinahe alles was ging. Eiskalt war die Abfahrt dennoch. Vor lauter Staunen war mir das dann aber ziemlich bald mal egal. Im gleißenden, rot schimmerndem Licht der Morgensonne klebte vor mir ziemlich beeindruckend die Siedlung Rougon an den Felsen über der Schlucht. Die langsam intensiver werdenden Sonnenstrahlen, und die Anstrengung des nächsten Uphills trugen ihr übriges dazu bei, dass ich allmählich Schicht für Schicht des Winterpelzes ablegen konnte. Nach dem zweiten Frühstück im freundlichen Örtchen La Palud sur Verdon folgte noch der letzte Pass. Wie nicht anders zu erwarten, zog der sich wieder ewig hinauf. Doch Moustiers-Saint-Marie war nun nicht mehr weit. Ein ziemlich technisch-rumpeliger Downhill bildete das würdige Finale bevor ich im Ziel einrollte.

Was mich erwartete, sollte eines der schönsten Dörfer Frankreichs sein. Selbstverständlich war ich da auch nicht der einzige, dem das zu Ohren gekommen war. Es war nochmal deutlich mehr los als in Castellane. Aber zurecht - das Dorf bettete sich atemberaubend in eine Schlucht unter einer Felswand ein, und wurde von dem Gebirgsbach streng in zwei Teile getrennt. Trotz des Rummels hatte sich Moustiers seinen besonderen Charme bewahren können. Ein durchaus geeigneter Ort um es sich gutgehen zu lassen und den Abschluss der TransVerdon feierlich zu zelebrieren.

Ich blieb noch einen weiteren Tag für eine Tagestour, die mich nochmal in einen anderen Teil der Verdonschlucht führen sollte und diese wiederum mit anspruchsvollen Techflow-Trails kombinieren ließ. Dann hieß es Abschied nehmen von den letzten Ausläufern des Alpenbogens. Um Marseille zu erreichen, galt es nun ein weite, flache Ebene zu durchqueren.

Auf einen Blick

Automatisch aus dem Beitrag extrahiert
Dauer
3 Tage
Wetter
Herbst
Begleitung
Allein
AbenteuerlichAbseits der Pfade
  • Lac de Castillon bei Saint-André
  • Castellane als Tor zur Verdonschlucht
  • Biwakplatz mit Blick in die Schlucht
  • Moustiers-Saint-Marie als Ziel der Etappe
  • Tagestour in einem anderen Teil der Verdonschlucht
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Antworten

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