Portugal - Alles anders als geplant, aber auch gut...

Zwei Personen - Zwei Rucksäcke - Viele mögliche Wege

Nazare - Obidos - Peniche

Unser heutiges Programm hatten wir aufgrund unserer ursprünglich ungeplanten Aufenthalte im Douro-Tal und der zweiten Nacht in Coimbra etwas aufgeweitet.

Zunächst schauten wir uns nach frühem Start in Nazaré den Strand  (Praia do Norte) an, der sehr bekannt für alle Weltekorde im Surfen von Riesenwellen ist. Hier werden jedes Jahr im Spätherbst Wellen von bis zu 30 m Höhe bezwungen. Als wir vor Ort waren, war das Meer jedoch relativ ruhig und bot uns nur 1-2 m hohe Wellen an. Bei der zu sehenden Strömung überlegt man es sich aber zweimal, ob man dort ins Meer hüpft, oder doch lieber den ruhigeren Strand, Praia da Nazaré, nimmt. Wir entschieden uns dazu, nur zu frühstücken und weiter zu fahren. Da wir die Streetfood Stände, am Parkplatz in Richtung Leuchtturm und Aussichtsplattforn zum Praia do Norte zu spät entdeckt hatten, genossen wir auf dem Berg in einem Restaurant zum Frühstück gegrillten Lachs 🙈😬. 

Insbesondere der nördliche Strand ist aufgrund seiner Abgeschiedenheit zum Ort und somit seiner Natürlichkeit auf jeden Fall sehenswert. Das können die vielen wilden Surf-Camper in ihren voll ausgerüsteten VW-Bussen betätigen 🚌. 

Gestärkt ging es an der Atlantikküste weiter über Obidos in Richtung Peniche, wo wir unsere Nacht verbringen wollten. Die Küste ist wirklich atemberaubend schön und bietet immer wieder neue Landschaften. Hier sollte man auf jeden Fall die Hauptstraßen verlassen und sich einfach immer so weit wie möglich - auch über zunächst unbefahrbar wirkende Straßen - an der Küstenlinie orientieren. 

Obidos las sich im Vorfeld "mal wieder" als historische Stadt mit einer Burg und vielen Gemäuern, wodurch sich unsere Vorfreude aufgrund der bisher schon mehrfach besichtigten Orte dieser Art in Grenzen hielt. Als wir ankamen, sah man schon von Weitem die alte auf dem Berg triumphierende Ritterburg. Näher kommend erahnte man jedoch, dass Obidos anders als das bisher Gesehene ist. Denn Obidos ist ein Dorf aus vielen kleinen urigen weißen Häusern, welches quasi in die alte Burg hineingebaut wurden. Hierdurch wurde der ganze Ort von einer riesigen Schutzmauer umgeben, welche zudem noch voll begehbar ist. Diese alte Mauer hat allerdings den Nachteil, dass es nur auf der Außenseite eine Brüstung gibt. Die Innenseite hat keinerlei Absturzsicherung und dort geht es teilweise mehr als 10 m nach unten 😳. Das ist definitiv nichts für schwache Nerven oder Leute mit Höhenangst. Die uns auf der Mauer entgegen kommenden Familien blieben auch krampfartig an der Außenmauer stehen und forderten uns somit zum "Überholmanöver" auf der Innenseite auf. Mal was anderes 😂. Ansonsten wird im doch recht stark touristischen Obidos überall der leckere Kirschlikör Ginja d'Obidos beworben, den man sich entweder mittels Schokopinneken und/oder im Sangria gönnen sollte 😊. Natürlich und 😉. Obidos kann man abschließend auch als sehenswertes Freilichtmuseum betrachten. 

Gegen frühen Abend erreichten wir schließlich die Halbinsel Peniche und dachten uns, dass wir jetzt ja auch mal den Sonnenuntergang am Meer genießen könnten. Christian suchte also einen Spot heraus, an dem das möglich war und schon machten wir uns auf den Weg. Der Weg sollte zu Fuß ca. 35-45 Minuten dauern. Was einem jedoch niemand sagte war, dass der Weg nur am Außenzaun des örtlichen Fischereihafens samt angeschlossenem Industriegebiet entlang führte. Das war nicht wirklich sehenswert. Richtig unschön wurde es aber, als die Luft einen immer stärker werdenden Duft annahm. Anscheinend wurden irgendwo im Hafenbereich die Fischinnereien aufbewahrt oder entsorgt, was bei uns selbst außerhalb des Geländes für mehr als 5 Gehminuten zu regelrecht richtigen Würgeattacken geführt hat 😂🤢🤮🤧. Das war echt knapp.... 

Naja, als wir schließlich ankamen, konnten wir in der sehr guten Xakra-Beachbar, eingehüllt in Decken und umgeben von hunderten Möwen, den Sonnenuntergang vor Peniche bei einem Glas Sangria und etwas Ginja d'Obidos genießen 😊. Das entschädigte den Hinweg, zurück nahmen wir dennoch ein Taxi 😬 und beendeten den Tag in einer Cocktail Bar. 

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