auf-udos-spuren
auf-udos-spuren
vakantio.de/auf-udos-spuren
Zuletzt in Thailand

7. Es geht voran und mir geht es gut…!

Veröffentlicht: 07.02.2026

Sehenswert
Polizei
Koh Phangan, Thailand
Sehenswert
District Office
Koh Phangan, Thailand
Sehenswert
Wat Rat Charoen
Koh Phangan, Thailand
Sehenswert
7/11
Koh Phangan, Thailand
Sehenswert
Phangan Villas
Koh Phangan, Thailand
Sehenswert
Strand
Koh Phangan, Thailand
Essen
7/11
$ · Snack

Ein neuer Tag mit neuen Möglichkeiten! Ein Tee am Meer, eine wohltuende Dusche - dann bespreche ich mit Kem die nächsten Schritte. Sie hat ganze Arbeit geleistet, und unterbreitet mir den Plan: heute zuerst mal wieder zur Polizei, wo ich ein Dokument zu Udos Todesursache einfordern soll, und damit zum „Koh Phangan District Office“, wo ich (hoffentlich) ein weiteres Dokument erhalte, das die Einäscherung freigibt. Damit geht’s dann morgen zum Rettungsdienst, und von dort zum Tempel zur Einäscherung. Sogar die notwendigen Blumen besorgt sie…! Sie rät mir dringend davon ab, die Vermieterin samt Familie wie von denen gewünscht zur Zeremonie einzuladen, sowie, überhaupt noch mal Kontakt aufzunehmen… Damit muss ich meinen Wunsch wohl begraben, mehr über Udos Zeit hier zu erfahren. Zu groß ist meine Angst davor, in unschöne Situationen zu geraten: ich habe mich schon sehr unwohl gefühlt, umringt von der Geld fordernden Familie der Vermieterin…

Das tut mir sehr weh, ich hatte mir das ganz anders vorgestellt: ich hatte mir erträumt, dass ich herzlich aufgenommen werde, mich vielleicht sogar dort einmiete, wo mein leiblicher Vater seine letzten Tage verbracht hat, und abends bei einem kalten Bier Geschichten über ihn erzählt bekomme. Allerdings hat diese Hoffnung schon einen Dämpfer bekommen als ich von den Gästen dort auf meine Frage: „Ihr wart Freunde von Udo?“ ein relativ uneuphorisches „Naja, man kannte sich…“ zurückbekam…

Ich mache mit David & Kem aus, dass ich eine weitere Woche bleibe, ich fühle mich zu wohl hier - und weiß auch gar nicht, ob ich alles Weitere alleine geregelt bekommen würde, sollte ich morgen ausziehen…

Wieder einmal auf der Polizei werde ich recht freundlich begrüßt, und nach oben geschickt - man kennt mich mittlerweile, ich darf sogar im Büro warten, sitzend, auf einem dieser neon-pinken Plastikstühle (Restposten? Anti-Aggressivitäts-Maßnahme? Ich traue mich nicht zu fragen…). Der für mich zuständige „Captain Cem“ ist nämlich gerade nicht im Haus, auf Einsatz wegen einem „toten Touristen“ - oder vielleicht auch nur außer Haus und im Allgemeinen zuständig für tote Touristen, so ganz bekomme ich das nicht heraus, auch hier ist die Kommunikation schwierig. Aber ich soll mich setzen und warten, wieder einmal, so viel wird klar…

Ein mir bisher unbekannter Beamter kommt ins Büro, lässt sich meinen Fall schildern, schaut sich die vorhandenen Dokumente an & telefoniert mehrfach länger. Er verschwindet, kommt wieder, und fragt dann: „Ah, you are his daughter?!“ Ja, wie mehrfach erwähnt bin ich Udos Tochter, warum ist das offensichtlich immer wieder so erstaunlich?! Er telefoniert wieder, ein 2. Kollege (Vorgesetzter?) kommt dazu, beide durchwühlen auf einem anderen Schreibtisch gestapelte Dokumente… Ich warte weiter, aber diesmal ist die Atmosphäre freundlicher. Das wird nie was mit um 14 Uhr beim District Office zu sein (Kems Planung), wenn das hier so weitergeht… Vermisse erneut mein Häkelzeug!

Außerdem muss ich wirklich aufmerksam sein: wenn ich angesprochen werde, dann in so stark „gefärbtem“ Englisch, dass ich oft erst beim 2. oder 3. Mal bemerke, dass ich gemeint bin…

Der Kollege entschuldigt sich, der zuständige Beamte sei in Surathani, und am Montag wieder im Büro, ich solle dann wiederkommen - mittlere innere Krise meinerseits. Mit Hilfe der Übersetzungs-App (unverzichtbar!) mache ich ihm klar, wieviel Zeit schon vergangen ist, und mir an einer schnellstmöglichen Einäscherung gelegen. Ich bitte & ich flehe, und siehe da, „I understand you!“, er telefoniert, setzt sich an den Rechner, und druckt mir das Dokument aus - er hat seinen Kollegen erreicht, der ihm gesagt hat wo es abgespeichert ist… Ab damit ins District Office (oder das, was es laut Navi sein muss - ich kann ja mal wieder nichts lesen hier!). Am „Empfang“ versteht man mich überhaupt nicht, ein Bürger hilft bei der Übersetzung. Ich werde weitergeschickt, und komme ziemlich schnell an die Reihe. Dokumente werden gesichtet, mein Pass wird kontrolliert - dann fällt auf, dass auf dem Dokument der Polizei eine Angabe fehlt, und ich werde zurückgeschickt. Zum Glück liegen beide Gebäude nicht weit voneinander entfernt… Mit immer weniger Hemmungen, auf mich aufmerksam zu machen erhalte ich von der Polizei diesmal auch ohne längere Wartezeit, dass das Dokument vollständig ausgefüllt wird (und es ist ihnen auch ein bisschen peinlich, habe ich das Gefühl). Siegessicher zurück zum Bezirksamt, meine Unterlagen werden eingesammelt, und - ich warte…

Funny moments (die lustigen): wenn versucht wird, mein Name auszusprechen, inkl. aller drei Vornamen…

Frightening moments (die beängstigenden): gefühlt dauernd muss ich Dokumente unterzeichnen, die ich gar nicht lesen kann. Eine Übersetzung gibt es nicht, und ohne meine Unterschrift geht es hier nicht weiter. Ständig wird mir versichert, dass sei schon okay, ich solle mir keine Sorgen machen. Die haben ja keine Ahnung, was das mit meinem sicherheitsbedürftigen Hirn macht…! Und während ich das in Deutschland nie tun würde, unterschreibe ich hier fleißig alles, was man mir vorhält…

Ich werde gefragt, welchen Tempel ich mir ausgesucht habe. Ich muss einen Tempel aussuchen?! Bisher dachte ich, es wird „automatisch“ der in der Nähe der Rettungsstation…? Zum Glück erscheint wieder mal ein Engel in Gestalt einer jungen Frau mit Englischkenntnissen, und unter Zuhilfenahme von Übersetzungs- & Karten-Apps einigen wir uns auf genau den, „Wat Rat Charoen“.

Ich habe das Gefühl, die Sachbearbeiterin bearbeitet zwischendurch alle anderen hereinkommenden Anliegen, während 3 Kolleg:innen zumindest für meine Augen relativ untätig herumsitzen - aber was weiß ich schon von den Abläufen hier…?! Draußen scheint die Sonne, und wenn ich hier fertig bin, habe ich quasi den Rest des Tages „frei“, Yippieh…! Das Meer ruft…

Zurück beim Bungalow möchte ich Kem meine Schätze (die neu erhaltenen Dokumente) zeigen - da sie beschäftigt ist schicke ich ihr Fotos davon, und erhalte kurze Zeit später die beste Nachricht des Tages: „You have all the documents now. Everything is perfect.“

Für heute ist meine Arbeit getan, und ich suche mir einen Strand, an dem ich ein bisschen Zeit verbringe. Eine halbe Stunde vor Sonnenuntergang fahre ich, mit einem kurzen Zwischenstopp im 7/11, zu den Phangan Villas, wo Chris & David am

Meer sitzen. Die Begrüßung fällt sehr herzlich aus, und wir stoßen mit dem von mir mitgebrachten kalten Bier an (ich weiß schließlich, was sich gehört)… Mit am Tischchen sitzen Birgit & Mättes, aus Köln, ausgerechnet! Ich erzähle, was in der Zwischenzeit passiert ist, es wird viel gelacht und genickt - die scheinen auch schon alle Erfahrungen mit thailändischer Bürokratie gemacht zu haben. Später rollere ich selig heim, mit dem festen Vorsatz, noch einmal rauszugehen, was zu unternehmen. Ich chille ein wenig in der Hängematte, weil „mein“ Pavillon frecherweise besetzt ist: von einem deutschen Pärchen, was gestern eingezogen ist. Die beiden haben es sich richtig gemütlich gemacht: Getränke, Snacks, Musik, Karten. Sie fragen mich, ob ich eine Partie mitspielen möchte, und ich schließe mich gerne an - aber nur für eine Partie, ich will ja noch los! Nun, Tini & Niels aus Hamburg sind sehr nett, ihre Geschichten interessant, die Stimmung gut - letztendlich versacke ich, und gehe trotzdem recht spät ins Bett…

Da ich immer wieder gefragt werde, wie es mir bei der ganzen Sachen eigentlich geht, versuche ich mal, meine Gefühlslage zu beschreiben: es fühlt sich irgendwie undankbar an, in dieser Kulisse etwas anderes als „gut!“ zu antworten - egal, wie traurig der Anlass dieser Reise ist. Ich bin auf einer der schönsten Inseln, das Klima perfekt, das Essen köstlich, das Leben günstig. Aber irgendwie kann ich das nur „mit angezogener Handbremse“ genießen, weil immer noch irgendein ein To Do wartet. Diese Angespanntheit überschattet alles, selbst die Neugier & die Trauer. Ich versuche, meine Ängste kleinzuhalten: werde ich hier, in einer fremden Sprache, über den Tisch gezogen? Bedeutet die nächste Unterschrift meinen kompletten finanziellen Ruin? Und wer hat überhaupt gesagt, dass ich erwachsen genug bin für den ganzen Shit hier…?! Diese volle Verantwortung, mich mit keiner „Vertrauensperson“ beraten können, alle Entscheidungen alleine treffen müssen - irgendwie hatte ich mir das alles leichter vorgestellt.

Und nicht zuletzt: ich hoffe, ich bleibe gesund - für Impfungen (z.B. Hepatitis A) war die Sache zu spontan (ich hab mich erkundigt).

Dazu vermisse ich einige Menschen schon sehr, und würde neben dem ganzen Nervigen auch die schönen und lustigen Momente gerne mit einer oder mehreren Personen an meiner Seite teilen. Zum Glück lassen mich meine Freund:innen & Familie nie alleine, und auch ausgelöst durch diesen Blog erreichen mich viele warme Worte (noch nie habe ich so viele Sprachnachrichten erhalten & verschickt). Shoutout an Mel, die grad in Neuseeland ist: du schaffst es immer, mich (wieder) zum Lachen zu bringen, danke dafür!

Also, als Zusammenfassung: mir geht es den Umständen entsprechend sehr gut!

Auf einen Blick

Automatisch aus dem Beitrag extrahiert
Wetter
Sommer
Begleitung
Mit Freunden
KulturellEntspannendAbseits der Pfade
  • Behördengänge auf Koh Phangan
  • Dokumente für die Einäscherung werden endlich vollständig
  • Sonnenuntergang am Strand mit Bier
  • Abend mit neuen Bekannten
Übersetzungs-AppKarten-App
TransitKulturStrandGeschichte
auf-udos-spurenFolge diesem Blog und verpasse keine neuen Beiträge.
Antworten (1)

Elkevor 6 Monaten
Liebe Ilka,gut das Uli u. Edith eben zu mir nach Spanien gekommen sind und das ich jetzt endlich deinen Block lesen kann,meine Emotionen gehen von Trauer überFreude ,es tut mir so Leid das du das alles so meistern mußt. Bitte mach alles was dir gut tut.Es ist so traurig das du das alles alleine machen und durchstehen mußt.Ich denke ganz viel an dich, auch wenn ich dir damit nicht helfen .kann .Ich hoffe wenn morgen der TAG hinter dir ist wird es dir besser gehen.Ich bin morgen in Gedanken ganz fest bei dir,ich würde mich freuen wenn du das mit der Beisetzug von .meinem Bruder und deinem Papa nicht alleine mache mußt.Ich drücke dich ganz fest

Thailand
Reiseberichte Thailand