9. Udo findet seine letzte Ruhe…
Udos sterbliche Überreste finden ihren letzten Frieden - er hat seinen (vermuteten) Willen bekommen, und darf jetzt für immer hier bleiben…

Veröffentlicht: 11.02.2026













Ich habe lange überlegt, ob ich das hier fortführen soll - als „reinen Urlaubsblog“, wirklich lange… ‚Gehört sich das?‘ war dabei eine der Stimmen in meinem Kopf. Aber da ich davon ausgehe, dass Udo vermutlich genau solche Sachen gemacht hat, als er hier gelebt hat, nehme ich euch einfach weiter mit.
Und wer das als pietätlos empfindet, möge an dieser Stelle bitte einfach aufhören mitzulesen… Danke!
Ab jetzt geht’s nicht unbedingt chronologisch weiter, aber ich steige direkt mit einem „Banger“ ein…
Meine netten Nachbarn wollen zur „Eden Party“ - genau die, die mir als Allererste hier auf der Insel empfohlen wurde! Leider mal wieder nur „elektronische Musik“ - aber die Fotos von der Location überzeugen mich, die ist wirklich einmalig: viel Holz, in die Felsen gebaut. Und abgelegen: man nimmt ein Taxi-Boot dorthin, ich freue mich sehr auf dieses kleine Abenteuer! Unser Vermieter warnt uns, das Meer im Auge zu behalten: Seegang ist angekündigt. Dann fahren die Boote nicht, und der Heimweg über Land dauert viel länger.
Gestärkt durch einen obligatorischen Eiskaffee aus dem Supermarkt (überraschend gut!) halten wir an der Straße ein Songthaew (Sammeltaxi) an, was uns zum nächsten Richtung Haad Rin im Süden bringt.
Ich lieb‘s, hinten auf der überdachten, aber ansonsten offenen Ladefläche durch die Nacht zu brausen, und irgendwie kommt man auch immer mit den anderen Fahrgästen ins Gespräch.
Angekommen gönnen wir uns in den fantasievoll beleuchteten Straßen noch ein schnelles Streetfood, und erfahren dann an der Anlegestelle, dass der Bootsverkehr bereits eingestellt wurde! Was sich mittlerweile auch unter den Taxifahrer:innen herumgesprochen hat, die nun keine Fahrgäste mehr herbringen. D.h. aber auch einfach ganz generell: keine Taxis grad hier…! Wir suchen, und finden irgendwann eins, das uns genau wieder dahin zurückbringt, wo wir herkamen. Also nochmal umsteigen, diesmal „direkt“ Richtung Eden.
Wie sag ich’s? Habt ihr als Kind vielleicht mal so Spielzeugautos ziemlich wahnsinnige Steigungen & Abhänge rauf & runter sausen lassen…?! Erinnert sehr daran…
Das muss man schon mögen, aber diese Fahrt durch den nächtlichen Dschungel werde ich mit Sicherheit nie vergessen! Hinten auf dem offenen Truck, auf seitlich angebrachten Bänken, ohne nennenswerte Rückenlehne (von Sicherheitsgurten ganz zu schweigen), d.h. bei jedem Abwärts werde ich (als Erste in der Reihe) gegen die Fahrerkabine gedrückt, bei jedem Aufwärts kann ich aufatmen. Und von beidem gibt‘s eine Menge. Es ist ein ca. 20-minütiger wilder Ritt durch den nächtlichen Dschungel, viele „Ohs!“ & „Ahs!“ und viel ungläubiges Lachen hier hinten. Zwischendurch überholen wir das Fahrzeug vor uns - Motorschaden!
Als wir unser Ziel erreichen, gehen wir über den Strand Richtung Beleuchtung auf den Felsen. Ein wirklich traumhafter Anblick - weswegen ich (wie vermutlich jeder „Neuling“) erstmal stehen bleibe & das exakt gleich Foto schieße wie alle Personen vor oder hinter mir… Über zauberhaft beleuchtete Treppen & Stege aus Holz geht’s hoch zum „Eden“ - natürlich vorbei an einem der unvermeidlichen CoffeeShops. Ich bin etwas irritiert, dass ich kaum Musik höre - das ändert sich, als wir näher kommen. Wie so oft müssen alle ihre Schuhe ausziehen, ein bunter Haufen, bei dem ich mal wieder froh bin, so kleine Füße zu haben - meine Schuhe nimmt keine:r aus Versehen…
Im Inneren sind Aufnahmen verboten: „What happens at Eden, stays at Eden!“.
Es gibt mehrere „Tanzflächen“ und Terrassen, überall liegen die typisch thailändischen Liegematten mit dreieckigem Kopfteil aus. Alles ist sehr bunt, es gibt einige ausgefallene „Verkleidungen“, generell ist die Stimmung sehr friedlich, freundlich & angenehm - ich fühle mich wohl (trotz der Musik)… Aber dass ich tatsächlich irgendwann die Sonne am Horizont aufgehen sehe, was von der Menge nochmal extra gefeiert wird, damit hatte ich eigentlich nicht gerechnet. Sooo wunderschön! Ob Udo das mal hier miterlebt hat? Bestimmt…!
Ich mache mich auf den Heimweg, und wundere mich schon von Weitem über das etwas hilflose Geklettere ein paar jüngerer Frauen über die Felsen unten am Strand. Als ich näherkomme realisiere ich warum: es ist Flut, der Strand an dieser Stelle einfach weg. Also noch ein bisschen Äffchen spielen, bevor wir nun im Hellen durch den Dschungel düsen. Leider hat mein Handyakku den Geist aufgegeben, denn das ist nochmal ganz anders beeindruckend: dichter Urwald, so weit das Auge blickt, und hineingeschlagen diese Schneise aus ausgefahrenem „Feldweg“ und betonierter Straße. Auch die Rückfahrt macht mir riesigen Spaß, auch wenn der Herr neben mir extrem „man-spreaded“ (sehr breitbeinig sitzt) und zwischendurch wegnickt (!) und gegen mich kippt. Also Angst habe ich keine, eher so‘n angenehmes Achterbahn-Gefühl - aber wie man hierbei einschlafen kann, ist mir echt ein Rätsel…?!
Zuhause gönne ich mir ein stärkendes Frühstück aus Reissuppe mit Hühnchen & frisch gepresstem Saft, bevor ich mich für ein paar Stündchen schlafen lege (ein Hoch auf die Klimaanlage an dieser Stelle). Und dann einfach mal gucken, was der Tag noch so bringt…
