11. Es ist nicht mehr dasselbe (Chaloklum Beach)…
Ich gehe Schnorcheln - und sehe mehr Grau als Farben. Aber auch dieser Tag findet ein gutes, leckeres Ende…

Veröffentlicht: 13.02.2026










Ich habe ja hier jetzt grad „nach keinem zu fragen“ - Zeit für „special interest“-Dinge. Vorausgeschickt: Waffen sind böse, und sollten nie frei zugänglich sein, meiner Meinung nach. Aber irgendwie mag ich‘s zu schießen, und bin auch nicht schlecht - keine Ahnung warum… Bisher allerdings nur mit Gewehren, da aber auch schon Jagd-Kaliber, mit ordentlich Rückstoß (Stichwort: „Schieß-Kino“). Und da ich mich letztens erst mit einer sehr netten Polizistin darüber unterhalten habe, wie es ist, mit einer Pistole zu schießen (das ist aber in Deutschland kaum möglich „einfach so“), ist es ein lustiger Zufall, dass genau da, wo wir auf den Shuttle zum Eden warten ein Plakat von einer „Shooting Range“ hängt… Ich mache mich schlau, und so wie’s aussieht haben die eine große Auswahl an Waffen, viel mehr bekomme ich online aber nicht heraus. Und da der Navigator mir (wie eigentlich ständig hier) 15 Minuten anzeigt, mache ich mich zwecks weiterer Infos auf den Weg (Darf ich wirklich? Was muss ich mitbringen, Pass, geeignete Kleidung…?). Am Ende wird’s mal wieder abenteuerlich: ich muss mit dem Roller über eine recht schmale Brücke (für PKW ungeeignet!), und danach ein kurzes, uneben ausgewaschenes Stück bergab. Der Roller rutscht mir fast weg, ich fange ihn, mit beiden Füßen über den Boden rutschend, und ahne jetzt schon: das werde ich auf dem Rückweg bergauf sehr wahrscheinlich bereuen…
Am Ziel: siehe da, ich darf, und zwar sofort, in Shorts & Top. Ich entscheide mich für 10 Schuss mit einer Glock, 9mm, und bekomme eine kurze Einweisung - was wieder schwierig ist dank mangelnder Englisch-Kenntnisse der beiden Herren, die sich mit mir beschäftigen… Auf einmal darf ich schießen, ich, mit einer „richtigen Pistole“, das ging jetzt irgendwie sehr schnell. Ich konzentriere mich, atme ein, ziele, atme aus, halte die Luft an - und drücke ab. Der Rückstoß ist ungewohnt, weil beidseitig, aber ich bin stolz auf mich: ich habe nicht verzogen aus Schreck vor dem trotz Gehörschutz recht lautem Knall, und einen Treffer gelandet! Ich will, keine Ahnung warum, die Pistole hinlegen, und beide Männer rufen „4 more times!“. Also schieße ich noch vier Mal, kurze Pause zum Durchatmen & Nachladen, dann weitere 5 Schüsse. Alle 10 treffen die Zielscheibe, und die beiden tun zumindest netterweise so, als wären sie beeindruckt. Immerhin ist eine 9 dabei - ich finde kein schlechtes Ergebnis fürs erste Mal. Das ist jetzt aber genug Adrenalin für heute, ich verabschiede mich dankend & immer noch aufgeputscht.
Meine Frage, ob ich die Waffe fotografieren darf wird falsch verstanden, und man nimmt mir mein Handy aus der Hand & drückt mir die Glock in selbige. Also ein Mal posen für die Kamera, dann nochmal die Pistole alleine fotografieren, und schon bin ich wieder raus. Wow! Ich zittere immer noch leicht, und freue mich wie ein kleines Kind, mir selber diesen Wunsch erfüllt zu haben. Den Rückweg wuppe ich mit genügend Mut & Gas überraschenderweise ohne Probleme. Mittlerweile bin ich so sicher auf dem Roller, mir machen weder Sand (teilweise viel Sand) noch die Hunde, die sich immer mal wieder auf die Straße verirren etwas aus, ich umkurve elegant Schlaglöcher und Bodenschwellen, und meistens denke ich auch daran, den Blinker wieder auszuschalten…
Straßenhunde gibt’s hier jede Menge, Katzen sehe ich dagegen leider nur sehr wenige.
Großmaul das ich bin, habe ich jemandem eine Postkarte versprochen - obwohl ich durch Istanbul hätte gewarnt sein sollen! Anscheinend schreibt keiner mehr welche, Postkarten auftreiben ist schon schwierig - aber erst Briefmarken, und einen Briefkasten…! Also, solltest du eine Karte von mir erhalten: ich will kein Wort über das Motiv hören - es war schwer genug, diese zu ergattern!
Ein weiteres Detail, dass vermutlich nur Menschen kennen, die schon mal hier waren (oder in anderen Ländern mit ähnlicher Kanalisation): Toilettenpapier darf (falls vorhanden) keinesfalls in die Toilette, sondern in den immer bereitgestellten Eimer daneben. Weil wir Touris das aber immer wieder gerne vergessen, gibt es die lustigsten Schilder zu dem Thema („You flush it, you fish it“ - wenn du‘s runterspülst, musst du‘s rausfischen). Einen Wasserschlauch gibt es dafür auf wirklich jeder Toilette. Und beim
Eden muss man zum Abspülen Wasser mit einer Schüssel aus einem großen Bottich ins WC schütten… Trinken sollte man das Wasser aus der Leitung auf keinen Fall, selbst zum Zähneputzen empfiehlt sich Wasser aus der obligatorischen Wasserflasche (die hier überall sehr günstig angeboten werden)…
Meine größte Herausforderung momentan ist, eine Nubbelrede zu verfassen - während der Straßenkarneval in Köln schon in vollem Gange ist. Fällt mir in dieser Umgebung echt schwer, zumal man sich ja gedanklich mit den Dingen beschäftigen muss, die im letzten Jahr nicht so gut gelaufen sind. Ich überlege, kölsche Musik laufen zu lassen, um „in Stimmung“ zu kommen, entscheide mich aber dagegen - das fühlt sich irgendwie nicht richtig an, und nachher fange ich noch an, den Karneval hier zu vermissen…! Das ist nämlich was, auf das ich mich das ganze Jahr freue, ich nehme mir frei & feiere das Brauchtum - nur dass meine Urlaubstage jetzt futsch sind, und ich Rosenmontag (& Veilchendienstag) arbeiten werde (das erste Mal in meinem Leben!)… Wenn ich zuhause ankomme geht der „Zoch“ (Karnevals-Umzug) durch mein „Veedel“, bin schon sehr gespannt, wie mein Jetlag ausfällt…
Ach ja, natürlich erkunde ich zwischendurch immer mal wieder die Insel, suche mir einen schönen Strand, und gammle auch mal ein bisschen faul rum…
