Veröffentlicht: 17.08.2025










































































28.7.2025
Highlights heute:
Auch heute gilt: der frühe Vogel....und so....
Wir starten um 8 Uhr Richtung Hochebene Paul da Serra, die wir ja mittlerweile wie die Gegend um Rabacal schon gut kennen. Im Nachhinein wirklich wieder ein Pluspunkt für den Standort Calheta! Sowohll vom Wetter als auch von unseren bisherigen Ausflügen war Calheta für uns der perfekte Standort!
Das Wetter in Calheta ist - natürlich wie jeden Tag - sonnig und warm! Laut Wetterapp und Webcam soll das Wetter aber an der Nordwestküste heute ganztägig schlecht sein. Naja, mal sehen. Irgendwann müssen wir dort ja hin.
Auf der Hochebene ist es jedenfalls sonnig. Wir fahren an einigen Kühen vorbei, die auf und neben der Straße stehen und stoppen am Miradouro da Fonte do Bispo. Wir können sehen, wie die Wolken vom Meer aus ins Labdesinnere drücken. Wie gestern am Pico haben wir zwei Wolkenschichten: eine oben am Himmel, eine unter uns in den Tälern und schon jetzt ist klar, dass wir wohl heute wieder wenig Sonne sehen werden, wenn wir gleich nach unten ans Meer fahren werden.
Kurios: hier hat es mal gebrannt (letztes Jahr?), die Leitpfosten nebend er Straße sind geschmolzen und wurden bisher nicht ersetzt, was zu einem sehr wiruigen Bild führt, wenn eine Kuh daneben steht 😁
Unser nächster Stopp ist die Luftseilbahn Achadas da Cruz (Teleférico da Achadas da Cruz), die mit 98 Prozent Gefälle die steilste Luftseilbahn auf Madeira ist. Sie verbindet die auf der Klippe liegende Gemeinde Achadas da Cruz mit den am Ufer liegenden Gärten Fajã da Quebrada Nova, die wegen des fruchtbaren Bodens für die Landwirtschaft genutzt werden und sonst per Auto etc nicht zugänglich sind. Diese Seilbahn dient also nicht nur dem Tourismus, sondern auch dem Transport der Landwirte und deren Ernte (einer der Hauptgründe für ihre Errichtung).
Wir erreichend die Seilbahn gegen 9 Uhr, der Parkplatz (es gibt nur wenige Parkplätze, deshalb sind wir so früh) ist noch leer. Der Himmel zeigt ein paar Wolkenlücken, wo sich ab und zu mal ein Sonnenstrahl hindurch verirrt.
Vor uns sitzen gerade zwei Touris in der Seilbahn und fahren nach unten. Das schauen wir uns vom Geländer - nennt sich übrigens Miradouro das Achadas da Cruz- genauer an. Mir wird schon beim Hinunterschauen schwindelig. Oje, das ist echt steil!!!
Es weht ein wenig Wind, der aber ausreicht, um die Seilbahnkabine hin und her schaukeln zu lassen. Insgesamt fahren übrigens immer 2 Kabinenn gleichzeitig - eine hoch und eine runter.
Das Ticket schlägt mit 5 € / Person zu Buche. Ich hoffe fast, dass Sohnemann einen Rückzieher macht, denn dann hätte ich einen Grund, auch hier oben zu bleiben, aber er sagt nichts....
Zusammen mit einem Ehepaar sitzen wir also zu Sechst (Maximalbelegung) in der kleinen wackeligen Kabine. Überall pfeift der Wind rein, das obere kleine Fenster wurde mit Ducktape geklebt....😱
Ahhhhh....ich will hier raus....
Die Hälfte der Strecke nach untern ist noch recht ruhig, dann wird es aber unfassbar windig. Wir schaukeln hin und her und ich kann es kaum erwarten, endlich unten anzukommen und diese Klappergondel zu verlassen.
An der Talstation steht übrigens kein Mitarbeiter. Sowas wäre ja in Deutschland undenkbar. Man steigt alleine aus, eine Kamera überwacht den Prozess und managt auch die Rückfahrt, falls oben keine Touristen stehen sollten, man aber von unten wieder nach oben möchte.
Wir laufen kurz ein Mal um das Häuschen herum, schauen uns die Wellen an, die auf den Kiesstrand klatschen und stellen uns dann sofort wieder für die Fahrt nach oben an (wir sind alleine, das andere Ehepaar geht spazieren).
Es kommt gerade eine andere Tourigruppe per Gondel nach unten uns steigt aus. Wir springen schnell rein und schaukeln wieder nach oben.
Ja....tolle Aussicht... und so... ich habe Höhenangst - ist jetzt nicht meine Lieblingsveranstaltung.
Oben angekommen hat sich der Parkpatz schon deutlich gefüllt. Wir schauen von dem Aussichtspunkt noch eine Weile nach unten und fahren dann weiter.
Heute steht eine weitere Levadawanderung an. Die Levada da Ribeira da Janela ist eigentlich 25 km lang und hat natürlich einen unterschiedlichen Start- und Endpunkt, was füür uns mit Auto immer schwierig ist. Bestimmt könnten wir das Problem mit einem Taxi irgendwie lsen, da wir aber heuet noch andere Punkte auf der Buckt List haben, wollen wir nur die ersten 6,5 km der Levada laufen, die besonders schön sein sollen und nach einem Tunnel zu einem Wasserfall führen. Klingt nach einem Plan, das Wetter zeigt sich ja leider nach wie vor nicht von seiner schönsten Seite, da wären 25 km (mit 6 Tunneln, die teilweise nur sehr schwer begehbar sein sollen) wohl eine Herausforderung geworden.
Gegen 10 Uhr erreichen wir den Parkplatz an der Levada (hier gibts auch einen Grillplatz und öffentliche & saubere (!) WCs). Es steht nur ein Auto außer unserem auf dem Parkpatz, hier sind wir also abseits des Massentourismus unterwegs - sehr schön! Die Tourimassen haben uns bei der Levada 25 Fontes und auf dem Pico schon ziemlich geschockt....
Heute habe ich auch meine Trekkingstöcke dabei. Bisher wären die ja eher hinderlich gewesen, bei den teils extrem engen Levadas, heute soll der Weg aber deutlich breiter sein - also teste ich das.
Die ersten Kilometer führen uns durch Wald und Wiesen, über kleine Brücken und an Höhlen vorbei. Landschaftlich wirklich sehr schön und nach der ersten Stunde kommt tatsächlich die Sonne raus und es wird schlagartig sehr warm!
Die Ausblicke sind gigantisch. Man fühlt sich wie im Dschungel oder in einem Jurassic Park Film.
Nach ca 6 km erreichen wir den ersten Tunnel. Ein Hinweisschild warnt lapidar vor "PERIGO" (Gefahr). Bisher kamen uns nur 2 Trailrunner mit Hunden entgegen, wir sind nach wie vor alleine, also hoffentlich jetzt im Tunnel kein Gegenverkehr. Etwa 100m hinter uns kommt ein Vater mit seinen Kindern anmarschiert, wenn möglich wollen wir nun vor ihm durch den Tunnel.
Neben Pfützen im Tunnel gibt es auch viele sehr rutschige Stellen. Gutes Schuhwerk ist hier ratsam, wenn man nicht sofort klatschnasse Füße haben will und verhindern will, ständig auszurutschen.
Als wir den Tunnel verlassen, stehen wir in einer riesigen halbrunden Felswand, die komplett mit Moos und grünen Pflanze zugewuchert ist. Überall tropft es herunter, Wasserläufe bahnen sich den Weg nach unten, aber der eigentliche Wasserfall, der in der Mitte der Wand über eine Levadaüberdachung "fallen" soll, ist weitgehend trocken. Hier läuft eher ein Rinnsal über die Überdachung. Als wir darunter stehen kann ich nur sagen, zum Glück führt der Wasserfall kein Wasser. Wir wren wohl vom Spritzwasser klatschnass geworden, denn schon das wenige Wasser reicht aus, um das Gefühl einer Dusche zu haben.
Mitterweile hat uns der Vater mit den beiden Kindern eingeholt. Das Mädchen (Grundschulalter) trägt "Blinkies", blinkende Stoffturnschuhe, die schon komplett durchgeweicht sind. Sie grüßen uns und verschwinden im zweiten Tunnel. Hut ab, die haben wohl die 25 km vor sich! Ich sehe, wie sie im Tunnel um die Kurve laufen und der Vater flucht, weil er sich den Kopf gestoßen hat (sie haben auch nur Handys zum Leuchten dabei).
Wir drehen um. Gerade, als wir durch den ersten Tunnel zurückgehen wollen, kommt uns ein Pärchen entgegen. Ausweichen ist in dem Tunnel quasi nicht möglich, daher warten wir.
Mittlerweile hat sich die Sonne durchgesetzt und es ist ordentlich warm geworden. Ich bin froh, keine Jacke mitgenommen zu haben. Der Rest der Familie muss diese nun entweder umbinden oder in die Hand nehmen.
Leider empfängt uns Porto Moniz mit Wolken, Wind und +22 Grad. Schade, aber da zieht mich dann doch nichts ins kühle Nass.
Wir essen im Poça Dos Arcos Restaurant, eher eine Snack Bar, direkt am Meer zu Mittag. Die Pizza ist ok, die Marerita sehr lecker, auf der vegetarischen Pizza glänzt Dosengemüse..nicht ganz so lecker. Aber wir sind nun satt und erkunden die Gegend.
Es gibt in Porto Moniz zwei "Natural Pools", in denen man sich im Meerwasser erfrischen kann:
Wir schauen uns die Piscinas Naturais do Aquário (auch Piscinas Naturais Cachalote), die ursprünglichen Pools an. Die Becken liegen etwas weiter westlich, am Ortsausgang, in der Nähe des Restaurants Cachalote. Der Zugang ist hier kostenlos, man muss also keinen Eintritt bezahlen (kennen wir von den Azoren, wo uns die Lavapools aber sowohl optisch als auch von der Wasserqualität mehr überzeugen konnten.)
Das Wasser wirkt hier wenige "durchgemischt", kein regelmäßiger Frischwasseraustausch durch das Meer, in vielen Pools wirkt das Wasser milchig und grün. Hier zieht uns nichts rein...
Auch gibt es keine Umkleiden oder andere sanitären Einrichtungen wie Duschen etc. und - wo viele Menschen sind - ist auch viel Müll....überall finden sich Essenreste und sonstiger Müll - neben und in den Pools....🤢
Nein, wirkt auf uns nicht sehr einladend, zumal wir den Vergleich zu wirklich tollen Pools auf den Azoren vor Augen haben (allen voran die auf Terceira, die waren wirklich wunderbar! => siehe mein Azorenblog https://vakantio.de/abenteuer-azoren/tag-3-von-sao-miguel-nach-terceira )
Die Becken der kostenlosen Pools Piscinas Naturais do Aquário sind deutlich naturbelassener und rauer als die der offiziellen Pools. Die Lavafelsen sind scharfkantiger, der Untergrund unregelmäßiger, da es eben kein gebauter Pool ist. Trotzdem würde ich eher die 3-5 € für die Piscinas Naturais do Porto Moniz (Die offiziellen Pools) in die Hand nehmen. Von der Klippe aus sehen wir die Touris in den offiziellen Pools planschen und auf der Außenmauer zum Meer sitzen. Hier scheint das Highlight zu sein, auf eine große Welle zu warten, die einen dann von der Mauer zurück ins Schwimmbecken spült. Sehr lustig anzuschauen.
Wir verabschieden uns von Porto Moniz und ich trauere noch kurz dem entgangenen Schwimmerlebnis mit Wellenspaß in den offiziellen Pools nach, freue mich aber dann auf die Dinge, die heute noch vor uns liegen.
Nächster Stopp: Filmkulisse!
Ja, Madeira diente erst vor Kurzem als Fimkulisse für die STAR WARS Serie "Ahsoka" (engl. "The Acolyte") genutzt. Tatsächlich haben wir die Serie sogar gesehen und im Nachhinein können wir die Drehorte sogar zuordnen und uns erinnern:
Auf den ersten Blick sieht man einen großen vulkanischen Felsen, außen mit Basaltsäulen, durch den ein Tunnel auf die Meeresseite führt, den man über Treppen erreicht.
Der Miraduoro dos Ilhéu da Ribeira da Janela.
Wir laufen den Weg allerdings um den Felsen herum, da wir zuerst ans Meer gehen und quasi direkt vor dem berühmten Felsen stehen. Am steinigen Strand finden wir jede Menge "Steintürmchen". Über einen Pfad erreichen wir den Aussichtsbalkon auf dem Felsen, schießen unser "Vergleichsfoto" und gehen durch den Tunnel zurück auf die andere Seite des Felsens, wo wir über die Treppen wieder hinunter zum Parkplatz gelangen.
Das nicht perfekte Sommerwetter passt jetzt tatsächich super zu dieser Szenerie.
Nächster Stopp ist der Miradouro da Ribeira da Janela, wo zwei Schaukeln zum Schaukeln einladen und man von der Aussichtsterrasse einen schönen Blick auf die Küste genießen kann.
Eigentlich wollen wir uns noch den Sandstrand von Seixal anschauen, scheitern aber an der Parkplatzproblematik. Der Verkehr staut sich durch den gesamten Ort, wir kommen nicht mal in die Nähe des Strandes und brechen unser Vorhaben irgendwann genervt ab. Wir parken weite roben im Ort und der Gatte erkundet mit der Tochter zusammen die Umgebung, aber bis zum Strand nach unten ist es zu weit und daher kommen sie bald zurück. Schade, heute werden wir also den Strand nicht mehr sehen.
Am Miradouro do Véu da Noiva kann man einenWasserfall bewundern, der den bewachsenen Berghang hinunter in Richtung Meer stürzt. Allerdings benötigt man hier eine gutes Teleobjektiv... mit meinem Handy ist er dann doch "sehr weit weg".
Auf dem Weg zurück nach Calheta fahren wir an der Küste entlang und erreichen kurz vor Sao Vicente die Uferstraße am Meer, wo mit lauten Schlägen die Wellen gegen die Betonmauer klatschen und teilweise bis nach oben auf die Straße spritzen. Cool, das müssen wir uns aus der Nähe anschauen!
Wir schauen uns das Spektakel einige Zeit an, bis wir nacheinander die Wucht der Wellen unterschätzen. Während der Gatte auf der Brandungsmauer sitzt und sselenruhig die heranlaufenden Wellen mit seinem Camcorder festhält, klatsch die völlig harmslo aussehende Welle gegen die Mauer, spritzt alerdings bis weit über die Mauer hinauf und schwappt über den Gatten.
Kleine Abkühlung - zur allgemeinen Erheiterung...😜
Die Retourkutsche folgt dann für Sohnemann und mich, als uns eine ebenso harmlos aussehende Welle mehrere Meter weiter eintlang der Mauer erwischt. Ok, jetzt haben wir fast alle einen nassen Hintern und Rücken, ab nach Calheta 😅
Ich springe noch kurz in den Pool, dann werfen wir ein paar Würstchen und Gemüse in den riesigen Grill unserer Außenküche. Ich glaube, hier kann man locker 30 Personen mit Grillgut versorgen, wenn man den ganzen Grill ausnutzt. Unser Grillgut sieht jedenfalls sehr "verloren" aus auf dem riesigen Grill.
Während wir den morgigen Tag planen, besucht uns unser Kuschelkätzchen, heute allerdings mit "Anhang". Ein kleiner Kater, komplett zerzaust, mit blutigem Maul und offensichtlich wahnsinnig scheu. Wir wissen nicht, ob er evtl einen gebrochenen Kiefer hat, mit einem anderen Tier aneinander geraten ist oder Opfer von menschlicher Gewalt wurde...
Ein schwer zu ertragender Anblick. Er sucht offenbar Schutz bei unserer kleinen Katze und im Gegensatz zu ihr (irgendwo scheint sie gefüttert zu werden, denn sie will nach wie vor bei uns nicht fressen), hat er Hunger und Durst. Ich biete ihm ein Schälchen Wasser an, welches er allerdings ignoriert. Anfassen lassen toleriert er erst nach mehreren Versuchen. Ich schneide ihm ein wenig Wurst klein, die er sofort inhaliert und sich dann auf unserer Terasse in eine Ecke unter Büschen zum Schlafen legt.
Ein Foto habe ich nicht gemacht...
Das ist leider einer der großen negativen Punkte der südlichen Inseln & Festland. Wir haben dieses Tierleid schon überall gesehen. Katzen und Hunde, die sich ungehindert vermehren, zur Gefahr der einheimischen Tiere (Vögel, Amphibien etc) werden und meist großes Leid erdulden müssen.
Schon auf den Azoren war das ein sehr großes Thema, wo überall verwilderte Katzen anzutreffen waren.
Hier auf Madeira gibt es übrigens eine einfache Regel für Katzen: selbst, wenn es sich um eine Katze mit Besitzer handelt (wir haben auf der Terrasse auch schon Besuch einer Katze mit Halsband gehabt), gilt eine klare Regel: Katzen gehören nicht ins Haus!
Das scheint bei den streunenden Katzen auch ganz tief verwurzelt zu sein, denn obwohl unsere Terrassentür meist offen steht, wenn wir da sind, trauen sich die Katzen nicht in die Nähe der Tür, oder gar ins Haus.
Hoffentlich sind unsere Ferienhaus Nachmieter auch Katzenfreunde und schenken unserer kleinen Kuschelkatze die Aufmerksamkeit, die sie sucht. Sie schläft heute wieder auf meinem Handtuch auf der Liege und genießt es ganz offensichtlich, nicht alleine zu sein 💓
Für die Statistik:
Gelaufen: 16,5 km
Gefahren: 100 km
Übernachtung: Villa Cró in Calheta
Wetter: Sonne und Wolken, bis +28 Grad
Distanz: 13 km (6,5 km Hin- und Rückweg - bis zum 2. Tunnel)
Schwierigkeit: leicht
Dauer: 3h
Start/Ende: Lamaceiros
Höchster/Tiefster Punkt: 424 /407
