Veröffentlicht: 17.08.2025






























































29.7.2025
Highlights heute:
Ja, wie könnte es anders sein... den frühen Vogel kennen wir ja nun schon sehr gut.
Um 9 Uhr erreichen wir den Parkplatz an der PR9 Levada do Caldeirão Verde im Parque Florestal das Queimadas. Der Parkplatz beherbergt nur 100 Autos - und ich würde sagen, 30 stehen morgens um 9 Uhr schon dort. Früh da sein lohnt sich also auch hier.
Es gibt ein öffentlichs WC und wie fast überall auf Madeira erwartet uns hier ein Drehkreuz, welches sich beim Einwurf der 50 Cent Münze öffnet...
Wir müssen alle auf Toilette und haben nur 1 € Stücke oder kleine Münzen! Das haben die Betreiber nicht so richtig gut geplant. Da auch niemand Geld wechseln kann, quetschen wir uns am Drehkreuz vorbei. Es ist ja nicht so, dass wir NICHT bezahlen wollen, aber der Automat schluckt nun mal keine 1 € Münzen.
Der Weg führt an einem Café und kleinen Museum vorbei, das Gebäude hat die ursprünglichen Merkmale der typischen Häuser von Santana: die Dreiecksform und das traditionelle Strohdach, was wir auch in den Tiergehegen (Enten) sehen. Die Tiere haben nämlich einen Unterstand in der Form eines traditionellen Dreieck-Häuschens. Wir gehen daran vorbei in den Wald, wo der Levadaweg startet.
Geplant ist, die Levada bis zum Wasserfall zu laufen, was etwa einer Strecke von 7 km entspricht - mit Rückweg also 14 km. Naja, wir haben ja gestern schon geübt.
An riesigen Bäumen geht es über ausgedehntes Wurzelwerk einen recht breiten Weg neben der Levada entlang.
Wir befinden uns kurz darauf im Lorbeerwald, wo reichlich Wasser durch diese bereits historische Levada fließt. Im 18. Jahrhundert wurde sie für die landwirtschaftlichen Flächen der Gemeinde Faial gebaut.
Der Weg wird schnell schmaler und teilweise hangelt man sich auf wenigen Zentimetern neben der Levada entlang - zum Glück gibt es hier Stahlseil-Geländer. Ich mag zwischendurch gar nicht nach unten schauen.
Wir laufen entlang der Levada, die von Steilhängen und Bergen betont wird, durchqueren vier in den Fels gehauene Tunnel, die teilweise so niedrig sind, dass wir nur stark gebückt hindurch laufen können.
Hinzu kommen teils knöcheltiefe Schlamm- und Wasserpfützen, die ich mit meiner Handlampe leider schlecht erkennen kann und nur mit Müh und Not passieren kann, ohne nasse Füße zu bekommen. Man muss sich schon teilweise artistisch "verbiegen", um sich trockenen Fußes durch den engen Tunnel zu hangeln.
Kurz nach dem letzten Tunnel geht es auf der linken Seite bergauf zum Wasserfall. Wir klettern hier über Steine und Felsen zum Warnhinweis, dass hier "Gefahr" droht und wegen Steinschlag der Weg gesperrt sei...
Theoretisch... praktisch klettern einfach alle unten über die Felsen nach oben zum Wasserfall. Das finde ich allerdings riskanter, als hinter dem Hinweisschild dem Pfad zum Wasserfall zu folgen, was ich dann auch mache - und mir folgen zahlreiche Urlauber.
Am Wasserfall sitzen die meisten Touris und picknicken, auch die "Bettelvögel" sind hier unterwegs. Zum Leidwesen des Sohnes sind sie aber heute nicht an seinen Knabbereien interessiert.
Das Wasser aus dem Flussbett des Ribeiro do Caldeirão Verde, welches sich oberhalb des Wasserfalls befindet, strömt hier aus etwa 100 Metern Höhe senkrecht ins Becken. Allerdings ist es heute eher ein "Rinnsal", denn viel Wasser scheint der Bach darüber nicht zu führen.
Wenn viel Wasser im Spiel ist, macht der Fluss oben seinem Namen bestimmt alle Ehre Caldeirão do Inferno.
Wir bleiben etwa 15 Minuten am Wasserfall sitzen - das Wasser ist auch hier eiskalt, niemand wagt es, zu baden, bevor wir den Rückweg antreten.
Gerade in den Tunneln wird es mit Gegenverkehr echt haarig, daher hoffen wir, dass wir noch früh genug dran sind und der große Besucheransturm noch nicht unterwegs ist.
Leider geht das nicht ganz auf und auf der letzten engen Strecke kommen uns permanent Touristengruppen entgegen. Wir müssen teils artistisch auf die Levada klettern und warten, bis alle vorbeigelaufen sind.
Auch den extrem niedrigen Tunnel habe ich nicht mehr auf dem Schirm und stoße mir mit einem ordentlichen Schlag den Kopf, beim Versuch, einer Pfütze auszuweichen. Mist...
Zu allem Überfluss übersehe ich dann auch noch die letzte Schlammpfütze und stehe bis zum Knöchel im Dreck. Super, auch ncoh nasse und schlammige Füße (einer zumindest). Das trübt die Freude über die Ankunft am Auto nach über 14 km etwas, aber wenigstens habe ich keine blutige Schramme am Kopf und Ersatzschuhe im Auto 😅
Wir haben Hunger und fahren ans Meer nach Porto da Cruz. Es ist zugezogen und ziemlich windig, schwitzen müssen wir jetzt nicht mehr. Wir finden ein Plätzchen mit Meerblick im Restaurante Praça do Engenho, wo wir Fisch, Fleischspieß und Veggies essen.
Nach dem Essen schauen wir bei der Rumfabrik Companhia dos Engenhos do Norte vorbei. Der Eintritt ist hier gratis, was wir erstmal prima finden. In der Halle läuft ein Video mit Informationen zur Rumherstellung, man kann Fässer in allen Varianten anschauen und sich an Schildern und Tafeln informieren.
Im Shop nebenan hoffen wir dann evtl auf ein Rum-Tasting, da wir nicht abgeneigt sind, ein Fläschchen zu kaufen, aber die Damen hinter dem Tresen machen keinerlei Anstalten, uns bedienen zu wollen. Ein Amerikaner vor uns erkundigt sich dann und wird ziemlich unfreundlich zurechtgewiesen. Ohne Vorabzahlung läuft hier gar nichts. Schade, dann eben nicht!
Am Miradouro da Beira da Quinta erwarten uns wieder die INSTA Sternchen. Hier gibt es zwei gläserne Plattformen, die man betreten kann und über dem Meer die Aussicht genießen kann. Die meisten Touris sind aber nur auf das perfekte Selfiefoto aus und beachten die schöne Umgebung gar nicht. Nur schade, dass es mittlerweile sehr bewölkt ist.
Bevor wir zum nächsten Aussichtspunkt fahren, machen wir einen Zwischenstopp im großen Supemarkt Continente Modelo Santana, wo wir noch einige Souvenirs wie Madeira Wein, Honigkuchen Bonbons und Kekse ergattern.
Kurios: in der Tiefgarage kann man seine Wäsche waschen und trocknen, mehrere Geräte stehen hier in der "Waschstation" zur Verfügung. Witzig!
Einer der schönsten Miradouros kommt dann als Abschluss des heutigen Tages: der Miradouro da Beira da Quinta. Ein wirklich toller Spot! Es wirkt von hier oben, als würde man auf ein Miniaturland schauen.
Die Ecke hier oben ist nur über viele kurvigen Straßen erreichbar und einen sehr schmalen Tunnel, der uns direkt mit Gegenverkehr begrüßt - es heißt also: warten...
Ein paar Tunnel später Richtung Calheta scheint übrigens wieder die Sonne bei blauem Himmel....verrückt!
Mit Kartenspielen lassen wir den Abend ausklingen. War wieder aufregend heute 😃
Für die Statistik:
Gelaufen: 21 km
Gefahren: 150 km
Übernachtung: Villa Cró in Calheta
Wetter: Sonne und Wolken, 20-27 Grad
Distanz: 7 km bis Wasserfall (14 km Hin- und Rückweg)
Schwierigkeit: mittel
Dauer: 4:30 h
Start/Ende: Forstpark Queimadas / Caldeirão do Inferno
Höchster/Tiefster Punkt: 1.020 m / 872 m
