Die heutige Etappe könnte auch heißen: "wie man sein Fahrrad nach 4000 Kilometern reibungsloser Fahrt innerhalb von 500 Metern komplett zugrunde richtet."

Ich hatte mich auf eine kurze Etappe gefreut, bis nach Larisa waren es nur noch ca. 60 Kilometer. Über Nacht hatte es geregnet, aber morgens hatte ich Glück. Komoot hatte mir empfohlen, nach ein paar Kilometern von der Hauptstraße auf Feldwege zu wechseln, da kürzer und weniger Höhenmeter. Clever wie ich bin, nahm ich das Angebot dankend an, Feldwege war ich ja gewohnt. Nach ca. 500 Metern war die Fahrt beendet und Fahrrad inkl. Taschen (und mir) voller Matsch. Zwischen Schutzblech und Reifen war so viel Matsch mit Kieselsteinen vermischt, dass die Räder blockierten und ich nicht mal mehr schieben konnte! Über den Feldweg ging es natürlich nicht weiter, aber auch der Weg zurück an die Straße dauerte fast eine Stunde. Zum Tragen zu schwer (und der Weg zu rutschig) musste ich mein Rad durch den Matsch ziehen, das war natürlich eine Riesensauerei. An kleinen Pfützen auf dem Weg konnte man das Rad von den größten Matschklumpen befreien, nach ein paar Metern war aber wieder alles blockiert. Endlich wieder an der Strasse angekommen war an ein Weiterfahren nicht zu denken, da Bremsen und Schaltung nicht mehr zu gebrauchen waren. Also wurde drei Kilometer bis zur nächsten Tankstelle geschoben (wenigstens das ging wieder). Mit Lappen und Wasserhahn habe ich gut zwei Stunden an dieser Tankstelle verbracht, inkl. Ausbau beider Räder, Einstellen der Schutzbleche, Kettenpflege und natürlich Säubern der Taschen. Ein paar Gänge knacken noch etwas, ansonsten hat mein Rad zum Glück keinen Schaden davongetragen (glaube ich). Bei leichtem Regen kam ich  entnervt gegen 16 Uhr im Hotel in Larisa an und beschloss, dort launenbedingt einen Pausentag einzulegen. So kann man eine vermeintlich kurze Etappe also mit Erinnerungen füllen!

Auch den nächsten Tag habe ich größtenteils auf dem Zimmer oder im Café verbracht, ein bisschen Sightseeing musste dann aber doch sein. In Larisa gibt es (wie überall in Griechenland) ein antikes Theater und Ruinen. Auch Shoppen kann man hier gut und es gibt eine große Fußgängerzone, die im Sommer sicher mit Touristen gefüllt ist. Der Pausentag war insgesamt dringend nötig, auch durch das morgendliche Frühstücksbuffet ging es wieder motiviert weiter nach Norden!

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