2wheels1world
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Auch die heutige Etappe hatte einiges an Schikanen für mich parat. Will man von Larisa nach Norden an die Küste, gibt es nur den Weg durchs Tempe-Tal. An sich wahrscheinlich eines der Highlights auf meiner Route durch Griechenland, wenn nicht genau heute die Landstraße wegen waahnsinnig aufwändiger Bauarbeiten gesperrt gewesen wäre. Autos konnten an diesem Tag einfach auf den mautpflichtigen Autobahntunnel ausweichen. Einen Radfahrer hatten sie aber nicht auf dem Schirm. Der Polizist an der Absperrung war auch absolut nicht kompromissbereit (wie unpassierbar soll eine 12-Stunden-Baustelle bitte sein?) und wollte mich nicht durchlassen. 

Nach einem großen Kaffee zur Beruhigung kam die rettende Idee: am anderen Ufer des Pineio, der durchs Tal fließt, zeigt mein Fahrradnavi einen kleinen Weg an, der zumindest Dreiviertel der gesperrten Straße und damit den netten Beamten umgeht! Mangels Alternativen also schnell das Ufer gewechselt und zunächst über eine erstaunlich Breite und asphaltierte Straße gefreut. Die endete dann aber abrupt in einer Sackgasse mit Bahntunnel auf der linken und Schleichweg auf der rechten Seite, der ebenfalls an ein (stillgelegtes!) Gleis führte. Kurzerhand wurden Rad und Taschen den Weg heruntergeschleppt und für die nächste Stunde auf dem Gleis Richtung Norden geschoben. Und ja, das war an diesem Tag wirklich der einzige Weg, als Radfahrer durchs Tempe-Tal zu kommen (außer vielleicht den Beamten zu bestechen, aber der war wirklich nicht gut gelaunt). Über Stock und viele Steine und durch zwei Tunnel kam ich an einem kleinen Kloster heraus, von da aus waren es noch ein paar Treppen und eine Brücke, bis ich tatsächlich mit allem Drum und Dran auf der gesperrten Straße stand. Auf den nächsten zwei Kilometern begegnete mir EIN Fahrzeug, das Fahrbahnmarkierungen erneuerte! Die Arbeiter haben nett gegrüßt, der Polizist an der anderen Seite der Absperrung hat sich auch nicht an mir gestört. Danke nochmal an dieser Stelle an Polizist Nummer eins, der mich drei Stunden meines Lebens und wieder ein paar Nerven gekostet hat!

Den Rest des Tages ging es im Eiltempo an der Straße entlang an, lauter geschlossenen Campingplätzen vorbei, bis ich mein Zelt im Dunkeln am Strand aufgebaut habe. 

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