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Etappe 40: Von Kalyvia Varikou nach Thessaloniki

Veröffentlicht: 03.12.2021

Die Fahrt nach Thessaloniki startete mit leichtem Regen, bei leichtem Regen kam ich in Thessaloniki an. Zwischendurch gab es immer wieder leichten Regen! Deshalb auch keine Fotos von der sowieso unspektakulären Fahrt. Nach dem Zelt abbauen (bei leichtem Regen) gab es einen kurzen Kaffee und einen Großeinkauf in Katerini. Als Radfahrer muss man leider einen großen Umweg um den Fluss Aliakmonas fahren, da es nur eine Autobahnbrücke gibt... Deshalb kamen schnell knapp 120 Kilometer zusammen. In Thessaloniki wurde erstmal gegessen und gewaschen. Dabei habe ich eine Französin und einen Amerikaner getroffen, mit denen es später noch kurz in eine Bar ging. Die beiden waren aber am nächsten Tag schon wieder mit dem Auto Richtung Meterora unterwegs. 

Am nächsten Tag gab es eine Stadtführung durch die "Oberstadt"; ein Viertel, in dem einige Gebäude den großen Brand von 1917 überlebt haben. Insgesamt wurden dabei wohl 65% der Gebäude zerstört. Highlight dieser Tour war der Guide selbst, der zwischendurch sogar ein paar Lieder auf seiner Bouzouki gespielt hat. Außerdem befindet sich in der Oberstadt völlig unbeachtet von den Reiseführen ein sehr altes Kloster mit einem wunderbar erhaltenen Mosaik. An diesem Tag war es leider geschlossen, aber Georgios hatte uns Bilder gezeigt und konnte gar nicht genug davon schwärmen. Tatsächlich finden sich dort viele versteckte Details, und auch er entdeckt nach mittlerweile acht Jahren noch neue Kleinigkeiten. Die Tour ging bis in die Dämmerung, danach wollte ich noch zum Bahnhof. Allgemein habe ich in Thessaloniki leider viel zu viel Zeit damit verbracht, einen Weg nach Bulgarien zu finden, den es für mich im Endeffekt leider nicht gab. Internationale Züge fahren zur Zeit leider keine, Busse wollten mich mit dem Rad nicht mitnehmen und zum durchs Gebirge radeln war ich zu faul...

Die Erkundung des Stadtzentrums Stand am nächsten Tag auf dem Plan, natürlich wieder mit einer Free Walking Tour. Von der Rotunde aus ging weiter zum Galeriusbogen und durch die weitläufige Fußgängerzone bis in die jüdischen Viertel. Thessaloniki war lange Zeit Hauptstadt der europäischen Juden, leider ist kaum noch etwas davon in der Stadt zu sehen. Der riesige jüdische Friedhof mit damals 350.000 Gräbern wurde Anfang der 40er Jahre komplett zerstört und als Baumaterial für Straßen und Gebäude genutzt. An einigen Stellen der Stadt kann man heute noch Grabinschriften an Gehwegen, Mauern etc. erkennen. Laut beiden Tourguides sind daran ausnahmsweise nicht die Nazis schuld, sondern ein Beschluss der Stadtverwaltung Thessalonikis zur Expansion. Heute befindet sich auf dem Gelände des Friedhofs die größte Universität des Balkans mit 100.000 Studenten.

Nachmittags hatte ich den Plan, nach Bulgarien einreisen, dann aufgegeben. Das erste Mal, dass mir Corona einen Strich durch die Rechnung machte. Also neue Plan und einfach an der Küste entlang, das Wetter war dort sowieso besser. Auch in Thessaloniki wäre ich gern länger geblieben, aber Routenplanung etc. hatten zu viel Zeit in Anspruch genommen. 

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