Ein Tag wie die Flagge von Clare - blau-gelb
Wetter wie immer, Vorhänge auf am Morgen...ohhhh was ist das, blauer Himmel? Nochmal Augen zu und wieder auf - immer noch da. Pure Freude und zugleich Angst, es könnte nicht...
Veröffentlicht: 25.07.2025
Ja, wir haben aufgegeben ... nicht unbedingt aufgegeben, aber uns geschlagen gegeben.
Am Morgen sind wir in Ballyvaughan bei Nieselregen gestartet in Richtung Burren Nationalpark. Eigentlich eine interessante Gegend, alles voller Kalksteine, die in zumeist kilometerlangen Steinmauern aufgereiht sind. Bei Regen und Nebel gibt das Ganze ein eher tristes Bild ab. Die Euroveloroute führt uns mal wieder durch seltsame Wege. Wir landen im Nirgendwo und werden von bellenden Hunden verfolgt. Richtung Ennis geht's über die vielbefahrene N85. Auf solchen Strassen ist es alles andere als lustig als Fahrradfahrer. Es braucht einen körperlich und geistig extrem und laugt einen aus, ständig hochkonzentriert zu fahren. Peter hat die Idee, wir schauen in Ennis beim Bahnhof vorbei und schauen vor Ort, ob wir doch einen Zug Richtung Cork erwischen, der Fahrräder mitnimmt. Unter den Bedingungen, mit den
Strassenverhältnissen, da sind wir uns einig, schaffen wir die 200 Kilometer nach Cork nicht lebend. Bahnhof Ennis - wie überall, keine Schalter, nur zwei Automaten, niemand zum Fragen. Das gleiche beim Busbahnhof nebendran. Ticketmachine: OUT OF SERVICE. Die Busfahrer zwar nicht, aber sie verkünden, NO BIKES ON BUSSES. Online haben wir die letzten Tage versucht, Tickets nach Cork zu buchen, ausser jeder Menge verlorener Zeit, haben wir nichts gewonnen. Keine Plätze für Fahrräder, oder der ganze Zug SOLD OUT. Wir sind auch langsam out, es wird kälter und nebliger. Was machen wir nur, es fühlt sich nicht gut an. Anja würde sich am liebsten vor den Bahnhof legen und heulen. So kommen wir einfach nicht weiter und schon gar nicht bis Cork am Montag. Anja hatte die Idee, wir könnten doch ein Mietauto nehmen und bis Cork fahren, so haben wir die letzten 3 Tage noch etwas entspannter und die Fahrräder können auch Ferien machen. Shannon Airport ist 25 Kilometer vom jetzigen Standort entfernt. Das schaffen wir gut und reservieren bei Dollar Car Rental einen Mittelklassewagen auf 18 Uhr, in der Hoffnung, die Räder passen rein. Abgabeort ist Cork Flughafen. Geht alles recht problemlos. Wir bekommen einen Opel Crossland, die Räder, ohne Räder, passen rein. Ein Hotel in Limerick ist auch schnell gefunden. Das ist 20 Kilometer entfernt und Anja fährt todesmutig mit einem links handgeschaltetem Auto und Lenkrad rechts irgendwie Richtung Autobahn und Limerick, zweispurige Kreisverkehr gegen den Uhrzeigersinn und jede Menge schnellfahrender irrer Iren. Schweissverlust ähnlich wie 30 Kilometer Fahrradfahren.
Endlich im Hotel in Limerick fällt der ganze Frust, die Angst und Ärger von uns ab. Wir trinken einen Cider, werfen den Tag in den Shannon und freuen uns auf noch 3 Tage Irland mit Auto und Rädern auf dem Rücksitz.
Nach dem Frühstück morgen schauen wir mal, wie und wann und wohin uns unsere Reise bringen wird. Heute Nacht sind wir zum Denken zu ausgelaugt und müde.
Route: Ballyvaughan - Shannon Airport
Kilometer: 70 mit dem Fahrrad
Höhenmeter: 600 Höhenmeter
