Von Wegen und Umwegen
Laut Wetterprognose soll heute der schönste Tag der Woche werden, sonnig und regenfrei. Wir glauben schon lang nicht mehr an die irische Wetter-App. Wir glauben einfach an das,...


Veröffentlicht: 25.07.2025
















Wetter wie immer, Vorhänge auf am Morgen...ohhhh was ist das, blauer Himmel? Nochmal Augen zu und wieder auf - immer noch da. Pure Freude und zugleich Angst, es könnte nicht bleiben. Schnell Frühstück essen, packen und los geht's entlang der Euroveloroute Richtung Norden. Fühlt sich einfach herrlich an, wenn die Sonne scheint. Erster Stopp in Doolin. Das Dorf ist Ausgangspunkt für die Fähren zu den 3 Aran Islands. Erst wollten wir auch dorthin, aber im Sommer werden keine Fahrräder transportiert und im Rest vom Jahr entscheidet die Crew, ob sie mitdürfen, oder nicht. Gut, wenn wir die riesigen Parkplätze voll mit Autos und Bussen sehen in dem kleinen Dorf, dann entscheiden wir uns, lieber einfach hier auf den Steinen zu sitzen und auf den Atlantik zu schauen - mal wieder bei Sonnenschein. Richtung Norden zweigt die Euroveloroute plötzlich rechts ab und geht nicht über die Küstenstrasse. Aber sicher nicht! Wir nehmen die Küstenstrasse und werden mit toller Aussicht belohnt. Mittagspause am Meer beim Berg "Burren" mit Käse und Doolin-Brot, was ein bisschen speziell schmeckte. Es konnte sich nicht entscheiden, ob es ein Kuchen werden wollte, oder ein Brot, aber auch irgendwie nach Fisch schmeckte. Egal, wir essen es.
Die ganze Gegend dort besteht aus Kalksteingebilden, die vom Wind und Wasser geschaffen und abgeschliffen worden. Ein paar Kilometer weiter im kleinen Dorf Fanore gönnen wir uns im Dorfladen ein Eis. Hier gibt's mal wieder alles, zwischen Fischer-Equipment liegen Kartoffeln und Schokolade. Unser Eis im Sonnenschein ist einfach köstlich. Ja, sie ist immer noch da, die Sonne - zwar mehr Wolken und Wind, aber sie ist noch da. Anja springt noch einmal in den kalten Atlantik, vielleicht das letzte Mal. In Ballyvaughan ist heutige Endstation in einem tollen B&B mit riesigem Zimmer. Die Sonne ist verschwunden, wir kochen uns trotzdem beim Picknickplatz am Meer, Abendessen, Nudeln, Käse, Käse-Focaccia. Ein Genuss und dazu noch Tee. Hier in Ballyvaughn müssen wir uns entscheiden, wie wir weiterfahren wollen. Am nächsten Montag müssen wir in Cork im Süden sein. Nach Cork sind es 200 Kilometer durchs Landesinnere. Wir dachten zuerst nach Galway und nach Cork mit dem Zug. Nur leider sind die meisten Züge schon ausgebucht, Fahrradplätze und nur vereinzelte Sitzplätze, mehrmals umsteigen. Irgendwie haben wir ein rechtes Trauma von Norwegen und Fahrräder im Zug, dann ist auch noch Wochenende und alles nicht so ganz einfach. Wir verbringen mehrere Stunden am Abend mit Optionen abwägen und Züge suchen. Busse nehmen keine Räder mit. Wenigstens haben wir Tee und selbstgebackene Cookies vom Inhaber. Frust macht sich breit und dieser frisst fast die Gedanken an den schönen sonnigen Tag auf, aber zum Glück nur fast. Morgen schauen wir weiter, oder wir fahren einfach weiter durch die Berge nach Cork....
Route: Cliffs of Moher - Doolin - Ballvaughn
Kilometer: 48
Höhenmeter: 475
