Schauergeschichten mit Happy-end
Beim Blick aus dem kleinen Fenster verkündet es der Morgen schon. Das Wetter soll schlechter werden und es hält sich auch dran. Dunkle Wolken ziehen vorbei, keine Sonne mehr....


Veröffentlicht: 05.06.2026
Früh am Morgen, sehr früh am Morgen, klopft es immer wieder am Dach...mal leise, mal lauter... wir schauen raus, es regnet nicht. Dann ist es wohl doch der Mörder vom Blue Lake. ...uuuhhh.... todesmutig schauen wir mal richtig nach. Entwarnung. Es ist ein Vogel ähnlich gross wie eine Amsel mit rotem Bauch. Er pickt die toten Insekten von der Windschutzscheibe und hat uns einen riesigen Schrecken eingejagt. Das Wetter ist unerwartet nicht schlecht und so trinken wir unseren Kaffee auf unserem Privatbadesteg am See. Total friedlich, die Fische springen ab und zu und man hört keinen Ton. Ein schöner Abschiedsmorgen vom Camperleben. Wir müssen am Freitagmorgen den Camper in Vancouver zurückgeben und so machen wir uns auf den Weg in die grosse Stadt. Der Verkehr nimmt stetig zu und riesige, wirklich riesige Trucks sind unterwegs. Wir machen noch eine kleine Wanderung zur Alexandra Bridge, welche im Jahr 1926 erbaut wurde und den Fraser River überquert. Sie hat grosse Metallstreben am Boden. Ein komisches Gefühl beim Hinabschauen durch die Füsse hindurch. Und ob das Handy durchpasst, wenn es runterfällt? Na finden wir es lieber nicht raus.
Der Highway #1 West geht bis Vancouver. Wir nehmen ab Hope aber den etwas ruhigeren #7. Es gibt viele Baustellen, aber wir kommen recht gut voran. 200 Kilometer sind es bis zum Camping. Langsam kommt der Hunger und ein Donutladen ist nicht weit. 12 Stück sind im Angebot. Die schaffen wir locker, sind nur kleine, kleinere, na ja eigentlich sind sie ziemlich gross und saulecker mit Glasur. Ja wir wissen es beide, sehr unvernünftig, aber unverschämt gut. Gut haben wir die Donuts verdrückt, Nervennahrung ist dringend nötig. Wir nähern uns Vancouver und die Rush Hour beginnt. Wie gehabt, Anja fährt, Peter navigiert. Anja ruft aus über die Hektik, Peter sagt nix, ausser rechts und links. Das Frauenrechts, oder das echte Rechts?? Man oh frau, der Highway ist zum Teil zehnspurig, Stress pur mit dem grossen Camper. Irgendwie schaffen wir es zum RV-Camping in Burnaby. Ein typischer Stadtcampingplatz mit trotzdem viel Grün drumherum. Das ständige Rauschen vom Highway wird nur vom Hupen der nahen Canadien Pacific Railroad übertönt, die gefühlt hinter der Hecke vorbei fahren und mit über 100 Waggons nicht gerade schnell vorbei sind. Anja macht schon mal die Ohrstöpsel parat. Wir packen soweit alles ein, damit wir morgen frühzeitig zur Campervermietung fahren können. Die Bikes kommen wieder in die Boxen und wenn alles fertig ist, kommen wir ins Hotel. Am Sonntagnachmittag geht unser Flug nach Zürich.
Sind wir gespannt auf die zweieinhalb Tage Downtown Vancouver. Gerade gestern hat uns eine ältere Dame gefragt, woher wir kommen. Anja fragte dann, ob es denn nicht zu viele Touristen wären hier in Kanada (wir haben auf alle Fälle den Eindruck). Nein, meinte sie, HERZLICH WILLKOMMEN in Kanada und das meinte sie Ernst, einfach auf einem normalen Parkplatz am Seton Lake.....das gibt einem ein wirklich gutes Gefühl..... thank you Canada for being so nice....