Vancouver in Stressweite
Früh am Morgen, sehr früh am Morgen, klopft es immer wieder am Dach...mal leise, mal lauter... wir schauen raus, es regnet nicht. Dann ist es wohl doch der Mörder vom Blue Lake....


Veröffentlicht: 06.06.2026



















6:30 Uhr klingelt der Wecker. Mürrisch stehen wir langsam auf. Die Ohrstöpsel sind noch immer drin bei Anja. Ohne die wäre es mit dem Zug nicht auszuhalten gewesen. Vielleicht hilft es ja, die Ohrstöpsel den ganzen Tag drin zu lassen, so nimmt man die Welt um einen herum anders wahr, es ist weniger hektisch, der Stadtlärm ist weit weg. Geht ja aber nicht, wir müssen uns konzentrieren durch den morgendlichen Stadtverkehr, um den Camper bei FRASERWAY zurückzugeben. Die Taschen sind gepackt, irgendwie gestopft, ein letztes Mal Dumping-Station, tanken und da sind wir auch schon. Es ist noch recht gut gegangen zum Fahren. Die Kanadier sind halt auch auf der Strasse zuvorkommend. Die Rückgabe ist schnell erledigt, keine Mängel, keine Probleme, kurzer Check und das wars auch schon. Schlimmer war im Wind die Bikes auseinandernehmen und wieder in die Kisten packen. Endlich geschafft, ein Shuttlebus fährt uns samt Bikekisten und 8 laut schnatternden Deutschen (diese zum Glück zum Flughafen) zum Holiday Inn Vancouver, Richmond. Der Fahrer ist total witzig und will uns trotz Knieschiene unbedingt helfen. 12 Uhr sind wir schon im Hotel, check-in ist aber erst ab 15 Uhr. Die nette Dame gibt uns schon jetzt den Schlüssel und unsere Bikekisten verschwinden im Kofferaufbewahrungraum wie von Geisterhand. Wir sind sehr dankbar, dürfen wir schon ins Zimmer. Es ist windig, wolkig und kalt und kurz ins Zimmer zum Aufwärmen tut gut. Da der Tag noch jung ist, im Gegenteil zu uns, beschliessen wir mit dem Skytrain in die Stadt zu fahren, eine Art U-Bahn. Das Wetter ist unberechenbar. Vancouver ist eine Millionenstadt, aber überraschend schön. Viele Wolkenkratzer, aber auch alte umgebaute Industriehäuser und viel Grün. Im Moment ist die Stadt im Fussballfieber, die WM beginnt diese Woche. Hopp Schwiiz!!! Wir schlendern durch das alte Gastownviertel, ultramoderne Hochhäuser und an der Waterfront entlang. Der aufkommende Regen treibt uns ins Hotel zurück. Nebenan essen wir im Diner noch leckeres Abendessen mit Bier von hier natürlich. Wir liegen vollgegessen auf unseren Betten und schauen dem nahen Highway zu und lauschen dem Rauschen. Es braucht kein TV oder Handy, man kann die Autos, Trucks, Busse, Ambulanzen beobachten und sich seine eigenen Geschichten, die Leben der Anderen ausdenken, darüber fantasieren, so lange bis einem die Augen zufallen.....