OPEL vs. ROSE
Ja, wir haben aufgegeben ... nicht unbedingt aufgegeben, aber uns geschlagen gegeben. Am Morgen sind wir in Ballyvaughan bei Nieselregen gestartet in Richtung Burren...


Veröffentlicht: 29.07.2025















Der Opel hat gewonnen. Die beiden Räder sind bis Montagabend immer nur auf der Rückbank mitgefahren und jetzt warten sie fix und fertig im Fahrradkarton eingepackt im Abstellraum des Cork International Hotel. Das Hotel hat die Kartons drei Wochen aufbewahrt und unsere Rucksäcke auch. Wahrscheinlich standen die Sachen öfters mal im Weg, so wie das in der Abstellkammer aussah. Per Mail kam schon der Hinweis, dass wir ein Zimmer-Upgrade bekommen würden, ohhh la la, aber was für eines, eine riesige Suite mit 3 Zimmern. Als Dank wahrscheinlich, dass wir endlich die Boxen wegräumen. Nachdem die Räder eingepackt waren (was für ein Krampf, alles abpolstern, abmontieren, gut und sicher verpacken), haben wir auf unserer hoteleigenen Terrasse Abendessen gegessen - auf dem Fussboden sitzend. Für Stühle hat es wohl nicht mehr gereicht, oder bei dem ständigen Regen ist das eh nicht notwendig. Wir haben über die letzten drei Wochen Irland geredet, ob es eine Alternative zum Opel gegeben hätte - nein, hätte es nicht! Alle Optionen haben nicht funktioniert. Das Gefühl aufgegeben zu haben, kämpft innerlich schon irgendwie gegen einen selbst. Wir haben nicht aufgegeben, nur aufgehört, unserer Gesundheit zu liebe. Wir sind in den 3 Wochen mehrmals in schwierigen Situationen gewesen und mussten den Atem anhalten, weil es sehr knapp war auf der Strasse. In unseren Unterkünften hatten uns viele Iren gesagt, niemals im Leben würden sie mit dem Fahrrad fahren bei der aggressiven Fahrweise ihrer Mitmenschen. Wir haben auch verhältnismässig wenige, bis keine FahrradfahrerInnen getroffen. Nun wissen wir den Grund. Die Iren, nicht alle, fahren Auto, als würden sie ständig verfolgt. Nachdem wir letzten Donnerstag fast vom Bus an die Hecke gedrückt wurden, war das wohl der Auslöser dafür, dass wir das Fahrrad gegen das Auto tauschten. Die Fahrweise der Iren war nicht anders und für uns (Anja ist gefahren), auch nicht wirklich entspannend mit den engen Strassen, aber wenigstens trocken. So waren die letzten drei Tage, Strandwanderungen, Baden bei 15 Grad Wassertemperatur (kostet schon etwas Überwindung), viel Essen, kleine nette Städte mit viel Verkehr und mal nicht so viel Regen und natürlich aufregende, rasante Autofahrten ;) zu Stränden mit einspurigen Strassen mit Gegenverkehr und Brombeerhecken. Aber auch das haben wir überlebt und das Auto auch. Von Limerick sind wir an die Ostküste, Arklow, gefahren, haben dort in einer Waldhütte geschlafen und am Abend beim Hafen gegessen. Weiter gings Richtung Süden nach Tramore, einer auf den ersten Blick netten Kleinstadt, aber am Hafen entwickelte sie sich in eine Art Mini-Las Vegas mit Spielhöllen und auch sonst nicht so ansprechendem Ambiente. Unser letzter, gedachter irischer Abend mit nettem Pub und irischer Musik fiel einem Pastasalat mit Falafel und Rote-Beete-Salat aus dem Supermarkt auf einer Bank zwischen lärmenden Autos, Musik vom Autoscooter zum Opfer. Na wenigstens regnete es nicht und wir hatten Ausblick aufs Meer. Das B&B war dafür sehr nett und irisch und die beiden Pensionierten, die es betrieben, haben noch lange mit uns geredet.
Montag fuhren wir die Copper Road entlang der Küste Richtung Cork. Copper Road, weil hier Mitte 18. Jahrhundert eine Art Kupferrausch stattfand. Die Küste hat uns zum Abschied noch ein klein wenig mit Irland versöhnt, grüne Hügel, Klippen, schöne kleine Strände. Wir sind noch einmal in den kühlen Ozean gesprungen, bevor es wieder heiss wurde auf den Strassen Richtung Cork.
Nun warten wir, dass wir einchecken können am Flughafen Cork, und dass wir unsere Fahrräder in ganzen Stücken wieder in Zürich in Empfang nehmen können... wir haben sie gerade gesehen, sie sind vor dem EDELWEISS-Flieger vorgefahren....Nein Peter, nicht hinsehen, wie sie die Kisten behandeln....Übrigens scheint die Sonne vom fast blauen Himmel...
Wir sehen uns alle wieder in Zürich, Bern, wo auch immer auf dieser grossen, schönen, bunten Welt.... Häbet Sorg!!!
Noch ein paar Facts zu unserer Radtour:
Kilometer gesamt: 1'229
Höhenmeter: 14'712
Pannen: zum Glück keine, ausser ein paar Schrammen vom Umfallen
