Regenjackenhimmelblau
Heutiges Tenue: GORETEX-Style....mal wieder...von Kopf bis Fuss...Wir hatten heute vor, den Slea Head Drive zu fahren. Eine ca. 50 km langer Weg entlang der Küste bis ans Ende...


Veröffentlicht: 19.07.2025
Beim Frühstück heisst es mal wieder Kalorien reinstopfen. Unser heutiges Vorhaben ist der Connor Pass, der höchste Pass Irlands mit 456 Metern. Nun ja für Schweizer nicht gerade hoch, aber wir wollen hier mal nicht vorzeitig tief stapeln. Schliesslich geht das Ganze ja bei 0 Metern über Meer los. Die Strasse ist zum Glück für Autos über 2 t gesperrt. Wetter ist bewölkt und wir trauen uns in kurz zu fahren. Das war wohl etwas zu optimistisch. Kurz vor Passhöhe kommen plötzlich dunkle Wolken und genau das, was sie verkünden, ist passiert. So schnell können wir gar nicht die Regenkleidung anziehen, sind wir auch schon nass. Der Pass war gut fahrbar, er streckt sich mit im Durchschnitt 7 Prozent Steigung in die Höhe. Oben angekommen sehen wir praktisch nichts, ausser ein paar dicken Schafen, die neben der Strasse gemütlich im Regen und Nebel sitzen. Wir ziehen jetzt die Regenkleidung an und fliehen so schnell wie möglich. Auf der anderen Seite vom Pass liegt die Halbinsel Maharees; das ist unser heutiges Ziel. Hier haben wir ein Zimmer reserviert und der Plan ist die Halbinsel zu umrunden und einfach dort anhalten wo es schön ist. Mit schön meinen wir natürlich die Landschaft und nicht das Wetter. Obwohl genau dieses hat sich überlegt, uns beides zu bescheren. Die Strände sind einfach riesig (Brandon-Beach 20 Kilometer), sandig und fast menschenleer, einzig dort, wo ein Trailerpark oder ein Camping ist, tümmeln sich die Badefreudigen bei 15 Grad Wasser- und Lufttemperatur im Wasser, als wären es 30 Grad. Die Menschen hier sind abgehärtet und geniessen den Sommer. Wir ziehen erst mal unsere Regenkleidung ab, kommen uns ein bisschen vor wie Ausserirdische auf einem fernen Eisplaneten. Die Sonne kommt tatsächlich hinter den Wolken vor und der Tag verspricht nach der Prognose "Anzahl badende Iren: wohl richtig sonnig und heiss zu werden. In unseren Augen ist er einfach schön mit vielen dunklen Wolken, deren Richtung wir immer mal wieder genau beobachten. Wir haben einen schönen Radtag, fahren relativ leicht um die Insel, bleiben immer mal wieder an einem Strand und geniessen den Ausblick nach Amerika, beobachten die Vögel und die Wellen, wie sie unaufhörlich von Amerika her die irische Küste umspülen. Wir kochen uns Kaffee am Strand und in Anjas Rahmentasche waren noch 3 !!! Tafeln Cadbury versteckt, eine musste gerade dran glauben....mmmhhh wie lecker. Es wird langsam Abend und wir sollten auch mal einchecken. Es ist Ebbe, der Sand ist ganz hart und wir können entlang dem Meer zum B&B fahren. Dieses ist herrlich gelegen, auf einem Hügel mit Sicht auf den Brandon Beach. Mary und Michael sind ein älteres super nettes Gastgeberpaar. Wir sitzen gemeinsam vor dem Haus, essen, schauen aufs Meer und sie erzählen von ihrer Leidenschaft - ihrem Bed & Breakfast, das sie seit 35 Jahren betreiben. Die Beiden versprühen eine spürbare Freude zum Leben, ihrer gegenseitigen Liebe, alles gewürzt mit einer Brise Humor - unbeschreiblich erfrischend die Beiden. Mit einem zufriedenen Lächeln und den Blick auf den ruhigen Atlantik schlafen wir ein, oder besser vor. Michael meinte, laut Prognose soll es morgen von 10 am to 10 pm regnen....
Route: Dingle - Maharees Peninsula - Castlegregory
Kilometer: 54
Höhenmeter: 614
29. Juli
Das mit 10 am to 10 pm hat leider gestimmt.
Wir sind den ganzen Tag durch den Regen gefahren. In Tralee ist Peter noch über einen Bordstein geflogen (er hat ein paar blaue Flecken, das Rad auch - zum Glück aber soweit alles okay)
Es regnet noch immer, die Dusche ist warm, das Bett kuschelig, die Räder schlafen im Raum nebenan...mehr gibt es zu diesem Tag nicht zu sagen und zu zeigen auch nicht ;) ....Morgen ist ein neuer Tag.
Ach ja, der passt noch zu diesem Tag: Der Schlüssel vom Fahrradschloss bleibt wohl in Irland in den Ferien, wir haben ihn nirgends gefunden.
Route: Castlegregory-Trálee-Ballyheigue
Kilometer: 56
Höhenmeter: 421
