Woche 7 - Bis zum nördlichen Ende Neuseelands
Die neue Woche begann mit einer kleinen Wanderung zum St. Pauls Rock. Der kurze Aufstieg, mit kleiner Kletterpassage samt Stahlseil war die Mühen aber allemal wert. Belohnt...


Veröffentlicht: 29.06.2025

























Die neue Woche startete mit einem Fahrtag. Trotzdem planten wir paar Stopps unterwegs mit ein, um die Fahrt angenehmer zu gestalten und ein paar kleine Orte zu besuchen. Wir hielten bei den Koutu Boulders, einigen fast perfekt kugelförmigen Steinen an einer kleinen Bucht.
Der nächste Halt, war ein kleiner Spaziergang bei Omapere auf dem Signal Station Track Scenic Lookout mit spannendem Ausblick auf eine große Sanddüne und die tasmanische See. Die anschließende Fahrt führte uns dann durch den Waipoua Forest, eines der größten Waldgebiete auf Neuseelands Nordinsel, bis zu unserem Ziel dem Trounson Kauri Park Campground. Hier hatten wir uns für 3 Nächte (die mit unserem DOC Camppass kostenlos sind) eingebucht.
Am nächsten Tag stand eine Wanderung zum Maunganui Bluff Gipfel an. Die Wanderung startete am Strand und forderte unsere Kondition mit den fast 500 zu überwindenden Höhenmetern. Der Weg war sehr abwechslungsreich, führte uns zuerst an der Steilküste entlang, anschließend durch dichten Dschungelwald und zum Schluss an Weidezäunen entlang bis zum Gipfel. Der Ausblick über die Westküste der Nordinsel war einzigartig. Nach ausreichender Verschnaufpause und einem tollen Drohnenflug machten wir uns an den Rückweg. Die anschließende, leider nur sehr kalte Dusche (Das Warmwasser war an diesem Tag leider kaputt) hatten wir uns redlich verdient.
Eine Wanderung um den Lake Taharoa und die Seenlandschaft der Kai Iwi Lakes war das nächste Highlight der Woche. Die 8km Wanderung um den größten der drei Seen absolvierten wir bei strahlend blauem Himmel und reichlich Sonnenschein. Entsprechend schön war die Aussicht über den See und sein tropisch wirkendes blaues Wasser bei weißem Strand. Wir nutzen das schöne Wetter noch für eine längere Pause am See. Die beiden Campingplätze die direkt am See liegen waren menschenleer. Im Sommer ist hier aber sicher einiges los und auch wir hätten sicherlich eine Nacht dort verbracht und die Seen noch ausführlicher genossen.
Für den Donnerstag war also wieder ein Standortwechsel angesagt und wir machten uns auf den Rückweg in Richtung Norden. Unterwegs hatten wir wieder zwei Stopps eingeplant. Im Waipoua Forest steht der größte Kauri-Baum der Welt und der größte Baum Neuseelands der Tane Mahuta (Gott des Waldes). Dieser wirklich eindrucksvolle Baum liegt direkt an der Hauptstraße und ist über einen kurzen, gut ausgebauten Weg zu erreichen. Beim Blick auf den Baum mit seinem mächtigen Stamm (Umfang 13,77m) und der bis 51,2m hohen Krone, fühlt man sich doch ziemlich klein.
Nur wenige Kilometer entfernt, steht auch der zweit größte Kauri-Baum Neuseelands. Wir hatten Glück, denn der Wanderweg war gerade erst wieder geöffnet. Dieser Baum, der Te Matua Ngahere (Vater des Waldes), hat den mächtigsten Stamm mit einem Umfang von 16,41m. Außerdem wachsen auf dem Baum ca. 50 weitere Pflanzenarten. Überlegt man sich dann noch, dass diese Bäume ca. 2000 Jahre alt sind, versteht man, warum sie so bedeutend für die Maori sind und in Neuseeland unter besonderem Schutz stehen.
Der nächste Tag war sehr verregnet, wir hatten sowieso einen Rest-Day eingeplant und daher störte uns das nur wenig. Wir fuhren an den schon bekannten Parkplatz bei Kawakawa. (kostenloser Parkplatz, mit allem was das Traveler-Herz begehrt) Leider erhielten wir am Nachmittag einen Anruf, dass unser für Samstag geplanter Tauchtrip auf Grund der Wetterbedingungen nicht stattfinden kann.
Da wir den Samstag aber nicht nochmal nur im Van verbringen wollten, planten wir kurzerhand einen Alternativausflug nach Russell. Wir fuhren zuerst nach Paihia, um von dort mit einer kleinen Fähre die kurze Überfahrt nach Russell zu machen. Vom dortigen kleinen Hafen ging es zunächst zum Flagstaff Hill Historic Reserve. Unser Weg führte uns weiter bis Tapeka View Point. Von dort hat man einen schönen Ausblick über die vielen Inseln der Bay of Islands. Auf unserem Rückweg lief uns eine Familie von Wekas über den Weg. Wekas sind etwa hühnergroße Laufvögel, die von manchen Touristen auch mit den Kiwis verwechselt werden. Außerdem entdeckte Julian kleine Holzkästen, die an den Bäumen am Wegesrand aufgehängt waren. Beim Öffnen der Holzabdeckung konnten wir mehrere große Wetas im Inneren entdecken. Diese wirklich große Heuschrecken-Art lebt schon seit Urzeiten auf Neuseeland und stand früher auch auf dem Speiseplan der Maori. So war der Samstag zwar nicht wie ursprünglich geplant, aber wir konnten den Tag trotzdem genießen.
Da der erste volle Monat in Neuseeland vorbei ist, haben wir mal unsere Finanzen der letzten Wochen angeschaut. Wir führen normalerweise kein Haushaltsbuch aber uns hat es interessiert wie viel uns das Leben hier so kostet und wo wir ggf. auch noch Sparpotential haben.
Grundsätzlich haben wir beim Einkaufen auf Angebote gesetzt und kaufen z. B. auch nur das Gemüse, welches hier günstig ist (Süßkartoffel, Kürbis, Brokkoli, ...). Teure Gemüsesorten lassen wir dagegen ganz weg (Zucchini, Paprika, ...). Wir haben für Lebensmittel im Juni 484 NZD ausgegeben. Wenn man das runterrechnet, sind es 16 NZD pro Tag für 2 Personen. Das sind ungefähr 8,50 €. Geht bestimmt günstiger, aber wir sind überrascht, dass es doch so günstig ist, weil Neuseeland als teures Land gilt. Wir haben jedoch das Gefühl, dass Deutschland in den letzten Jahren gut nachgezogen hat und die Kluft nicht mehr so riesig ist zwischen den beiden Ländern.
Des Weiteren haben wir für Stellplätze 297 NZD ausgegeben. Das hat uns tatsächlich verwundert, weil wir schon drauf achten, dass die Stellplätze entweder kostenlos sind oder im DOC Pass enthalten sind. Aber immer ist dies halt nicht möglich. Dennoch wollen wir hier in Zukunft noch besser drauf achten.
Natürlich hatten wir noch weitere Ausgaben wie Tanken, Wäsche waschen und hin und wieder einen Kaffee, aber hier sind wir voll zufrieden und können uns nicht beklagen.
So kommen wir insgesamt betrachtet doch ganz gut zurecht mit den Ausgaben. Trotzdem wollen wir diese weiterhin im Auge behalten, auch damit wir euch in einiger Zeit nochmal davon berichten können.
