Woche 36 - Norwegen
Meine Woche startete auf der Insel Vega. Leider fiel meine Küstenwanderung wortwörtlich ins Wasser. Am Dienstag unternahm ich noch eine kleine schöne Wanderung bevor ich am...

Veröffentlicht: 31.07.2022


























Es ist amtlich - meine Reise geht zu Ende. Ich habe meine Fähre von Norwegen nach Dänemark gebucht. Von heute an verbleiben mir noch 2 1/2 Wochen. Irgendwie unrealistisch, dass bereits knapp 9 Monate vergangen sind und ich mich quasi schon auf dem Heimweg befinde...
Bevor meine Fähre geht, genieße ich jeden Tag und versuche noch ein paar coole Sachen zu unternehmen.
Die Woche begann für mich am Geirangerfjord. Ich unternahm eine klassische Touri Bootstour über den Fjord hin zu den Wasserfällen Seven Sisters. Irgendwie hatte ich mir diese sehr imposant vorgestellt - die Wahrheit ist, dass es nicht mehr als sehr dünne kleine Wasserfälle sind, bei denen ich noch nicht mal sieben ausmachen konnte. Naja egal, die Tour war schön. Selbstverständlich habe ich direkt wieder Leute kennen gelernt, sodass es nicht langweilig wurde :-)
Am Dienstag ging es für mich auf die Insel Runde. Runde ist der Felsen mit den meisten und größten Vogelkolonien in Südnorwegens. Ich bin eigentlich nur wegen den süßen Papageientauchern hin. Und ich wurde nicht enttäuscht, jede Menge Papageientauchern und viele andere Vögel liesen sich am Abend blicken. Der ganze Himmel schwirrte nur so von Vögeln. Leider hab ich aufgrund der Entfernung nur wenig Bilder, mit dem Fernglas kam ich den Vögeln jedoch ganz nahe :-) hier zahlte sich mein Geschenk an Julian doch direkt aus ;-)
Weiter ging es zum Gletscher Briksdalsbreen. Aufgrund der Menschenmassen eines Kreuzfahrtschiffes ging ich erst Abends los zum Gletscher. Der Gletscherarm Briksdalsbreen gehört zum größten Festlandsgletscher Europas - dem Jostedalsbreen. Am Briksdalsbreen gibt es den Fluss Kleivafossen, der als größter aus dem Gletscher entstehenden Fluss gilt. 10000 Liter Wasser pro Sekunde fließen hier Talabwärts.
Am Donnerstag gings zum Gletscherarm Bøyabreen und zum Gletschermuseum. Das Museum ist total interessant gemacht mit Kinofilm, bei dem man über den Gletscher fliegt. Es gibt eine Klimawandel Ausstellung und viele Informationen zu Gletschern. Wusstest du z. B., dass es Wasserkraftwerke unter den Gletschern gibt, damit aus dem Gletscherfluss Energie gewonnen wird? Oder dass der Gletscher nur dann Blau schimmert, wenn Wasser durch Gebiete läuft, die mit großem Druck versehen sind?
Mit den neu gewonnen Informationen startete ich am Freitag in eine coole Tour: die Gletscherwanderung.
Ich hatte im Vorfeld für den Gletscherarm Nigardsbreen die Tour gebucht. Als aller erste Gruppe des Tages ging unsere 4-köpfige Gruppe auf den Gletscher. Damit wir auf dem Eis überhaupt laufen konnten, gabs Spikes und Eispickel zur Unterstützung. Da wir eine fitte Gruppe waren ging es für uns ziemlich weit hoch bis kurz vor das Plateau des Jostedalsbreen. Unser Guide aus Nepal führte uns um tiefe Gräben, zeigte uns natürlich entstandene Höhlen und tiefe Löcher. Der Gletscherarm ist teilweise bis zu 300 Meter dick, das Plateau oben bis zu 600 Meter, hier liegt auch Ende Juli noch jede Menge Schnee. Es war eine mega tolle Erfahrung mal einen Gletscher von nahem zu erleben und auf diesem zu laufen.
Leider ist hier der Klimawandel mehr als sonst wo zu spüren. An allen Gletschern gibt es Infotafeln und Schilder mit Jahreszahlen, damit man erahnen kann wie weit der Gletscher zurück gegangen ist.
Damit hake ich Gletscher fürs erste ab :-)
Am Samstag gings deshalb wieder auf einen Berg - Molden. Mit 1116 Metern relativ hoch, aber der Parkplatz liegt glücklicherweise höher als der Meeresspiegel. Die restlichen Höhenmeter legte ich bei bestem Wetter zurück. Von oben belohnte mich die fantastische Aussicht über den Sognefjord und die darum liegenden Berge. Dieser Fjord ist der zweittiefste Fjord der Welt und reicht ziemlich weit ins Landesinnere. Auch erhaschte ich noch einen letzten Blick auf den Jostedalsbreen, seine Schneebedeckten Gipfel sind unschwer zu erkennen.
Der Sognefjord hat eine besonders schöne blaue Farbe, denn er wird mit Gletscherwasser des Jostedalsbreen befüllt.
Heute ging es dafür etwas langsamer zu. Ich ging zuerst zum Wasserfall Feigefossen, der als zweithöchster unregulierter Wasserfalls Norwegen gilt. Anschließend ging es zur Kirche von Urnes. Die Stabkirche zählt zum UNESCO Weltkulturerbe, weil sie die älteste Stabkirche Norwegens ist.
