Hikkaduwa
Heute mache ich mich auf, um endlich mal alleine mit dem Bus und dem Zug zu fahren. Dieses Erlebnis zusammen mit den Einheimischen, möchte ich mir nicht entgehen lassen. Das...


Veröffentlicht: 05.03.2023


























Und deshalb springe ich schon um 5.45 Uhr beschwingt aus dem Bett, um meinen letzten Sonnengruß zu praktizieren, mein letztes Treatment zu genießen und in ein Meer von Blumen, dem sogenannten flower bath, einzutauchen. Und das unter freiem Himmel. Wie schön, denke ich.
Mein Abschlussgespräch mit Ladies Doctor steht an. Sie ist zufrieden mit mir. Mein Dosha ist ausgeglichen, Schlangen und Frösche gezähmt, kurz um, ich kann wieder in die westliche Welt entlassen werden. Sie gibt mir noch eine Liste mit Lebensmittel mit, auf die zu achten wäre. Als absolute no go‘s wären; Erdnüsse, Ananas, Rindfleisch und Garnelen sowie Krabben. 🍤 🍍🦬Oh my God 😦
Zum Abschluss des heutigen Tages darf ich mir ein Dinner meiner Wahl wünschen und so wird es für mich eine Pilzsuppe, Fisch mit Stampfkartoffeln und frittiertes Gemüse sowie einen gemischten Salat geben. Das Dessert, Pfannkuchen mit Kokos und Honig, löst in meinem Mund eine Geschmacksexplosion aus. Angestoßen wird mit warmen Wasser. 🤪Ich hätte mir auch einen Wein, Bier oder Espresso wünschen können, aber der Tag ist für mich noch nicht zu Ende, da eine lange Rückreise bevorsteht.
Es ist schön jeden Abend auf’s Neue in geselliger Runde beisammen zu sitzen. Und es erinnert mich an den Film „ Das Böse unter der Sonne“ mit dem scharfsinnigem Hercules Poirot aus dem Jahr 1982, gespielt von dem unvergessen Peter Ustinov. Man lebt Tage und Wochen in einem kleinen Haus nebenher und sieht sich Tag ein, Tag aus. Jeder geht seinem eigenen Rhythmus nach, bis zu den Mahlzeiten, wo man sich dann trifft.
Mit dem einzigen Unterschied, dass hier kein Mord passiert. 😇
Vorher besuche ich aber ein letztes Mal meinen Strand, laufe über eine nicht ganz mehr intakte Brücke, verabschiede mich von meiner Jungle Beach Bedienung, probiere jetzt endlich mal, was es mit den Schaltern an den Straßenlaternen auf sich hat und schmeiße mich fast weg, denn man kann tatsächlich jede einzelne Laterne nach Bedarf anknipsen. 😂
Ein neues Paar gesellt sich zu uns. Astrid und Jens aus irgendwoher aus dem tiefsten Süden Deutschlands. Ich werde für einen kurzen Moment sentimental und denke an meine kürzlich verstorbene Mutti, die ebenfalls Astrid hieß und wie schön es wäre, ihr von der Reise erzählen zu können. Als ich aus meinen Gedanken gerissen werde und Astrid auf die Frage nach meinem Namen antworte, fängt sie an zu lachen und meint, meine Mutti heißt auch Kristine . 😂
Astrid ist Sängerin und so kommen wir jeden Abend kurz vor dem Dinner in den Genuss ihrer schönen Stimme . Uns wird Operette formvollendet geboten und es hat irgendwie etwas Unwirkliches, aber dennoch Schönes hier mitten im Süden Sri Lankas. Unweigerlich muss ich an „ Fitzcarraldo“ mit Klaus Kinski aus dem Jahr 1982 denken, der im tiefsten Dschungel ein Opernhaus errichten will. 😅
Hier wird es schon früh am Abend dunkel, aber es ist noch angenehm warm. Ganz in der Nähe hört man Affengeschrei, unbekannte Vogelstimmen und alles um einen herum ist so friedlich.
Der Mond zeigt sich mir ein letztes Mal auf dem Rücken. Seltsam denke ich, aber hier die Erklärung:
Der Mond steht Kopf! sagen Neuseeland Urlauber, Sri Lanka Urlauber meinen, der Mond liegt auf dem Rücken. Aber wieso ist das so? Der Beobachter schaut am Abend in die westliche Richtung auf die zunehmende Mondsichel. So zeigt sich dem Betrachter der Mond am Südpol wie ein C ( (oder als Eselsbrücke Z; für zunehmend) und dem Betrachter am Nordpol wie ein in die falsche Richtung gedrehtes C ( oder als Eselsbrücke a; für abnehmend)
Der Beobachter schaut am Morgen in die östliche Richtung auf die abnehmende Mondsichel. So zeigt sich dem Betrachter der Mond am Südpol wie ein in die falsche Richtung gedrehtes C und dem Betrachter am Nordpol wie ein C.
Die Beine vom Beobachter zeigen immer zum Mittelpunkt der Erde, somit ändert sich automatisch die Blickrichtung. Und wenn der Betrachter nun den Mond vom Äquator aus anschaut, liegt sowohl der abnehmende als auch der zunehmende Mond auf dem Rücken.
Der Abschied naht, im Laufe des Tages drücke ich nicht nur die Angestellten ein letztes Mal, sondern auch etwas Tipp in deren fleißige Hände. 🙏🏼🙏🏼🙏🏼
Nein, ich bin nicht wehmütig. Ich freue mich tatsächlich auf das schlechte Wetter, das gute Essen, auf meine Familie, Freunde, Kollegen und das erste Bier (oder GinTonic) mit meinen netten Nachbarn.😍
Inzwischen ist es 19.00 Uhr und immer noch so warm. Und so entscheide ich mich, mit nur einem Kleid aus Leinen und Flip Flops bekleidet, zu reisen.🤣
Mein Fahrer holt mich pünktlich ab und die nächsten zwei Stunden inhaliere ich das Nachtleben der Städte, die wir auf der Fahrt nach Colombo hinter uns lassen.
Am Flughafen werde ich zweimal kontrolliert. Sogar die Schuhe müssen ausgezogen werden. Trotzdem schaffe ich es, mein Getränk zu schmuggeln.🤪 Ist für mich auch irgendwie wie eine Challenge. 😙
Im Flieger überkommt mich die Müdigkeit, muss jedoch feststellen, dass ich entweder nach diesen 3 Wochen mehr Platz benötige obwohl ich 4 Kilo abgenommen habe oder der Platz im Flugzeug geschrumpft ist. Die Situation ähnelt den Tiertransporten, jedenfalls fühle ich mich so. Da nützt es auch wenig, dass ich mir den Film „Bei Anruf Mord“ mit Grace Kelly aus dem Jahr 1954 von Alfred Hitchcock anschauen kann. 😬
Das Mitternachtsessen lasse ich diesmal wirklich ausfallen. Möchte nur schlafen, ist aber nicht möglich. Der junge Bursche neben mir, zieht, gefühlt den kompletten Flug, seine Nase hoch und die singhalesische Frau zu meiner rechten, legt ihren Kopf entspannt auf meine Schulter.🙄 Und da kein „mentos“ mehr übrig geblieben ist, biete ich der Frau mein Nackenkissen und dem jungen Mann ein Taschentuch an.
Nach 11 Stunden Flug ✈️ und Ausstieg im kalten Frankfurt, möchte ich zurück nach Sri Lanka.🏝 Verfroren krame ich meine Leggins und meinen Mantel raus und kaufe mir erst mal einen heissen Kaffee für 5,20€ 😳 Auf das belegte Brötchen für 7,50 € verzichte ich dann aber.
Von Frankfurt nach Berlin reise ich mit Lufthansa und fühle mich endlich angekommen.
Endlich Platz, Sauberkeit und ein Stück Schokolade 🍫.
Nur noch meine braunen Elefantenfüsse aus dem Land der Elefanten 🐘 erinnern an die lange Reise.🤪
Ich bin wieder zu Hause🏡
P.S. Das war es noch nicht mit meinem Blog.
Es folgt, welche Dinge ich durch die Reise gelernt habe….
