Schlaflos in Stolpe an der Peene
Nach meinem Frühstück im wunderschönen Garten und umgeben von Schafen, Katzen und Hühnern, füttere ich noch schnell die Kaninchen 🐇 und mache mich dann auf zu meiner letz


Veröffentlicht: 12.09.2026














Nachdem ich gestern an meinem ersten Urlaubstag so schön faul und dem prasseldem Regen lauschend in meinem Zelt 🏕️ abgehangen habe und einfach so 3 Stunden Mittagsschlaf gehalten habe, werde ich heute ohne einen genauen Plan zu haben, nach Peenemünde, dem äußersten Zipfel von Usedom, radeln, um mit der Fähre zum Fischerdörfchen Freest überzusetzen.
Es sind leichte 10 km und ich erreiche die Fähre gerade noch rechtzeitig. Die Überfahrt gestaltet sich turbulent bei einer Windstärke von bestimmt 40 km/h. Wellen brechen sich an der Fähre und das aufbrausende Wasser verschafft mir eine ungewollte Erfrischung. Wir ziehen vorbei an der Küste Rügens. Für einen kurzen Augenblick schließe ich meine Augen und als ich Sie wieder öffne, stelle ich mir vor, an den goldenen Felsformationen der Algarve im Süden Portugals vorbeizuschippern.🤭
Sooo schön.
Als wir den Hafen von Freest ansteuern, breitet sich das Glück 🍀 in mir aus. Himmel und Meer; Freiheit, Weite und die Farbe Blau machen mich heute glücklich. 🍀
Wobei die verschiedenen Blautöne in uns auch verschiedene Assoziationen hervorrufen können. Meerblau 💦wirkt frisch, feucht manchmal auch eisig. Azurblau dagegen warm und friedlich. Ultramarineblau kann mitunter Wehmut🥹 in uns hervorrufen. So ist es sicher kein Zufall, dass Maria im Christentum häufig blaue Kleidung trägt. Überhaupt spielen Farben eine größere Rolle, als uns oft bewusst ist. Sie beeinflussen, wie wir wahrnehmen, fühlen, uns orientieren und auch, wie wir uns entscheiden. Farben könne so Zustände beeinflussen, Stimmungen erzeugen und Bedeutungen vermitteln. Umgekehrt trifft das natürlich auch zu, wenn wir mit einer „Farbe“ negative Erfahrungen gemacht haben.
Z.B. habe ich, noch keine 14 Jahre, grünen Pfeffi bis zum Abwinken getrunken. Danach war mir natürlich kotz übel. Also müsste die Farbe grün bei mir eigentlich negativ besetzt sein. Eigentlich.🤣
Und so mache ich mich auf meinen Weg ohne einen Plan zu haben.
Auch oder gerade deshalb so schön.
Vielleicht radel ich nach Lubmin oder auch nicht und überhaupt sind mir dann 8 km auch zu wenig.
Wer hätte gedacht, dass Radtouren nur über 10 km Begeisterung in mir hervorrufen würden.😳
Ich entscheide mich also für die andere Richtung über Land und fahre über Wolgast zurück nach Karlshagen.
In Wolgast lege ich ein Päuschen für ein zweites Frühstück ein. Die Wahl fällt mir nicht leicht, da es auf dem malerischen Marktplatz mehrere Möglichkeiten gibt. Und als ich mich satt gegessen habe und mein Schreibblock auf den Tisch lege, um meine Notizen festzuhalten, werde ich von einem älteren Herren angesprochen, ob er sich dazu setzen kann, da nichts anderes frei wäre. Als ich antworte, erkennt er mich und ich ihn. Wir kommen beide aus Stendal. So klein ist sie dann wieder, diese eine große Welt.🌍
Für mich geht es weiter, nun über die große Brücke, die das Festland mit Usedom verbindet und wähle für meine Rücktour den Radweg fernab der Straßen über die weiten Wiesen Usedoms. Die Insel zeigt sich hier von ihrer schönsten Seite. Hier ist es die Farbe grün, die Hoffnung ,Vertrauen und eine unbändige Lebenslust in mir hervorrufen. Also nichts mit negativen Assoziationen. Glück gehabt.🍀🤣
Wenn das so weitergeht, komme ich aus dem Grinsen nicht mehr heraus.😃
Um auf Nummer sicher zu gehen, werde ich mir heute Abend im Sommerkino in Zempin einen Film zum Lachen 😛 anschauen.
„ Horst Schlämmer sucht das Glück“ könnte ein guter Abschluss für heute sein.
Bis zum Kino darf ich allerdings 15 km radeln. Die Vorstellung beginnt um 19.30 Uhr, werde ich mich also gegen 18.00 Uhr auf den Weg machen.
Gesagt getan. Vor dem Kino kann man lecker Fisch essen und gleich daneben Waffeln. 🧇 Über den Slogan „ esst Waffeln - rettet die Fische“ 🐡 hatte ich mich ja schon im letzten Jahr amüsiert.
Das Sommerkino ist eine Art blecherne Riesenbüchse mit alter DDR - Bestuhlung und kleiner Leinwand. Dies tut dem Charme allerdings keinen Abbruch. Das Kino ist gut besucht. Und nachdem ich alles Popcorn 🍿vernascht habe startet der Film.
Mein Fazit: Es lohnt sich den Film anzuschauen. Kurzweilig und an vielen Stellen lache ich mich schlapp. Auch und gerade wegen der Kinder, die sich ebenfalls ganz ungehemmt ausschütten vor Lachen.😆
Ganz beseelt und glücklich vom Film sind dann die 15 km zurück durch den dunklen Wald 🌳 fast wie die Nachtwanderung im Ferienlager. Nur, dass ich diesmal ganz alleine bin. Aber noch trage ich die Sonne in meinem Herzen. 🥰
