Die Wiege der chinesischen Kultur
Wir reisen mit einem normalen Zug, also nicht Hochgeschwindigkeitszug, von Xi'an Richtung Westen nach Baoji. Es ist das erste Mal, dass ich mit einem normalen Zug in China...

Veröffentlicht: 30.08.2025
Nach unserem Ausflug nach Xi’an legen wir eine ruhigere Woche in unserer Wohnung in Cangzhou ein. Diese Zeit füllen wir mit Verwandtschaftstreffen, Erledigungen von Bank- und Haushaltsangelegenheiten, Erholungsphasen und vor allem Einkäufen von Kleidung und Schuhen aus. Denn wir kaufen diese Dinge nicht mehr in Deutschland, sondern im preiswerten China. Außerdem ist das Angebot an modernen leichten Materialien bei der Kleidung deutlich höher. Einen Museumsbesuch habe ich mir aber dann doch in Cangzhou ausgesucht. Im Heritagemuseum, siehe Beschreibung auf meiner Website: Kaiserkanal Museum, ist eine DaVinci-Ausstellung angekündigt. Wir fahren also in den Norden von Cangzhou und gehen ins Museum. Herr DaVinci, bzw. die Mitarbeiterin der Sonderausstellung, ist gerade in der Mittagspause, weshalb wir zunächst die neu gestalteten Museumsbereiche besichtigen. Es wurden multimediale Inhalte hinzugefügt. Außerdem wurde in einem Bereich ein 3D-Erlebnis mit VR-Brillen über Dinosaurier und wahlweise Pandas eingerichtet. Es ist absolut lustig anzusehen, wie sich Kinder mit ihren 3D Brillen vorsichtig umschauen und behutsam Pfade entlanggehen, obwohl es für Außenstehende nur eine leer Fläche ist. Wir Zuschauer sind wahrscheinlich mehr amüsiert, als die Kindern mit ihren virtuellen Dinosauriern. In der 3. Etage, die wir bei unserem letzten Besuch, siehe auch meinen Reise-Blogbeitrag Grand Canal Kultur, aus Zeitgründen nicht besucht haben, begeben wir uns nun in einem Videoprojektionsraum, wo an allen Wänden und am Boden eine Videoshow zu kulturellen Elementen der Region Cangzhou gezeigt wird: Videoprojektion. Auch eine Jadeausstellung in der 2. Etage besuchen wir. Unten in der 1. Etage wieder angekommen, ist DaVinci immer noch beim Mittagessen. Er hat wohl großen Hunger. Apropos, den bekommen wir jetzt auch und kaufen vor dem Museum an einem Straßenstand Jianbing Guozi (煎饼果子), was ein gerollter Pfannkuchen mit einem knusprigem Krapfen darin ist. Selbst als wir mit dem Essen fertig sind und ins Museum zurückkehren, ist die DaVinci-Sonderausstellung immer noch geschlossen. Wir warten noch eine Weile und endlich kommt eine Angestellte und räumt das Sperrband weg. Die Ausstellung, siehe auch meinen Beitrag im Taibang-Blog: Cangzhou Meets DaVinci, selbst ist sehr klein. Auf Chinesisch ist das Leben und das Wirken von DaVinci erklärt, auch mittels QR-Code abrufbar, so dass ich am Smartphone die deutsche Übersetzung lesen kann. Gemälde von DaVinci sind in einem Spiegelsaal aufgestellt, einige wenige seiner technischen Konstruktionen als Modelle aufgebaut. Ich schaue mir noch einen künstlerischen Film an und tauche mittels VR-Brille in seine Kriegsmaschinen ein, was wirklich einen besseren Eindruck seiner Erfindungen vermittelt. Sein nachgebautes Wohnzimmer ist allerdings sehr spartanisch ausgestattet und die Videoshow zu seinem Gemälden eher langweilig. Nach einer halben Stunde bin ich mit der Ausstellung fertig. Ich war der einzige Besucher. Für mich war es nicht lohnenswert, da ich die Errungenschaften von DaVinci kenne und in Singapore schon eine viel größere Ausstellung über seine Erfindungen besucht hatte. Aber für Einheimische ist die Ausstellung sicherlich interessant, wenn sie noch nicht mit DaVinci zusammengetroffen sind. Trotzdem hätte der Organisator, das italienische Leonardo da Vinci Museum, die Ausstellung mit mehr Erfindungen und Modellen ausstatten und weniger auf die Effekthascherei der inhaltslosen Videodarstellungen setzen sollen. Aber das ist schließlich Geschmackssache.
