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32. Stop Chiang Mai, Thailand

Veröffentlicht: 27.03.2020

Am nächsten Tag waren alle entsprechend verkatert, sodass der Tag nicht besonders produktiv war. Was ich aber direkt festgestellt habe: Chiang Mai war zwar heiß, die Hitze war aber um einiges angenehmer und nicht so drückend wie in Kambodscha, man hat definitiv gemerkt, dass man im Norden war. Die Zimmergenossin der Schwedin war eine Engländerin und wir haben den Tag zusammen am Pool verbracht und uns gesonnt. Ab dem Moment waren wir ein Dreiergespann und haben jede Minute miteinander verbracht.

Thailand, und besonders der Norden, ist für zahlreiche Auffangstationen und Camps für Elefanten bekannt, die aus der Gefangenschaft befreit werden oder aufgrund der Stoßzähne gejagt werden und in der Wildnis nicht überleben würden. Im Camp werden sie dann aufgepäppelt und je nach Alter bzw. Gesundheitszustand wieder ausgewildert oder bleiben im Camp. Im Internet habe ich darüber viel gelesen, da es natürlich eine Touristenattraktion ist und daher leider auch Camps gibt, die nur an das Geld denken und nicht an die Gesundheit der Tiere und sie einsperren, sobald die Touristen weg sind. Wir drei haben uns ein Camp ausgesucht und dies am nächsten Tag besucht – somit ging es für mich immer noch nicht nach Pai ;)

Am Samstag, 07.03.2020 wurden wir bereits um 07.00 Uhr morgens abgeholt und ins 1 ½ Stunden entfernte Camp gebracht. Wir haben Kleidung gestellt bekommen, unsere wäre nämlich sonst extrem dreckig geworden. Zunächst hat Jon, ein Schwede der vor 30 Jahren nach Thailand kam und seit 20 Jahren freiwillig im Camp aushilft, entsprechend viel Erfahrung hat und unser „Guide“ für den Tag war, uns einige Grundlegende Dinge zu Elefanten erzählt. Besonders wichtig war natürlich unsere Sicherheit. Die Elefanten sind zwar an Touristen gewöhnt, verhalten sich jedoch naturgemäß wenn sie sich bedroht fühlen und werden dafür natürlich auch nicht bestraft. Was mich zum Verdutzen gebracht hat: wir sind in Flip Flops herum gelaufen, unsere Füße waren also nicht besonders bzw. gar nicht geschützt aber da mussten wir einfach aufpassen. Jeder Elefant hat einen eigenen „Aufpasser“ also eine Person, die sich rund um die Uhr um ihn kümmert und aufpasst. Entsprechend sind die Tiere an diesen Menschen gewöhnt und teilweise gehorsam. Es werden keine Tricks oder Kunststücke einstudiert, aber da das Camp nicht eingezäunt ist müssen ständig ein paar Augen aufpassen.

Als erstes stand Zuckerrohr schneiden auf dem Programm, was für Elefanten wie für uns Schokolade ist. Sie haben einen extrem guten Geruchssinn und daher gerochen, dass wir ihre Leckerlies vorbereiten und sind daher auf uns zugelaufen und konnten es kaum abwarten, endlich gefüttert zu werden. Jeder hat seine eigene Tasche gefüllt und dann sind wir auf die große Wiese gelaufen, die Elefanten natürlich ganz nah an unserer Seite und von Rüsseln umringt, die uns regelrecht abgetastet haben. Es war mein erstes Mal (zumindest soweit ich mich daran erinnern kann), solch großen Tieren so nah zu sein und dementsprechend bin ich mit Respekt an die Sache gegangen. Auch wenn die Elefanten Menschen gewohnt sind, wollte ich sie in keine Lage bringen, in der sie sich unwohl oder gar bedroht fühlen. Die Elefanten haben uns teilweise ausgetrickst und haben nach einem Zuckerrohrstab verlangt, den in das Maul geschoben aber ohne zu kauen den zweiten verlangt und sich damit das Maul voll gestopft. In unserem Dreiergespann haben wir versucht, dass mindestens einer nicht zur selben Zeit füttert, um den Moment festzuhalten und Fotos zu machen. Schneller als erwartet waren unsere Taschen leer, zahlreiche Fotos hatten wir trotzdem schießen können. Ich hatte mir Elefantenhaut ganz anders vorgestellt. Jon hatte uns berichtet, dass sie sehr empfindlich sein kann und wir daher nicht streicheln sollen, sondern klopfen. Daher hatte ich mir die Haut weicher vorgestellt, als sie war. Auch die einzelnen Haare darauf waren sehr hart und robust.


Dieses Auffangcamp besteht aus zwei Anlagen. Im größeren Bereich, wo wir bisher waren, befinden sich die älteren Elefanten, die aufgrund dessen mehr Pflege benötigen. Im kleineren Bereich werden überwiegend die werdenden Mütter und ihre Kleinen untergebracht. Dorthin sind wir dann gefahren und nach dem Mittagessen durften wir uns die Kleinen anschauen. 

Elefantenmütter haben einen ausgeprägten Beschützerinstinkt, wenn es um ihre Kinder geht. Um die Pfleger und Helfer, aber auch andere Elefanten nicht in Gefahr zu bringen ist die Mutter mit ihrem Kleinen daher in einem eingezäunten Bereich untergebracht. Zum Zeitpunkt unseres Besuches gab es zwei Kleine: eins war 4 Jahre alt und eins 6 Monate.

Wieder zurück in der größeren Anlage des Camps haben wir ein weiteres Leckerli vorbereitet: ein Mix aus Kürbis, Reis und Tymarine und daraus große Kugeln geformt. Auch diese Zubereitung haben die Elefanten bereits von weitem gerochen und konnten es kaum abwarten wieder gefüttert zu werden. Dieses mal haben wir ihnen die Kugeln allerdings nicht in den Rüssel gegeben, dabei wären sie wahrscheinlich verfallen, sondern direkt ins Maul gelegt. Teilweise haben sie ihre Zunge raus gestreckt und danach gefühlt, die Zunge war sehr nass aber weich ;)

Zum Schluss des Tages stand das Highlight auf dem Programm: das Schlammbaden und hierfür war es gut nicht die eigene Kleidung zu tragen. Wir sind vorgegangen und die Elefanten kamen uns nach. In einer Kuhle war so viel Schlamm, dass wir darin regelrecht stecken geblieben sind (und teilweise auch ausgerutscht sind) aber für die Elefanten war dies natürlich ein Paradies. Sie haben sich gegenseitig und uns bespritzt. Wir haben den Schlamm genommen und sie damit eingerieben - das ist wie für Menschen ein Peeling. Nicht jedermanns Sache, aber ich habe mich wie ein Kleinkind gefreut ;) 


Anschließend sind wir in eine saubere Wasserstelle und haben sie dort gewaschen. Wir hatten kleine Schüsseln, mit denen wir das Wasser über sie gekippt haben. Das Wasser war natürlich bereits nach kurzer Zeit braun eingefärbt und die Elefanten alles andere als sauber, aber das war auch nicht Sinn und Zweck der Sache den ganzen Schlamm weg zu machen.

Gegen 15.30 Uhr haben wir uns verabschiedet und konnten dort vor Ort duschen. Der Dreck war an allen möglichen Körperstellen und besonders aus den Haaren nur schwer weg zu waschen. Im Hostel angekommen bin ich also ein zweites mal unter die Dusche gesprungen und hatte danach endlich alles von mir gewaschen ;)

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