Erster Halt am Gardasee: Peschiera überrascht
Seit Samstagabend sind wir unterwegs. Über Hermsdorf und Kiefersfelden hat uns die Route schließlich nach Peschiera del Garda geführt. Das Städtchen mit seinen rund 10.00

Veröffentlicht: 02.10.2025







Von Peschiera del Garda bis nach Lucca sind es knappe 300 Kilometer – für Kilometer-Junkies wie uns eigentlich ein Pappenstiel. Wäre da nicht dieses kleine Problem gewesen: Über Nacht hatte unsere Heizung die erste von zwei deutschen Gasflaschen geleert. Eine neue musste her, diesmal eine italienische. Wir waren vorbereitet: Adapter besorgt, alles parat. Was fehlte, war eine volle Flasche.
Mit unserem alten Wohnmobil war Gas nie ein Thema gewesen. Zwei Alugasflaschen, an jeder Tankstelle mit LPG befüllbar – zumindest in Deutschland. In Spanien dagegen gab’s fast nur Flaschen, und wir hatten regelmäßig Mühe, rechtzeitig Autogas zu finden.
Diesmal dachten wir: Mit Flaschen sind wir in Italien bestens gerüstet. Pustekuchen! LPG gibt es hier an jeder Tankstelle im Überfluss, nur Gasflaschen? Fehlanzeige. Nach fünf, sechs vergeblichen Versuchen und einem Blick in Google schaltete sich Icke ein. Sie befragte ihre neue beste Freundin ChatGPT – die empfahl uns eine Adresse, nur 20 Kilometer Umweg von der Autobahn. Ein Katzensprung, dachten wir.
Der Katzensprung entpuppte sich als abenteuerliche Fahrt über ausgetretene Landwege mit Schlaglöchern wie Krater. Und am Ziel: ein Wohnblock, davor eine Omi mit Hund. Ich fragte sie in meinem besten Italienisch nach der Firma – Schulterzucken. Eine jüngere Nachbarin half aus, sprach passabel Englisch und lachte laut, als sie den Firmennamen hörte. „Der Besitzer wohnt hier. Die Firma ist woanders.“
Icke schwört, dass sie noch ein ernstes Wörtchen mit ihrer neuen Freundin reden wird.
Am Stellplatz in Lucca waren wir schließlich gegen halb sechs. Für 300 Kilometer hatten wir sieben Stunden gebraucht – ein neuer Minusrekord. Ich bin mir sicher, es gibt Radfahrer, die schneller wären …
