Veröffentlicht: 20.11.2025





























Freitag (Tag 15). Mit dem Minivan nach Ninh Binh klappt gut. Die Sonne zeigt sich auch. Im Homestay ist nicht viel los, aber es gibt einen Pool. Auf den Buchungsseiten wird man aber auch manipuliert. Heute haben schon X Personen diese Unterkunft gebucht, Müll. Und man sollte nicht die Unterkünfte nehmen, die den größten Rabatt anbieten, dort ist garantiert keiner. Der Besitzer bietet mir Tee und Tabak Bong an, ist schon starkes Zeug. Wir unterhalten uns via Übersetzungsapp, er hat einen Bruder in Berlin. Nebenan ist den ganzen Tag Party, eine Schule feiert 50. Geburtstag mit Musik, Tanz und Feuerwerk. Die Innenstadt von Ninh Binh ist überschaubar und man ist schnell durch. Wohl erst seit 5 Jahren sind hier Touristen erlaubt. Ich laufe ein bisschen herum. Die kleine Promenade ist nett gemacht, es gibt einen schön beleuchteten Tempel auf dem See.
Nächster Tag, ich miete ein Fahrrad, wieder keine Gangschaltung. Viel Sonne, also eincremen und Schutzkleidung tragen, auch wenn es nicht sehr modisch ist. Ich muss sagen, Regen hat auch Vorteile. Kein Eincremen, weniger Staub und Abgase, weniger Schwitzen. Ich radele entlang eines kleinen Flusses in Richtung der ersten Hauptstadt Vietnams, Hua Lo. Auf dem Weg sind Dutzende Homestays und Restaurants, jeder hier eröffnet eines. Jede freie Fläche wird genutzt um Reis zu trocknen. Bestimmt ist das staatlich gefördert. Überall kaum Gäste zu sehen. Hua Lo ist über 1000 Jahre alt. Stadt ist aber übertrieben, es gibt zwei Tempel aus dem 17. Jahrhundert, ein paar Ausgrabungen und eine Pagode auf einem Berg, Stufen ohne Ende. Frankreich hat sich hier wieder von der besten Seite gezeigt und ein paar Bomben reingeworfen. Die Geschichte der ersten Stadt ist schnell erzählt. Einer von 13 Warlords hat die anderen besiegt und die Chinesen nach 1000 Jahren vertrieben. Zum Dank wurde er König und die anderen Warlords wurden als Verräter gebrandmarkt. Wie überall auf der Welt: Sieger schreiben Geschichte. Dort gibt es auch eine Friedhof, der geflutet ist. Scheint aber normal zu sein, alle Gräber ist erhöht und mit dem Boot zu erreichen.
Zweite Station ist die Bich-Đông-Pagode, in einer Höhle errichtet. Ist okay. Gut, dass ich das Rad genommen habe. Der Tempel schließt um 16:30 Uhr und es stauen sich viele Busse mit Touristen, die noch durchgeschleust werden sollen. Ich weiß nicht, wo die alle übernachten, vermutlich Tagestouren von Hanoi. Insgesamt bin ich mit dem Fahrrad 30 km gefahren. Google Maps ist nur bedingt zu empfehlen. Es schickt einen über Pfade durch Reisfelder, die kaum geeignet sind. Neben meinem Homestay ist ein lokaler Markt. Ich könnte ein Paar Schuhe gebrauchen, aber finde nichts Passendes.
Sonntag, ich habe eine Tour gebucht, wir sammeln alle auf, viele Italiener. Okay, dann halt Sizilianer, wenn ihr drauf besteht. Zuerst geht es zu einem See, Trang An. Wir werden auf kleine Ruderboote aufgeteilt und es geht 2 Stunden über den See und durch lange Höhlen (Kopf einziehen). Mehrere hundert solcher Boote sieht man und zu 99 % sind es Frauen, die diese Arbeit machen. Diese Kaltsteinformationen sind sehr interessant und ganz anders als der Kalkstein in Jena. Hunderte Millionen Jahre musste sich der Muschelkalk ablagern, dann folgten Erdbewegungen und Erosion, was wieder 300 Millionen Jahre gedauert hat. Faszinierend. Zum Mittagessen gibt es Ziege, das ist hier eine lokale Spezialität. Bisschen zäh. Danach geht es zur Bai-Dinh-Pagode, relativ neu und voll mit Superlativen. 10.000 kleine Buddhastatuen und 500 lebensgroße Statuen aus der ganzen buddhistischen Welt, die wichtige Gelehrte zeigen. Komisch sind die kommunistischen Symbole überall. Ein riesiger Turm steht da, aber kleiner als das Ho-Chi-Minh-Mausoleum. Religion hat sich unterzuordnen. Zwei riesige Tempel mit riesigen Buddha-Statuen, eine eher vietnamesisch, eine eher indisch mit vielen Armen und Köpfen. Nächste Station ist die Mua-Höhle. Stellt sich heraus, das ist keine Höhle, sondern ein Berg, wieder etliche Stufen hoch, viel zu viele Menschen. Letzte Station, obwohl nicht gebucht: noch einmal Huo Lo, die erste Hauptstadt. Es ist spät und wir werden schnell durchgeführt. Das erste Mal, dass ich nach Trinkgeld gefragt werde. Sonst nicht üblich hier, man bekommt immer passend Wechselgeld. Ich habe noch das Hostel gewechselt, war aber unnötig, auch gähnende Leere dort. Auf Empfehlung von Lyly habe ich noch was Traditionelles gegessen. Eigentlich wollten wir uns treffen, hat aber nicht geklappt. Insgesamt ist Ninh Binh überbewertet.