Rund um Ninh Binh
Freitag (Tag 15). Mit dem Minivan nach Ninh Binh klappt gut. Die Sonne zeigt sich auch. Im Homestay ist nicht viel los, aber es gibt einen Pool. Auf den Buchungsseiten wird man...

Veröffentlicht: 29.11.2025


























In etwa Halbzeit. Ich komme gegen 5 Uhr in Hué an, ich hatte mit 10 Uhr gerechnet. Der Bus fährt durch die Stadt und ich hätte bequem dort aussteigen können, aber der Fahrer fährt in sein Busdepot. Also mit dem Taxi zurück. Es regnet und das Hostel ist um die Uhrzeit verschlossen, aber ich erreiche jemanden per Telefon, der öffnet. Einchecken und noch ein bisschen schlafen. Die Innenstadt ist auch in der Hand von Touris, ich kann sie aus den Bars feiern hören. Im Hostel ist ein alter Mann, der irgendwie zu den Besitzern gehört und ständig raucht und super laut Musik hört. Bin bisher wenig angetan von dem Ort. Aus dem Tag wird nichts mehr. Ich gehe etwas durch die Stadt, am Parfumfluss entlang, der ist braun, sonst wohl schön blau. Auf dem Markt kaufe ich mir Gummischuhe und bezahle bestimmt zu viel. Khanh meint, man kann locker 50 % herunterhandeln. Vielleicht probiere ich mein Handelstalent später. Ich schreibe meinen Blog, geh noch was essen und probiere eine Massage in einem besseren Salon. Die etwas stämmigere Masseurin hat das gut gemacht, bin ganz schön platt danach. Intimbereich ist hier etwas kleiner, als ich das kenne.
Neuer Tag und ich muss mich mit dem Wetter arrangieren. Also Gummistiefel an, Neon leuchtende Schutzhülle um den Rucksack und Regenschirm in der Hand. Ich muss aussehen. Auf geht es zur Imperial City von Hué, der ehemaligen Hauptstadt Vietnams. Sehr große Anlage, die sehr lange Zeit in Nutzung war, bis die Kommunisten den König abgesetzt haben. Ich habe den Audioguide und bin bestimmt 3 Stunden unterwegs. Viele Tore, Tempel, Wohngebäude und Verwaltungsgebäude für den Hofstaat. Alles dabei: Eunuchen, Konkubinen, Künstler, Gelehrte und so weiter. Intrigen und Geschichten. Alles sehr rituell und mit Bedeutung aufgeladen, sehr interessante Architektur. Diese Tore haben immer 3 Eingänge und dienten der sozialen Segregation. Der König darf durch das Haupttor und die anderen Schichten/Geschlechter hatten auch ihr Tor. Deutschland wird als Förderer der Restaurationsarbeiten erwähnt. Gegen Ende der Monarchie hat man sich stark an Frankreich und dem Westen orientiert. Auf dem Rückweg esse ich Bun Bo Hue, eine Rindernudelsuppe. Alle meinten, man soll das essen, war nicht mein Fall. Ich war in einem Ort wo einheimische essen, die Suppe war mit Leber und undefinierten Rinderteilen. Ich glaube, ich war beim Essen experimentierfreudig genug auf dieser Reise. Noch ein paar Vokabeln: Rind heißt bò, Hühnchen gà und Fisch cá, wobei die Aussprache der letzten beiden fast identisch ist. Ich schaue bei den Touranbietern, was man noch machen könnte. Ich wollte zur Phong Nha Höhle. Überall Absagen wegen der Überschwemmungen und Erdrutsche. Dann werde ich Hue morgen verlassen. Eine Sache kann man noch machen: zu einem verlassenen Wasserpark gehen. Mein Grab Fahrer war ein super gesprächiger Student. Abends treffe ich noch Tieu zum gesalzenen Kaffee und Abendbrot, wieder sehr netter Kontakt. Es gibt Nam Lui, gebratene Schweinehackspieße in Reispapier mit Erdnusssoße.
Nächstes Ziel ist Hội An, ich will zu einem Hostel, was von Martin aus Jena betrieben wird. Wir sind der gleiche Jahrgang. Er hat für mich vorab einen Bus gebucht und ich bin eine halbe Stunde vor Abfahrt am richtigen Ort. Der Mann ist ganz überrascht und meinte, der Bus sei vor 10 Minuten losgefahren. Zwei weiteren Reisenden geht es genauso. Lautes telefonieren und der Mann fährt uns zu dem Bus, circa 20 Minuten. Genau der Trubel, den ich am Morgen brauche, aber keiner wollte Geld von mir, immerhin. Gleiches Spiel wie in Hue, der Fahrer fährt an den Hostels vorbei in sein Depot und man muss mit dem Taxi zurückfahren. Die Zeit nervt, nicht der eine Euro. Hostel ist nett, Martins Frau begrüßt mich freundlich. Nachmittags spaziere ich am Strand, der hat ganz schön gelitten unter dem Wetter. Schwimmen ist nicht erlaubt und es ist sehr wenig los. Eine Frau will mir Kram verkaufen und erzählt mir, wie teuer alles ist, und ein paar schlimme Dinge aus ihrem Leben. Ich bin da abgebrüht und glaube das nicht. Zurück gehen Martin, seine Frau und ich Burger essen in Bikini Bottom. Von der Einstellung her ist Martin viel linker als ich, hat in der Insel gewohnt und war in der JG aktiv. Im Nachbarhaus des Hostels ist jemand vor ein paar Tagen gestorben. Den ganzen Tag läuft schnulzige Karaoke auf maximaler Lautstärke. Die anderen Hostelbewohner meinten, das geht schon ein paar Tage. Man sieht hier und da die Flut, manche Geschäfte sind geschlossen. Und auch viele Aktivitäten sind gerade nicht möglich.
Sonntag, 23.11.2025. Es regnet, ich muss das wohl ein paar Tage aussitzen. Am Vormittag zocke ich, am Nachmittag habe ich einen Kochkurs gebucht. Wir machen Frühlingsrollen, Reispfannkuchen, Salat mit Rindfleisch und Pho Bo. War nicht schlecht gemacht. Erst waren wir auf dem Markt einkaufen, dann hat man uns gezeigt, wie man Reis schält und zu Reismilch und Reispapier verarbeitet. Als Erstes wurde die Rinderbrühe angesetzt, die braucht 2 Stunden (eigentlich 4). War eine kleine Gruppe und alle hatten Spaß beim Kochen. Als Showeinlage konnte man das Rindfleisch flambieren. Spannend, aber würde ich zu Hause nicht wiederholen. Abends habe ich in der Altstadt noch einen Vietnamesen zum vegetarischen Essen getroffen. Keine Ahnung, wie der das als Verkäufer in einem Kleidungsgeschäft macht, aber der ist sehr viel nach Europa gereist. Nettes Kerlchen. Wir trinken noch heiße Schokolade mit Kakao aus Vietnam. Ich überlege, die Überschwemmungsgebiete zu überspringen und zur Insel Phu Quoc zu fliegen. Aber will ich Strand, 30 Grad und Sonne?